0
Das Krankenhaus soll umgebaut werden, erste Maßnahmen sind bereits vollzogen worden. Strittig ist derzeit, ob die drei oberen Geschosse des Bettenhauses (l.) abgerissen werden. - © ARCHIVFOTO: MARCUS PANSING
Das Krankenhaus soll umgebaut werden, erste Maßnahmen sind bereits vollzogen worden. Strittig ist derzeit, ob die drei oberen Geschosse des Bettenhauses (l.) abgerissen werden. | © ARCHIVFOTO: MARCUS PANSING

RAHDEN Vorhaben mit vielen Fragen

Sondersitzung des Rates zum Krankenhaus-Umbau

VON JOERN SPREEN-LEDEBUR
07.12.2011 | Stand 06.12.2011, 19:19 Uhr

Rahden. Der Umbau des Rahdener Krankenhauses ist zu einem Politikum geworden. Mit dem Umbau befassen sich am morgigen Donnerstag, 8. Dezember, die Mitglieder des Rates der Stadt Rahden. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr. Dazu werden auch Landrat Dr. Ralf Niermann und Kliniken-Vorstand Dr. Matthias Bracht erwartet.

Wie berichtet, war am 21. November während der Sitzung des Kreisausschusses bekannt geworden, dass der bislang geplante Abriss der oberen drei Geschosse des Bettenhauses nicht bei laufendem Krankenhaus-Betrieb erfolgen kann. Ein Gutachter war zu dem Ergebnis gekommen, dass in diesem Fall der entstehende Lärm jeden zulässigen Grenzwert übersteige.

Im Kreisausschuss hatten sich Dr. Ralf Niermann, Landrat und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken (MKK), und Kreisbaudezernent Jürgen Striet überrascht gezeigt.

Das nach Darstellung von Kreis und MKK bisher nicht bekannte "Lärm-Problem" wiederum war in Rahden auf Unverständnis gestoßen.

An Schärfe hatte die Diskussion dann durch die Stellungnahmen von Parteien zugenommen. Die CDU will die drei oberen Geschosse erhalten. In eine ähnliche Richtung tendieren auch die Freien Wähler.

SPD und Grüne lehnen das wiederum ab und sprechen sich für den Abriss aus. Sie verweisen darauf, dass es für die betroffenen Geschosse keine Nutzung gebe.

Eine scheinbar verworrene Situation scheint sich nun aufzutun. Noch stehen sich die SPD und die CDU in Sachen "Bettenhaus" in ihren Positionen gegenüber. Im Verwaltungsrat hatte das zur Patt-Situation geführt. Zünglein an der Waage könnte nun die FDP werden.

Als entscheidenden Faktor für das Krankenhaus Rahden hatten alle Entscheidungsträger immer wieder die Wirtschaftlichkeit des Hauses genannt. In der Vergangenheit war es um die gar nicht schlecht bestellt.

Die Wirtschaftlichkeit aber wird, so war immer wieder zu hören, von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen sind das die Kosten für den Umbau, zum anderen ist das die Bauzeit. Jede Bauzeit-Verzögerung soll Folgen haben.

Fakt ist, dass die Baukosten für das Vorhaben in Rahden durch den Minden-Lübbecker Kreistag auf 13 Millionen Euro gedeckelt sind. Sollte aber das Bettenhaus teilweise abgerissen und – wie von Dr. Matthias Bracht während der Kreisausschuss-Sitzung vorgeschlagen – die alte Orthopädie mit einem Aufwand von rund 550.000 Euro als Provisorium für Patienten hergerichtet werden, dann ist diese Summe nicht im Budget enthalten.

Newsletter abonnieren

Update zum Mittag

Die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe zum Ausbruch von Covid-19 und Neuigkeiten aus OWL und der Welt.

Wunderbar. Fast geschafft!

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group