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Pr. Oldendorf Diskussion um Wirtschaftswege

Landwirtschaftliche Ortsvereine einbezogen

25.09.2014 | Stand 24.09.2014, 20:41 Uhr

Karl- Heinz Becker, ehemaliger Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.
Karl- Heinz Becker, ehemaliger Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Pr. Oldendorf (-sl-). In den Ortschaften war der Entwurf des Wirtschaftswegekonzeptes bereits vorgestellt worden, es gab zahlreiche Anregungen. Über die diskutierte der Bauausschuss während seiner jüngsten Sitzung (die NW berichtete gestern) aber nicht. Das Gremium folgte stattdessen einen Vorschlag der CDU, ähnlich wie in Espelkamp vor Ort über die jeweiligen Anregungen zu sprechen - ob etwa ein Wirtschaftsweg letztlich entbehrlich ist oder wie die Fahrbahn gestaltet werden könnte. Vor Ort, meinte Ausschuss-Vorsitzender Rolf-Dieter Schütte, kenne man sich am besten aus.

Die Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Ortsvereine sollen nun Fragebögen erhalten und an die Betroffenen in ihren Orten weitergeben. Die gesammelten Werke werden dann ausgefüllt ins Rathaus zurück geschickt.

Von einem Wirtschaftswegekonzept erhofft sich die Stadt eine Hilfestellung, wie sie bei künftigen Sanierungen vorgeht - etwa ob ein Weg aufgegeben wird, in wassergebundener Weise hergestellt wird oder eine bituminöse Fahrbahndecke erhält. Bernd Mende von der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur (Melle) erinnerte während der Sitzung daran, dass das rund 170 Kilometer lange Netz von Wirtschaftswegen in Pr. Oldendorf weit verzweigt sei. Viele Wege seien alt und den heutigen Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Um alle Wege zu sanieren fehlt der Stadt das Geld - daher sollen Schwerpunkte gesetzt werden. Bernd Mende: "Über die finanzielle Lage wird man gezwungen, zu schauen, welche Wege Bedeutung haben." Da gehe es Pr. Oldendorf nicht anders als anderen Kommunen.

Ein Wirtschaftswegekonzept ist nach Angaben Mendes langfristig angelegt. Die Umsetzung für jeden Weg erfolge dann, wenn dort etwas anstehe. Etwa sieben Prozent der Wirtschaftswege sind nach Einschätzung Mendes entbehrlich. Andere könnten statt einer bituminösen Decke in wassergebundener Art hergerichtet werden. Damit habe auch die Landwirtschaft gute Erfahrungen gemacht. Diese Variante aber gehe nicht überall - wie etwa an Hanglagen in Börninghausen. Mende: "Da rutscht Ihnen der Weg weg."

Was für die Wege gilt, das trifft auch auf Brücken zu. Deren Unterhalt sei nicht billig, so Mende. Einige Brücken seien entbehrlich. "Für den Einzelnen mag das nachteilig sein." Die Politiker aber seien da, um Entscheidungen für die Allgemeinheit zu treffen.

Auf einen Weg ging Mende dann doch speziell ein: den "Kleinen Maschweg". Ein "Problemkind" für den Bauhof sei der, befand Mende. Immer wieder müssten die Bankette ausgebessert werden, der Kleine Maschweg habe die Funktion einer "Sammelstraße", obwohl es in dem Bereich auch andere Wege gebe. Warum der Kleine Maschweg als Abkürzung genutzt werde, frage er sich - und präsentierte eine Idee aus einer anderen Kommune.

Eine Lösung, den Straßenverkehr aus dem kleinen Maschweg heraus zu bekommen, könne eine Art "Fallgrube" sein. Die sei für Autos unpassierbar. Busse, Traktoren oder Feuerwehrfahrzeuge aber könnten darüberfahren.

Mehrheitlich stimmte der Bauausschuss für die Gründung eines Arbeitskreises. Der soll die mögliche Gründung eines Wirtschaftswegeverbandes prüfen. Wie lange ein solcher Arbeitskreis brauche, wollte Barbara Glatzel (Grüne) wissen. "Keine Ahnung, das ist Neuland für uns", antwortete ihr während einer kurzen Sitzungs-Unterbrechung Karl-Heinz Becker, ehemaliger Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Die Landwirtschaft habe schon lange den Wunsch nach einem Arbeitskreis, vertrat Herbert Weingärtner (CDU). Man müsse sehen, wie es in Richtung eines Wirtschaftswegeverbandes weitergehe und wie andere Kommunen mit dem Thema umgingen.

Martin Frommberger (SPD) kann sich derzeit noch nicht mit einem Wegeverband anfreunden. Eventuell werde es auch mehrere Verbände geben. Im Moment sehe er da aber keinen Zweck und sei eher für die Abrechnung nach dem Kommunal-Abgabengesetz.

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