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Neben Süßigkeiten und Schulbedarf enthielten die Schultüten für die japanischen Grundschüler auch kleine Spielzeuge. Die zu Tieren geformten Luftballone entstammen Zauberkästen für Anfänger.
Neben Süßigkeiten und Schulbedarf enthielten die Schultüten für die japanischen Grundschüler auch kleine Spielzeuge. Die zu Tieren geformten Luftballone entstammen Zauberkästen für Anfänger.

LÜBBECKER LAND Weihnachtsgrüße nach Japan

Nettelstedter Andreas Baller organisierte Spendenaktion für Grundschüler

VON ANDREAS BALLER UND FRANK HARTMANN
23.12.2011 | Stand 22.12.2011, 19:23 Uhr

Lübbecker Land. Andreas Baller aus Nettelstedt arbeitet für den Logistikdienstleister DHL in der japanischen Hauptstadt Tokio. Nach dem schweren Erdbeben im März dieses Jahres, das drei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima zerstörte, so dass Radioaktivität frei wurde, startete er eine Schultüten-Aktion für Kinder vor Ort. Neben anderen haben ihn dabei drei Schulen aus dem Lübecker Land unterstützt.

"Mir geht es gut", berichtete Andreas Baller gestern am Telefon. Er habe seinen letzten Arbeitstag für dieses Jahr hinter sich und jetzt erst einmal ein paar Tage frei.

Hinter dem gebürtigen Nettelstedter liegt eine Spendenaktion für japanische Schulkinder, die seit dem verheerenden Erdbeben in Japan in Notunterkünften leben (die NW berichtete). Aufgrund der Berichterstattung sei die Aktion "sehr groß" geworden. Viele Kleinigkeiten seien auf ihn zugekommen, die er bei der Planung "gar nicht berücksichtigt hatte".

Nun ist die Aktion abgeschlossen und Baller zieht Bilanz: Neben rund 12.000 Euro an Sach- und Dienstleistungsspenden von Unternehmen, seien etwa 12.000 Euro an Geldspenden gesammelt worden. "6.000 Euro sind allein aus dem Lübbecker Land eingegangen, wo wir ein Konto bei der Commerzbank eingerichtet hatten", freut Baller sich und verweist auf Schulen aus 15 Ländern, die sich beteiligt hätten. Darunter die Grundschule Rahden, der Grundschulverbund Espelkamp und das Wittekind-Gymnasiumin Lübbecke. Baller: "Wir haben auch mehr als 1.000 selbstgemalte Bilder oder Postkarten zugeschickt bekommen."

Anfang Dezember füllten Schüler der 3. und 4. Klasse der Deutschen Schule in Tokio die Schultüten mit Radiergummis, Füllern und weiteren Schulutensilien, Süßigkeiten, kleinen Gesellschaftspielen, Zaubertrick-Kästen - und Heizkissen für die kommende Winterzeit. "Denn die betroffenen Familien und ihre Kinder leben noch immer in Notunterkünften", schilderte Baller gestern am Telefon.

"Am 5. Dezember haben wir 951 Schultüten nach Kamaishi geliefert, eine Stadt, die 500 Kilometer nördlich von Tokio liegt und hart vom Erdbeben getroffen wurde", schildert der Nettelstedter. Vororte von der Größe Nettelstedts seien damals "ausradiert" worden, und ein Wiederaufbau sei noch nicht in Sicht.

Neun Grundschulen haben Andreas Baller und weitere Mitstreiter aufgesucht, um die gefüllten Schultüten an Erst- und Zweitklässler zu verteilen: "Es fing gerade an zu schneien, und so konnten wir das gut mit Nikolaus und der Weihnachtszeit verbinden. Das war etwas ganz Besonderes."

Die Deutsche Botschaft sei sehr hilfreich gewesen. Baller: "Sie hatte uns geraten den Übergabetermin in den Dezember zu legen, denn viele Kinder werden dieses Jahr einen sehr schweren Winter vor sich haben sowie keinen Besuch vom Weihnachtsmann bekommen, da es an Geld fehlt. Gestern haben wir auch noch einen Dankeschönbrief vom Bürgermeister aus Kamaishi bekommen, der sich im Namen aller Eltern und Lehrer bedankt hat."

An Spenden übrig geblieben sind noch rund 5.500 Euro. Die will Andreas Baller direkt an die Partnerorganisation KnK - Children without border geben, die sie für andere Kinderprojekte in Kamaishi und Umgebung einsetzen werde.

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