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Über Bremen und Manchester geht es weiter bis Riga. Auf der Weltkarte, die die Lehns präsentierten, ist zu erahnen, wie weit sie der erste Teil der Reise führen wird. In zwei Monaten möchten sie in Peking sein.
Über Bremen und Manchester geht es weiter bis Riga. Auf der Weltkarte, die die Lehns präsentierten, ist zu erahnen, wie weit sie der erste Teil der Reise führen wird. In zwei Monaten möchten sie in Peking sein.

RAHDEN Rahden, Riga, Peking

Renate und Artis Lehn starten am Sonntag auf große Reise

VON JOERN SPREEN-LEDEBUR
09.06.2012 | Stand 08.06.2012, 19:44 Uhr

Rahden. Die Rucksäcke sind gepackt. Visa-Vermerke kleben in den Reisepässen. Nun kann es losgehen. Ein Jahr lang möchten Renate und Artis Lehn aus Rahden die Welt bereisen. Am morgigen Sonntag gehts los.

Die ersten Tage der großen Reise nutzt das Paar, um noch kurz Verwandte zu besuchen. Am Dienstag fliegen Artis und Renate Lehn von Bremen nach Manchester. Dort lebt Renate Lehns Bruder. "London möchten wir uns bei der Gelegenheit kurz ansehen", meint das Paar, das dann von London nach Riga (Lettland) fliegt. Dort schauen die beiden bei Artis Lehns Verwandten vorbei. In der alten Hansestadt Riga soll die große Reise dann so richtig starten. Über St. Petersberg gehts nach Moskau. Von dort reisen die Lehns mit der Transsibirischen Eisenbahn bis zum Baikalsee; von dort geht es per Bahn weiter durch die Mongolei bis nach Peking. "Dann haben wir schon zwei Monate herum und dann planen wir weiter", sagen Renate und Artis Lehn. "Wir werden ziemlich spontan sein." Bei solch einer Individualreise dürfe man schließlich nicht alles planen. "Man muss viel wissen und spontan sein."

Wissen - das betrifft unter anderem Visa-Bestimmungen der einzelnen Staaten. Das Visum für die Volksrepublik China hätte zur Stolperfalle werden können. Jede einzelne Nacht, die sie in China verbringen wollten, müssten sie nachweisen, sagt Renate Lehn. Dabei halfen dem Paar die Buchungsbestätigungen von Hotels für diesen Nachweis weiter. Die Buchungen ließen sich aber kostenlos stornieren. "Wir sind ja Individual-Reisende und wissen erst wenige Tage vorher, wo wir wann sind."

Russland, die Mongolei und Südostasien - das steht für die Lehns im ersten Teil der Reise an. Option für den weiteren Ablauf sind Mittel- und Südamerika. Angedacht sei ein Badeurlaub zum Abschluss der Reise - und zwar in Mexiko oder auf Kuba.

Viele Regionen wollen die Rahdener in den kommenden Monaten erkundigen. Ein Land möchten sie dabei unbedingt bereisen: Myanmar, das frühere Birma. Das Land war lange Zeit vor allem deshalb bekannt, weil die dortigen Militärmachthaber die Friedensnobelpreis-Trägerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi viele Jahre unter Hausarrest gestellt hatten und teilweise gewaltsam gegen die Opposition vorging. Der Hausarrest ist mittlerweile aufgehoben; Myanmar öffnet sich für den Tourismus - auch der dringend benötigten Devisen wegen.

"Das Land ist erst seit kurzem offen, dafür gibt es nicht viele Visa", sagen die Lehns. Und auch in diesem Fall hilft Wissen weiter. Reise man mit dem Bus nach Myanmar ein, bekomme man kein Visum. Bei der Einreise per Flugzeug gibts den Stempel. "Wir hoffen, das Visum zu bekommen." Das sei schon eine Herausforderung.

Mit der Rucksack-Reise erfüllen sich Renate (21) und Artis (25) Lehn einen lang gehegten Wunsch. "Das war schon immer mein Lebenstraum", so Artis Lehn. Vor zwei Jahren, nach der Heirat mit Renate, begannen die ersten Planungen. Vor Monaten lösten die Lehns ihren Haushalt in Espelkamp auf, bis zum morgigen Sonntag wohnen sie bei Freunden in Rahden. Rechtzeitig vor der Abreise wurde auch das Auto verkauft. Renate Lehn hat ein Jahr unbezahlten Urlaub bekommen; das Budget für die Reise ist durchgeplant.

Auf Tour sein möchten die Lehns mit dem Zug und dem Bus. "Wir möchten nicht alle Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Land und Leute sind uns wichtiger. Wir möchten hören und sehen, wie die Leute leben", betont das Paar.

Und Land und Leute lernt man halt am Boden kennen - im Zug oder im Bus. Das Flugzeug soll nur eine Ausnahme bleiben - wenn es dazu keine alternative Reisemöglichkeit gibt. Die Bahn oder ein Bus seien vielleicht nicht immer komfortabel. "Aber wir machen eine Rucksackreise, da steht Komfort hinten an."

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