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Im Licht der sanften Wintersonne erstrahlt die Ruine des Haupthauses der Ellerburg in Fiestel. Doch bald werden nur noch einige Ruinen an die ehemalige Burganlage erinnern, die Jahrhunderte lang vielen Belagerungen und Stürmen stand gehalten hat aber jetzt dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen muss. - © ARCHIVFOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Im Licht der sanften Wintersonne erstrahlt die Ruine des Haupthauses der Ellerburg in Fiestel. Doch bald werden nur noch einige Ruinen an die ehemalige Burganlage erinnern, die Jahrhunderte lang vielen Belagerungen und Stürmen stand gehalten hat aber jetzt dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen muss. | © ARCHIVFOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

ESPELKAMP-FIESTEL Ellerburg-Förderverein gibt auf

Auflösung jetzt beschlossen / Vermögen geht an den Heimatverein Fiestel

VON KARSTEN SCHULZ
21.12.2011 | Stand 21.12.2011, 12:03 Uhr

Espelkamp-Fiestel. Der Prozess der Auflösung der mittelalterlichen Wehranlage Ellerburg hat begonnen. Nachdem jetzt die Machbarkeitsstudio im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt wurde, die von einem "inszenierten Rückbau" ausgeht und nur noch begehbare Ruinen vom alten Anwesen zurücklassen will (die NW berichtete) hat jetzt der Förderverein Ellerburg seine Auflösung beschlossen. "Uns braucht es ja jetzt nicht mehr zu geben. Wir wollten die Burg erhalten und nicht kaputt machen", sagte der amtierende Vorsitzende Dieter Osterodt jetzt im Gespräch mit der NW.

Die restlichen Vereinsgelder, das beschlossen die übriggebliebenen Mitglieder des Fördervereins, sollen in den Besitz des Heimatvereins Fiestel übergehen. Dort gibt es eine Unterabteilung, die sich mit der Dokumentation der Ellerburg beschäftigt."Hier sind die Mittel sicherlich gut aufgehoben", sagt Osterodt.

In einem kurzen zeitlichen Abriss geht er auf die inzwischen 21-jährige Geschichte des Vereins ein, der genau am 8. Februar 1990 gegründet wurde.

Er nennt in diesem Zusammenhang die wichtigsten Ereignisse. So wurde die Ellerburg im August 1991 – bis dahin gehörte Berthold Freiherr von der Horst von Eichel-Streiber Grund und Boden – an das Arzt-Ehepaar Peitzmann aus Obermehnen – veräußert.

Kurz danach trat dieses wieder vom Kauf zurück, so dass Gebäude und Ländereien wieder an Freiherr von der Horst zurückgeführt wurden. Am 6. Dezember 1996 beantragte von der Horst die Übernahme der Ellerburg durch die Stadt Espelkamp.

Ein von der FDP organisierter Bürgerentscheid mit der Frage: "Soll die Stadt Espelkamp auf den Erwerb und die Sanierung der Ellerburg mit städtischen Mitteln verzichten?" – war auf den 25. Mai 1997 terminiert worden. Die Mehrheit – genau gesagt 5.515 Ja-Stimmen (28,5 Prozent) gegen 1.383 Nein-Stimmen (7,2 Prozent) sprach sich gegen den Erhalt der Ellerburg aus.

Immer wieder hatte es Rettungsversuche der Ellerburg, vor allem in der Ägide des Freiherrn von der Horst gegeben. So hatte dieser vorgeschlagen, die Burg für den Bürger zu öffnen und dort eine kulturgeschichtliche Sammlung auszustellen einschließlich eines Archivs. die meisten Gegenstände befinden sich im Besitz des Gutsbesitzers.

Kernstück sollte ein 140 Quadratmeter großer Saal für Konzerte und andere Veranstaltungen sein.

Auch Konferenzen, Vortrags- und Fortbildungsveranstaltungen seien durchaus möglich gewesen. Öffentliche Gelder in Höhe von viereinhalb bis sechs Millionen Mark waren damals in Aussicht gestellt worden. Für Kreis und Stadt wäre lediglich noch eine Restsumme in Höhe von 600.000 Mark übriggeblieben.

Auch Unternehmer Paul Gauselmann hatte bei einem öffentlichen Nutzungszweck später noch einmal eine Summe von 750.000 Mark zur Verfügung gestellt.

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