Es kam zum zweiten toten Wolf durch den Straßenverkehr in NRW. Die genaue Todesursache wird trotzdem untersucht. - © pixabay
Es kam zum zweiten toten Wolf durch den Straßenverkehr in NRW. Die genaue Todesursache wird trotzdem untersucht. | © pixabay

Porta Westfalica Was hinter den aufwendigen Untersuchungen des toten Wolfes steckt

Das männliche Tier, das auf der A2 überfahren wurde, ist erst der zweite tot aufgefundene Wolf in NRW. Der Kadaver wird jetzt aufwendig untersucht und kehrt dann nach Westfalen zurück

Noah Matzat
03.04.2019 | Stand 03.04.2019, 18:19 Uhr

Porta Westfalica/Recklinghausen. Bei der Herforder Polizei geht am vergangenen Samstag ein Anruf ein. Auf der A2 liege ein Tierkadaver, der wohl besser weggeräumt werden sollte. Die Polizei macht sich auf den Weg, birgt den männlichen Wolf, der mit schweren Verletzungen auf der Autobahn liegt. Der Kadaver wird jetzt in Berlin untersucht und kehrt anschließend nach Westfalen zurück. Es ist erst der zweite in NRW tot aufgefundenen Wolf. Schon im April 2017 wurde in Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke ein männliches, 43 Kilogramm schweres Tier durch einen Verkehrsunfall getötet. Der Wolf, der jetzt in Porta Westfalica auf der Autobahn 2 erfasst wurde, war 38 Kilogramm schwer. Der Wolf tritt eine letzte Reise an "Der gebrochene Unterkiefer war beim Wolf schon sehr gut zu erkennen", sagt Matthias Kaiser vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Trotzdem sei nicht geklärt, was die Todesursache sei. "Bei dem vor zwei Jahren gefundenen Wolf haben wir keinen einzigen gebrochenen Knochen gefunden, sondern er ist an einem Leberriss gestorben", erklärt Kaiser weiter. Das gilt es jetzt in einer aufwendigen Untersuchung zu klären. "Der Tierkörper geht an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Die sind auf so etwas spezialisiert und können sogar einen Elefanten durch das CT schicken." Es gibt ein festgelegtes Protokoll, dem die Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung folgen. Kaiser sagt, der Wolf werde enthäutet, vermessen, untersucht, es werden genetische Proben entnommen, die Organe auf Funktionsfähigkeit und Parasiten kontrolliert. Wozu der Aufwand? Der Grund ist so simpel wie nachvollziehbar. "Es geht um den Datenstand. Selbst ein toter Wolf liefert der Wissenschaft viele Daten, die Rückschlüsse auf die gesamte Population zulassen", sagt Kaiser. Da komme auch das Wolfsmanagement ins Spiel, um das sich das LANUV, das in Recklinghausen sitzt, kümmert. Zum Beispiel bei Krankheiten: Stellt das Institut einen Virus oder eine Infektion fest, dann müsse man schnellstmöglich reagieren und eingreifen. Auch könnten zum Beispiel bei der Skelettvermessung Hinweise auftauchen, ob es unter den Wölfen zu einer Fortpflanzung kommt, bei der Inzest eine Rolle spielt, da es wenige Gründertiere gebe. Nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind, wird die aufbewahrte Haut präpariert und über ein Gestell in Form eines Wolfskörpers gezogen. "Das bekommen wir dann zusammen mit dem Schädel zurück. Das LWL-Museum in Münster hat schon den letzten Wolf übernommen und bekommt auch dieses Tier. Es passt ja gut, dass ein westfälischer Wolf dann wieder nach Westfalen zurückfindet", sagt Kaiser.

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