0
Dr. Christine Fuchs und Berger-Berater Dr. Joachim Kartte nannten Beispiele für bisherige Einsparungen. - © FOTO: TYLER LARKIN
Dr. Christine Fuchs und Berger-Berater Dr. Joachim Kartte nannten Beispiele für bisherige Einsparungen. | © FOTO: TYLER LARKIN

Mühlenkreis-Kliniken bleiben öffentlich

Deutliche Kritik an Personalvertretungen

VON FRANK HARTMANN
12.09.2009 | Stand 11.09.2009, 20:49 Uhr

Lübbecke. Zwei "wesentliche Erkenntnisse" brachte der Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreis-Kliniken (MKK), Dr. Matthias Bracht, gestern zur Vorstellung des Sanierungskonzeptes ins Lübbecker Krankenhaus mit: "Es gibt einen realistischen Weg, den Klinikverbund zukunftssicher aufzustellen" und "Der Träger traut uns diesen Weg zu und engagiert sich ebenfalls." Damit unterstrich Bracht das Ergebnis, zu dem die Berater von Roland Berger gekommen sind: Die MKK sind sanierungsfähig und können in öffentlicher Trägerschaft bleiben.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen in den kommenden drei Jahren Kosten von rund 36 Millionen Euro eingespart werden. "Ohne Qualitätsverlust", betonte Dr. Jan Schaefer (Roland Berger), der das Sanierungskonzept vorstellte. 15 Millionen davon könnten wegfallende Kreditzinsen und Aufwendungen für Abschreibungen bringen, wenn das Land NRW seinen finanziellen Verpflichten zur Unterhaltung von Kliniken in öffentlicher Trägerschaft nachkomme. Das erläuterte Dr. Olaf Bornemeier, für Finanzen zuständiger Vorstand der MKK.

Weitere 21 Millionen sollen im operativen Bereich eingespart werden. Beispielsweise, indem das Johannes-Wesling-Klinikum in Minden auch anderen Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzten seine Kapazitäten und Dienstleistungen anbietet. Aber auch durch die Zusammenlegung der Labore in den Krankenhäusern Lübbecke und Rahden sowie eine verkürzte Aufenthaltsdauer der Patienten um durchschnittlich einen Tag.

Bislang seien etwa 2,8 Millionen gespart worden, unter anderem durch weniger Bestellungen von Reserve-Essen, eine verringerte Putzfrequenz der Büros und Patientenzimmer und einen optimierten Ablauf beim Bettenmanagement, nannte die Projektverantwortliche Dr. Christine Fuchs einige Beispiele. Bracht ergänzte: "Ab 2010 sollen die Mühlenkreis-Kliniken pro Patient nicht mehr draufzahlen", sprich: kostendeckend arbeiten.

Als "durchaus vergleichbar" mit anderen Kliniksanierungen bezeichnete Dr. Joachim Karrte (Roland Berger) die Herausforderungen. Eine Arbeitnehmervertretung, die ihre Mitarbeit derart verweigere habe er allerdings "bisher so nicht erlebt". Die Personalvertretungen zeigten nicht einmal Interesse an den Projektfortschritten.

In diesem Zusammenhang stellte Bracht heraus, dass man die "notwendige Personalanpassung durch natürliche Fluktuation" erreichen könne. Von betriebsbedingten Kündigungen gehe er nicht aus. Statt dessen sollen bis 2012 etwa 220 Vollzeitstellen entfallen, indem Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen, nicht ersetzt und auslaufende Zeitarbeitsverträge nicht verlängert werden.

Zugleich erwartet Bracht von den Beschäftigten, dass sie auch "artverwandte Tätigkeiten übernehmen" und Versetzungen im Haus oder an andere Standorte zustimmen, "um ihren bedrohten Arbeitsplatz zu sichern".

    

Empfohlene Artikel

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

Newsletter abonnieren

Newsletter Lübbecker Land

Im Lübbecker Land sind wir für Sie ganz nah dran an den Themen, die Sie interessieren. Aktuelle Nachrichten, spannende Geschichten, wichtige Infos. Das alles senden wir Ihnen zwei Mal in der Woche, immer am Dienstag und am Donnerstag, in unserem Newsletter zu.

Wunderbar. Fast geschafft!

realisiert durch evolver group