ESPELKAMP Familie Gauselmann kauft Schloss Benkhausen

Diakonischen Stiftung Wittekindshof: Für Bewohner und Beschäftigte mit Behinderung ändert sich nichts

VON FRANK HARTMANN
Über diese Brücke gelangen Bewohner und Mitarbeiter in den Hof der 500 Jahre alten Anlage. Die neuen Eigentümer wollen den ursprünglichen Charakter erhalten. - © FOTO: TYLER LARKIN
Über diese Brücke gelangen Bewohner und Mitarbeiter in den Hof der 500 Jahre alten Anlage. Die neuen Eigentümer wollen den ursprünglichen Charakter erhalten. | © FOTO: TYLER LARKIN

Espelkamp. Die Diakonische Stiftung Wittekindshof hat das Schloss Benkhausen und angrenzende historische Gebäude an die Unternehmerfamilie Gauselmann verkauft. Die will die Immobilie in ein Ausbildungszentrum für Mitarbeiter und Nachwuchskräfte der Gauselmann-Gruppe umwandeln. Für die insgesamt rund 200 behinderten Bewohner und Beschäftigten in der Werkstatt sowie für die 90 Mitarbeiter des Wittekindshofes soll alles beim Alten bleiben.

Auch nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages am Dienstag in Espelkamp bleibt Benkhausen ein wichtiger Standort der Diakonischen Stiftung Wittekindshof mit verschiedenen Angeboten für Menschen mit Behinderung. Der Verkauf sei für Benkhausen, die gesamte Region und für den Wittekindshof eine "ideale Lösung".

Familie Gauselmann verbinde wirtschaftlichen Erfolg, kulturhistorisches Interesse und soziale Verantwortung, so Dieter Hakenberg, kaufmännischer Vorstand der Stiftung Wittekindshof. Das Schloss und das Maidenheim seien schon seit längerem nicht mehr als Wohnhaus genutzt worden, da die Auflagen des Brandschutzes und die Anforderungen moderner Behindertenhilfe in den historischen Gebäuden "nicht mit angemessenen Aufwand zu erfüllen" seien.

Die Espelkamper Unternehmerfamilie hat das Schloss und angrenzende historische Gebäude gekauft, um es in ein Ausbildungszentrum umzuwandeln. Mitarbeiter und Nachwuchskräfte der Gauselmann-Gruppe, vor allem aus dem Bereich der Merkur Spielothek aus Deutschland und Europa, sollen sich darin künftig auf Fach- und Führungsaufgaben vorbereiten. "Familie Gauselmann wird den Standort beleben und stärken. Das Ausbildungszentrum ist ein gutes und zukunftsfähiges Projekt", sagte der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke.

Auch künftig werde der Wittekindshof in Benkhausen rund 90 Frauen und Männer in Voll- und Teilzeit beschäftigen, versichert Hakenberg. Sie unterstützen die 58 Menschen mit Behinderung in den Wohnhäusern und die 140 Beschäftigten in der Betriebsstätte (siehe Kastentext). Außerdem beschäftigen sie 20 bis 30 Frauen und Männer, die aufgrund ihrer schweren Behinderung oder weil sie das Rentenalter erreicht haben, nicht in einer Werkstatt arbeiten.

Der gesamte östliche Bereich des Gutes Benkhausen, mit dem Landhaus und den drei modernen Wohnhäusern gehören weiterhin der Stiftung Wittekindshof. "Familie Gauselmann hat großes Verständnis für die Belange der Menschen gezeigt, die in Benkhausen wohnen und arbeiten. Wir haben vertraglich Nutzungsrechte festgelegt. Für die Menschen mit Behinderung ändert sich in Benkhausen trotz Besitzerwechsel nichts", betont Hakenberg. Ein Großteil der Beschäftigten wohnt in den Wittekindshofer Wohnhäusern in Benkhausen, Lübbecke, Nettelstedt und Rahden, betreut in Gastfamilien oder ambulant unterstützt.

Gauselmanns wollen dem mehr als 500 Jahre alten Schloss, das 1962 an die Stiftung verkauft worden war, zu neuem Glanz verhelfen. "Die Familie legt aber Wert darauf, dass der historische Charakter erhalten bleibt", so Sprecher Mario Hoffmeister. Eine völlige Entkernung gebe es nicht. Geplant sei, mit den Umbauarbeiten "so schnell wie möglich" zu beginnen.

Über den Kaufpreis haben beide Seiten vertraglich "Stillschweigen" vereinbart.

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