Sichere Gerstenernte trotz langer Trockenheit

Landwirte im Kreisgebiet machen sich aber Sorgen um den Weizen

2009-07-20 00:00:00

Kreis Minden-Lübbecke (nw). Eine Rekordernte wie 2008 ist in diesem Jahr nicht zu erwarten. Doch trotz der langen Trockenheit rechnet Karl-Heinz Becker vom Landwirtschaftlichen Kreisverband mit einer normalen Gerstenernte.

Die ersten Mähdrescher im Kreis sind unterwegs. "Das ist zwar früh, aber nicht viel zu früh." Im Frühjahr habe es eine ungewöhnliche Entwicklung gegeben: Die Gerste sei früh in die Ähren gekommen und habe geblüht. Sieben Wochen später, also rein rechnerisch Ende Juni, wäre die Erntezeit gewesen – nun sei man immerhin schon im Juli angekommen.

Im Frühjahr habe die Gerste ausreichend Feuchtigkeit bekommen und sich gut entwickelt. Das bestätigt auch Ortslandwirt Hermann Buhrmester aus Hille. "Bei der Gerste haben wir sichere Erträge." Zur passenden Zeit habe es für die Frucht genügend Feuchtigkeit gegeben.

Durch die Trockenheit der vergangenen Wochen können sich die Landwirte im Kreis nun die Trocknungkosten sparen. "Der Landhandel spricht von einer guten Qualität", sagt der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbands Minden-Lübbecke. Beim Verkauf spiele das Hektolitergewicht eine Rolle und das sei relativ hoch. Die Erträge seien jedoch geringer als im Vorjahr.

Deutlich mehr Sorgen macht sich Karl-Heinz Becker um die Weizenernte. Eigentlich wäre der Zeitraum dafür zwischen dem 5. und 10. August. "Der Weizen reift zu früh, ist jetzt schon sehr hell", bemerkt Becker. "Die Ernte wird unterdurchschnittlich", prophezeit er daher.

Dem stimmen Hermann Buhrmester und der Landwirt Friedrich Hersemann aus Unterlübbe uneingeschränkt zu. "Die Hitze ist dem Getreide nicht bekommen", meint der Ortslandwirt.

Auch beim Mais sieht es momentan nicht gut aus. Schließlich befinde sich das Getreide in der Streckungsphase und brauche daher Karl-Heinz Becker zufolge dringend Regen. "Er rollt schon die Blätter ein", hat Buhrmester beobachtet.

Im Hiller Raum sehe es da sogar noch gut aus, im Bereich Rahden soll der Mais einen geradezu jämmerlichen Eindruck machen, hat er gehört. Im Kreis Minden-Lübbecke wird Mais in großen Mengen angebaut. Die Gemeinde Hille mit ihrer Rindviehhaltung nimmt dabei eine Vorrangstellung ein. Geerntet wird der Mais zwischen September und November.

Im Mindener Land gebe es sehr unterschiedliche Böden, erklärt Becker. In Hille finde man schwere Böden, die mehr Wasser speichern könnten als sandige Böden. Weizen allerdings werde auf leichten Böden angebaut. Beim Mais seien die Sandstandorte deutlich im Nachteil.