Das ehemalige Ausflugslokal "Waldfrieden" in Nettelstedt. Wer den Brand 2004 legte, ist bis heute unbekannt.
Das ehemalige Ausflugslokal "Waldfrieden" in Nettelstedt. Wer den Brand 2004 legte, ist bis heute unbekannt.

LÜBBECKE-NETTELSTEDT Beliebtes Ausflugsziel in Nettelstedt

Neubau soll Tradition des "Waldfrieden" wiederbeleben / Fertigstellung spätestens 2013

VON HANS-GÜNTHER MEYER

Lübbecke-Nettelstedt. Wanderer wie Heinz Krause, die zwischen Porta Westfalica und Osnabrück auf dem "Mühlensteig" unterwegs sind, fragen sich, was zwischen Nettelstedt und Schnathorst wohl gebaut wird. Auch die NW wollte es wissen und hat nachgefragt.

Der Neubau liegt auf einer Bergkuppe, etwas abseits des Dorfes. Heinz Krause erinnert sich: "Früher war hier eine Tanzgaststätte. Mein Opa erzählte gerne, wie er meine Oma beim Tanz in der damaligen Gaststätte Waldfrieden kennen gelernt hat." Der Saal Depping sei in den 50-er Jahren ein Treffpunkt für junge Leute aus Schnathorst und Nettelstedt gewesen.

Neuer Bauherr und Eigentümer des 14.000 Quadratmeter großen Areals, das auch Wald- und Wiesenflächen umfasst, ist der Mindener Unternehmer Tom Jankowski. Wie sein Sohn Nils Jankowski auf NW-Anfrage erklärt, entsteht auf dem Grundstück ein neues Ausflugslokal. Wann es fertig wird, ist noch offen. Möglich sei eine Eröffnung im kommenden Jahr oder 2013. Die Stadt Lübbecke hat eine Baugenehmigung für das Jankowski-Projekt erteilt. Nach der Erteilung von Baugenehmigungen müsste innerhalb von drei Jahren mit dem Bau begonnen werden, so Stadt-Sprecher Peter Schmüser. Ferner gebe es im Baurecht die Vorgabe, dass im Abstand von einem Jahr ein Baufortschritt erkennbar sein müsse. Beide Punkte seien bei der betreffenden Genehmigung für das Vorhaben in Nettelstedt erfüllt.

Das geplante Lokal knüpft an die Tradition des früheren Gasthauses "Waldfrieden" an - vor Jahrzehnten am Wiehen zwischen Schnathorst und Nettelstedt ein beliebtes Ausflugsziel.

Die frühere Tanzgaststätte erlebte vor ihrer Zerstörung durch einen Brand am Himmelfahrtstag 2004 übrigens einen Wandel. In der 70-er Jahren erwarb das im Volksmund unter dem Begriff "Ölberg" bekannte Haus einen besonderen Bekanntheitsgrad, weil es sich damals um ein Bordell handelte. Später hieß das Etablissement "Top Secret".

Der Verfall des Anwesens war ein Hauptgrund für die Schließung des Nachtclubs. Als der "Waldfrieden" am 20. Mai 2004 von Brandstiftern heimgesucht wurde, handelte es sich bereits um eine leer stehende Ruine. Die Brandstifter konnten bis heute nicht ermittelt werden. Die letzten Reste der Brandruine "Waldfrieden" wurden 2008 abgerissen.

An frühere Zeiten des Ausflugslokals "Waldfrieden" erinnert bis heute ein nostalgischer Pavillon auf der Straßenseite gegenüber dem heutigen Neubau.

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