0

Bad Holzhausen Nachwuchs bei Blacky und Isolde

Fünf Trauerschwan-Küken watscheln jetzt durch den Bad Holzhauser Kurpark

VON SANDRA SPIEKER
28.02.2014 | Stand 26.02.2014, 21:52 Uhr
Unter den strengen Augen von Mutter Isolde wackeln die Schwanenküken aus dem Wasser hin zum Futterhäufchen. - © FOTOS: SANDRA SPIEKER
Unter den strengen Augen von Mutter Isolde wackeln die Schwanenküken aus dem Wasser hin zum Futterhäufchen. | © FOTOS: SANDRA SPIEKER

Bad Holzhausen. Eins, zwei drei, vier: Keine fünf Sekunden dauert es, bis die fünf kleinen grauen Wattebäusche angewackelt kommen, wenn Renate Ziermann ihnen eine große Schaufel Futter aufs Gras streut. Vor genau einer Woche sind die fünf Küken der Trauerschwäne geschlüpft – und schon in dem zarten Alter eine richtige Attraktion im Bad Holzhauser Kurpark.

Sie habe schon die Tage gezählt, als sie gemerkt hatte, dass die beiden Trauerschwäne namens Isolde und Blacky am Fuße des großen Teiches im Kurpark ein Nest gebaut hatten und brüteten. Renate Ziermann ist Hauswartin im Haus des Gastes und auch so etwas wie eine "Ersatzmutter" für die Schwäne und Enten im Kurpark.

Information

Längster Hals


Das natürliche Verbreitungsgebiet von Trauerschwänen ist Australien. In Deutschland leben geschätzte 60 Paare in Freiheit.

Die fast völlig schwarzen Schwäne erreichen eine Körperlänge von 110 bis 140 Zentimetern, haben aber den längsten Hals aller Schwäne.

Männchen wiegen rund 6 Kilogramm, Weibchen 5.

Die Küken sind silbergrau. Nach einem Jahr färbt sich ihr Gefieder schwarz.

Vor einer Woche war es dann soweit: Noch etwas tapsig watschelten die Küken durch den Park – und nahmen schon gleich ein kühles Bad im Flusslauf. Der Teich ist noch etwas zu tief für die kleinen Küken. "Im Flusslauf können sie auch besser gründeln", erklärt Renate Ziermann. Die leichte Strömung macht dem Nachwuchs allerdings noch etwas zu schaffen, plötzlich treibt ein Küken ab. Mutter Isolde stupst es mit dem Schnabel zurück.

Bei Trauerschwänen herrscht Arbeitsteilung: Schwanenmutter Isolde und und Vater Blacky hätten abwechselnd gebrütet, sagt Renate Ziermann. "Wenn der eine den anderen beim Brüten ablöst, wird sich verbeugt und voneinander verabschiedet", sagt die 57-Jährige. Alle drei Stunden wurde gewechselt. Am Ende schlüpften fünf Küken, das sechste Ei wurde nicht ausgebrütet. Renate Ziermann verwahrt es derzeit in ihrer Wohnung im Haus des Gastes. Es fühlt sich an wie Stein, ist aber sehr leicht.

Renate Ziermann mit dem sechsten Ei.
Renate Ziermann mit dem sechsten Ei.

Für das in Bad Holzhausen bekannte Schwanenpaar ist es bereits die dritte Brut. Isolde lebt schon seit sieben Jahren neben den Enten, Nonnen- und Höckergänsen im Kurpark, Blacky kam vor vier Jahren aus dem Tierpark in Hannoversch Ströhen dazu.

Vor drei Jahren bekamen sie vier kleine Schwäne, von denen drei überlebten. Sie leben jetzt im Tierpark. Im vergangenen Jahr wurde das Schwanenpaar beim Nestbau gestört, nur ein Küken schlüpfte.

"Blacky und Isolde harmonieren gut miteinander", ist sich Renate Ziermann sicher. Sie selbst steht mit Schwanenmännchen Blacky allerdings auf dem Kriegsfuß. Seit sie beim Füttern einmal zu nah an die Brut gekommen ist, zeigt sich der Schwan angriffslustig. Deswegen habe sie immer die Futterschaufel oder einen Handfeger in der Hand, wenn sich Blacky ihr nähere. Bei einem kleinen Kampf habe sie schon blaue Flecken davon getragen.

Schwimmen können die eine Woche alten Küken - hier mit Schwanenmutter und -vater - schon bestens.
Schwimmen können die eine Woche alten Küken - hier mit Schwanenmutter und -vater - schon bestens.

Für Kurparkbesucher bestehe allerdings keine Gefahr, wenn sie sich den Küken nicht zu sehr näherten, sagt Renate Ziermann. Die Kleinen haben schon viele Gäste angelockt, manche sitzen lange auf den Bänken, um die Vögel zu beobachten, Eltern kommen mit ihren Kindern, um die Trauerschwäne zu füttern.

Nach etwa fünf bis sechs Monaten sind die kleinen Schwäne ausgewachsen und flügge. Renate Ziermann: "Oft werden sie dann von den Eltern regelrecht verjagt."

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group