Von den vorher deutschlandweit 102 Liberty-Filialen sind nach dem Insolvenzverfahren noch 73 übrig.
Von den vorher deutschlandweit 102 Liberty-Filialen sind nach dem Insolvenzverfahren noch 73 übrig.

Liberty erfolgreich saniert

370 Arbeitsplätze in 73 Filialen gerettet

Lübbecke (nw). Fünf Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat die Liberty Damenmoden GmbH ihren Sanierungs- und Restrukturierungsprozess abgeschlossen. Mit Beschluss des Amtsgerichts Bielefeld vom 31. August wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben.

Von den vorher 102 Filialen hat Liberty nun bundesweit noch 73 und beschäftigt noch 370 Mitarbeiter. Sämtliche unrentablen Filialen wurden in den letzten Monaten geschlossen. Der Stammsitz mit Logistikzentrum und Verwaltung liegt in Lübbecke. Stefan Meyer, zum Insolvenzverwalter bestellter Fachanwalt für Insolvenzrecht, hat zusammen mit eigenen und externen Sanierungsexperten in den vergangenen Monaten seit Einleitung des Insolvenzverfahrens die Verantwortung für den laufenden operativen Geschäftsbetrieb und die erforderlichen Sanierungsprozesse übernommen. Diese konnten jetzt abgeschlossen werden.

"Das Insolvenzplanverfahren hat im Vergleich zu der durchschnittlichen Dauer eines Regelinsolvenzverfahrens von circa drei Jahren eine äußerst effektive und schnelle Sanierung der Liberty Damenmoden GmbH ermöglicht", sagt Meyer. Neben der überdurchschnittlichen Insolvenzquote von knapp 40 Prozent freue es ihn besonders, dass rund 370 Arbeitsplätze in insgesamt 73 Filialen dauerhaft gesichert werden konnten. Er bedankt sich neben den Gesellschaftern und Beratern der Schuldnerin auch bei den Gläubigern (z.B. Lieferanten) für deren fortwährende Unterstützung im operativen Tagesgeschäft und die überwältigende Zustimmung zum Insolvenzplan.

In den kommenden zwei bis drei Jahren plant Liberty, neue Filialen zu eröffnen und bestehende Filialen zu renovieren. Die jetzt abgeschlossene (gerichtliche/insolvenzrechtliche) Sanierung der Gesellschaft erfolgte auf Basis eines Insolvenzplans. Das Verfahren ermöglicht, abweichend von starren gesetzlichen Regeln mit den Gläubigern eines insolventen Unternehmens eine Einigung in einem umfassenden Gesamtvergleich, dem Insolvenzplan, zu finden.

Nach der Zulässigkeitsprüfung durch das Insolvenzgericht stimmten am 10. August in Bielefeld die Gläubiger über die Annahme des Insolvenzplans ab. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 100 Prozent der abstimmenden Gläubiger wurde der Insolvenzplan angenommen. Mehr als 90 Prozent der fast 400 Gläubiger mit einem Gläubigergesamtvolumen von etwa elf Millionen Euro nahmen an dem Erörterungs- und Abstimmungstermin vor dem Amtsgericht Bielefeld teil.

Sobald der Insolvenzplan rechtskräftig ist, bekommen die Gläubiger nun eine für Insolvenzverfahren überdurchschnittlich hohe Insolvenzquote von knapp 40 Prozent ihrer angemeldeten Forderungen. Den Gläubigern wird die Insolvenzquote noch in dieser Woche ausbezahlt.

Mit erfolgreicher Umsetzung des Insolvenzplans ist es gelungen, rund 370 Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens konnten die Geschicke des Unternehmens nunmehr wieder in die Hände der beiden Geschäftsführer Ruud Schulp (Amsterdam) und Peter Friedrich gelegt werden. Ruud Schulp ist gleichzeitig zusammen mit seinem Partner Klaas Steensma (Steensma verantwortet auch den Einkauf bei Liberty) über die niederländische Bell Rain Regenbekleidung B.V. mittelbar Gesellschafter der Liberty Damenmoden GmbH.

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