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Pr. Oldendorf Bleikugel auf Kater abgefeuert

Zweijähriger "Tiger" verletzt / Tier hat Glück im Unglück / Täter bisher unbekannt

VON RALF T. MISCHER
22.11.2012 | Stand 22.11.2012, 19:15 Uhr
Trotz Operationsnarbe und Schmerzen ist Tiger mit dem Leben davon gekommen. Zur Freude Anna Krügers. - © FOTO: MISCHER
Trotz Operationsnarbe und Schmerzen ist Tiger mit dem Leben davon gekommen. Zur Freude Anna Krügers. | © FOTO: MISCHER

Pr. Oldendorf-Börninghausen. Tiger war auf der Pirsch – wie jeden Tag streifte der zwei Jahre junge Kater durch den Garten der Familie Krüger. Als er abends wieder ins Haus kam, bemerkte Anna Krüger, dass das Tier humpelte. Erst nach einer genauen Untersuchung stellte Tierarzt Dr. Dietmar Helms fest, dass Tiger angeschossen wurde.

Anna Krüger (21) kann es noch immer nicht fassen. Auf ihren Kater Tiger wurde geschossen. Mit einem Luftgewehr. Mitten im Wohngebiet. "Wer macht so etwas?", fragt sie sich. Mittlerweile schwebt das Tier nicht mehr in Lebensgefahr.

Information

Anzeige erstatten

"Wer erkennt, dass sein Tier durch fremde Gewalt verletzt wurde, sollte Anzeige bei der Polizei erstatten", sagt Polizeisprecher Burkhard Lübker .

Menschen, die Tieren aus Rohheit Leiden zufügen, werden mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafen bedroht.

Handelt es sich um ein fremdes Tier, kann die Tat außerdem als Sachbeschädigung strafbar sein.

Seit 2002 steht Tierschutz auch im Grundgesetz.

Aber Tiger geht es sehr schlecht. "Er liegt eigentlich den ganzen Tag auf dem Sofa und döst", sagt die Tiermama Anna Krüger. Seit fast einer Woche bekommt der verletzte Kater Schmerzmittel und Antibiotika.

Auch Hund Max und Katze Lucy finden in Krügers Haus eine Heimstatt. Die fünf Jahre alte Lucy hält nichts in der Wohnung. Sie streunt wie eh und je draußen herum. Krüger fürchtet nun, dass auch die Katze Opfer eines Anschlages mit dem Luftgewehr werden könnte.

Der Luftgewehrschütze hat offenbar genau auf den Knochen des linken Hinterbeins der Katze gezielt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Bleikugel in zwei Teile gesprengt, der Muskel ist zerfetzt, ein Teil der Kugel landete in einer Muskelfaser. Ihn wollte Tierarzt Dr. Dietmar Helms nicht entfernen. Das Risiko einer Lähmung war zu groß. "Für die Katze war und ist all das sehr schmerzhaft", sagt der Tierarzt. Damit der Knochen wieder zusammen wachsen kann, musste Helms dem Kater Nägel ins verletzte Bein implantieren. Sie sollen dafür sorgen, dass der Knochen gerade auf dem Hüftgelenk steht. "Wir können an dieser Stelle keinen Gips verwenden, da die Haut am Knochen zu muskulös ist", erklärt der Tiermediziner. Er rechnet damit, dass die Nägel in spätestens zwölf Wochen wieder entfernt werden können.

Die Bleikugel, mit der auf Tiger geschossen wurde, wird in Luftgewehren verwendet.

Bereits im Januar wurde in Pr. Oldendorf-Harlinghausen eine Katze angeschossen. Durch den Schuss, der sie in die hintere Läufe traf, war das Tier sogar teilweise gelähmt. Damals erinnerte sich der behandelnde Tierarzt, Dr. Michael Heinrich, an eine Serie von Tierquälereien vor einigen Jahren: "Da wurden in Pr. Oldendorf zahlreiche Katzen angeschossen, der Täter wurde nie gefunden". Ob dieser erneute Fall von Tierquälerei mit diesen Taten in Verbindung steht, ist noch ungeklärt.

Anna Krüger kann sich das alles jedenfalls überhaupt nicht erklären: "Alle Nachbarn haben selbst Katzen oder Hunde – und wer selbst Tiere hat, der könnte eine solche Tat doch niemals begehen", sagt die 20-Jährige. Anzeige haben die Krügers – noch – nicht erstattet.

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