Lübbecke Gauselmann erweitert Werk Lübbecke

Unternehmen bündelt sieben Lager in neuer Logistik-Halle / Ronceva muss umgeleitet werden

09.01.2013 | Stand 08.01.2013, 19:17 Uhr
Paul Gauselmann glaubt an ein weiter wachsendes Auslandsgeschäft.
Paul Gauselmann glaubt an ein weiter wachsendes Auslandsgeschäft.

Lübbecke. Die Gauselmann Gruppe erweitert für einen zweistelligen Millionenbetrag den Entwicklungs- und Produktionsstandort Lübbecke um zusätzliche Logistikflächen. Die Bauarbeiten für die neue Halle sollen noch im Januar beginnen. Eine besondere Herausforderung stellt die Umleitung der Ronceva dar.

Seit Jahren stellen zu kleine Logistikflächen in Lübbecke eine Herausforderung für das Unternehmen dar, das sich bislang mit sieben externen gemieteten Lagern mit einer Gesamtfläche von 26.000 Quadratmetern zu helfen wusste. "Das ist sehr kosten- und arbeitsintensiv", so Armin Gauselmann. In der neuen Halle sollen die bisher im Altkreis verteilten Lager zusammengeführt werden.

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1.100 Mitarbeiter

Die Gauselmann Gruppe beschäftigt am Standort Lübbecke rund 1.100 Mitarbeiter.

Während die Verwaltung ihren Sitz in Espelkamp hat, werden in Lübbecke Spiel- und Glücksspielautomaten entwickelt, produziert und vertrieben. Auch der Service ist in Lübbecke angesiedelt.

Für andere Hersteller, die nicht in direkter Konkurrenz zu Gauselmann stehen, fertigt das Unternehmen in Lübbecke Hardware.(fha)

Die neue "Halle 8", so die interne Bezeichnung, hat eine Grundfläche von 151 mal 74 Metern, eine Netto-Nutzfläche von rund 19.000 Quadratmetern und wird sich westlich an die bisherige Logistik an der Boschstraße anschließen. Dort, wo derzeit die Mitarbeiter parken, deren Parkplätze nach Norden verlegt werden sollen.

Der Neubau, dessen Fassade sich harmonisch in die bestehende Bebauung einfügen soll, soll zertifizierte Lagerflächen für das Exportgeschäft beinhalten. "In Lübbecke fertigen wir unsere Produkte für den Weltmarkt. Ich erwarte, dass das Auslandsgeschäft, das heute bereits über 40 Prozent des Gruppenumsatzes ausmacht, auch in Zukunft weiter wachsen wird, so dass weitere zertifizierte Lagerflächen absolut notwendig sind", so Paul Gauselmann.

Als weiteren Grund für die Investition nennt der Firmen-Chef "hohe finanzielle Belastungen, die uns aufgrund der aktuellen Gesetzgebung in wenigen Jahren drohen könnten". Gemeint sind der Glücksspiel-Staatsvertrag beziehungsweise die Spielhallengesetze der Länder, die beispielsweise den Abstand zwischen Spielhallen und die Zahl der je Spielhalle zugelassenen Geräte regeln. Daher sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, "um all unsere Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und die seit Jahren geplante Erweiterung in die Tat umzusetzen". Nur wenn das Unternehmen Effizienz und Effektivität weiter steigern könne, sei der Bestand der Unternehmensgruppe in der heutigen Form langfristig gesichert. Paul Gauselmann: "Darum haben wir uns gerade in diesen schwierigen Zeiten mit viel Gegenwind aus der Politik entschlossen, einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort Lübbecke zu investieren."

Ein knappes halbes Jahr dauerte es vom Bauantrag bis zur Bewilligung, die am 21. Dezember erteilt worden sei, so Dezernatsleiter Ingo Ellerkamp von der Stadtverwaltung Lübbecke. Spielt das Wetter mit, könnten die mit 18-monatiger Dauer angegebenen Bauarbeiten Mitte Januar beginnen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Mit den Arbeiten sollen nach Möglichkeit Firmen aus der Region beauftragt werden.

Als "besondere Herausforderung an die Bauplaner" stellt das Unternehmen die Ronceva dar. "Denn um das Vorhaben zu realisieren muss der Fluss um das Werk herumgeleitet werden", so Armin Gauselmann. Dabei soll ein "neues, naturnahes Flussbett" geschaffen werden. Die Kreisverwaltung in Minden als untere Wasserschutzbehörde hat die eingereichten Pläne für die Verlegung bereits geprüft und genehmigt. Der Lübbecker Dezernatsleiter Ellerkamp kann sich sogar vorstellen, dass die Ronceva hinterher "naturnaher als jetzt" aussehen wird.

Mit Verkehrsbehinderungen, sagte Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister gestern auf NW-Anfrage, sei im Zusammenhang mit dem Hallenbau nicht zu rechnen.

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