In dem Mordprozess wird dem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft, eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. - © Friso Gentsch/dpa
In dem Mordprozess wird dem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft, eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. | © Friso Gentsch/dpa

Minden Tödliche Auto-Attacke: Täter muss zehn Jahre in Haft

Nadine Conti

Minden. Der Mindener Amokfahrer, der im Dezember eine Spaziergängerin absichtlich tot gefahren hat, muss für zehn Jahre wegen Mordes hinter Gitter. Das Landgericht Bielefeld übertraf mit diesem Urteil die Forderung der Staatsanwaltschaft noch um eineinhalb Jahre. Die hatte noch am Donnerstagmorgen ein Strafmaß von acht Jahren und sechs Monaten gefordert, da man von verminderter Schuldfähigkeit ausgehen müsse. Nach der Unterbringung in der Justizvollzugsanstalt soll der 57-jährige Angeklagte unbefristet im Maßregelvollzug der Psychatrie untergebracht werden, so der vorsitzende Richter Georg Zimmermann. Es ist davon auszugehen, dass der krebskranke Angeklagte dies nicht mehr erlebt. Nach derzeitigen Prognosen der Mediziner wird er noch in der Haft sterben. Die Verteidigung hatte daher, und weil der Angeklagte "im Wahn und gemäß seiner eigenen Logik handelte" eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert. In dem Verfahren am Landgericht Bielefeld hatte der 57-jährige Angeklagte eingeräumt, im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin (53) in Minden überfahren und lebensgefährlich verletzt zu haben. Dies soll aus Wut- und Rachegefühlen gegen Unbekannte geschehen sein. Das Gericht hatte bereits zum Prozessauftakt angekündigt, dass neben einer möglichen Haftstrafe auch die Einweisung in die Psychiatrie möglich sei. In seinem ausführlichen Geständnis hatte der frühpensionierte Lehrer berichtet, wie er angeblich jahrelang von der sogenannten Strahlenmafia verfolgt wurde. Als Folge der Bestrahlung seines Körpers sei er schwer krebskrank geworden und warte jetzt auf den Tod. Wer genau hinter dieser Strahlenmafia stecken soll, konnte der Mindener nicht sagen. Kurz vor der Tat war er nach eigener Schilderung stundenlang umher gefahren und hatte dabei mögliche andere Opfer wie Schüler an einer Bushaltestelle verschont. Die Fußgängerin war an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben.

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