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Wolfgang Mandler blickt in das neue religiöse Zentrum der ältesten Mennoniten-Gemeinde Espelkamps. Der erste Gottesdienst hat hier bereits stattgefunden. Das eingeklinkte Foto zeigt das Kreuzsymbol im Foyer, das von einem Mosaik aus Steinen umgeben ist. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Wolfgang Mandler blickt in das neue religiöse Zentrum der ältesten Mennoniten-Gemeinde Espelkamps. Der erste Gottesdienst hat hier bereits stattgefunden. Das eingeklinkte Foto zeigt das Kreuzsymbol im Foyer, das von einem Mosaik aus Steinen umgeben ist. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Ein Haus zum Lobe Gottes

Mennonitengemeinde John-Gingerich-Straße hat neue Kirchenräume bereits angenommen

VON KARSTEN SCHULZ
18.06.2009 | Stand 17.06.2009, 21:13 Uhr

Espelkamp. Die Feuertaufe hat die neue Kirche, gleich neben dem altehrwürdigen Mennoheim, bereits am vergangenen Sonntag bestanden. Mehr als 600 Christen drängten sich in den neuen Räumen und vor allem auch im architektonisch beeindruckenden Sakralraum. Pastor Wilfried Jotter und Gemeindevorstand Wolfgang Mandler stellten im NW-Gespräch übereinstimmend fest: "Es hat alles geklappt. Wir sind sehr zufrieden."

Grund für den Massenandrang der Gläubigen war das traditionelle Tauffest der Mennonitengemeinde John-Gingerich-Straße am Kleihügelsee. Zwölf ältere und jüngere Menschen wurden – wie es bei den Mennoniten Tradition ist – mit dem ganzen Körper untergetaucht, um so Mitglied der christlichen Gemeinschaft zu werden. Anschließend kommen Verwandte, Freunde, Nachbarn und Gemeindemitglieder in der Kirche zusammen, um dieses für jeden Mennoniten wohl wichtigste Ereignis gemeinsam zu feiern.

"Ab sofort finden die sonntäglichen Gottesdienste wieder im eigenen Hause statt", freute sich Wilfried Jotter. Der für gottesdienstliche Zwecke vorgesehene Raum ist so groß, dass Erwachsene und Jugendliche wieder gemeinsam beten und singen können. Viele Jahre lang mussten – aus Platzgründen – im alten Mennoheim die Gottesdienste getrennt über die Bühne gehen.

Die Bauzeit betrug insgesamt zwei Jahre, etwas länger als zunächst vorgesehen war. Trotz dieser langen Zeit hat alles geklappt wie am Schnürchen, freuen sich Mandler und Jotter. Es habe "Gott sei Dank" keine Unfälle gegeben, die Bauarbeiten konnten nach Plan abgewickelt werden. In dieser Zeit traf sich die Gemeinde in der Aula des Söderblom-Gymnasiums. War dort einmal kein Platz, wurde die Gingerich-Gemeinde von den Freunden der Freien Evangelischen Baptisten-Gemeinde (FEBG) gerne aufgenommen.

"Wir sind unseren Nachbarn für ihre Hilfe sehr dankbar. Das ist eine gute, christliche Gemeinschaft hier", sagt Jotter.

Zunächst wird die inzwischen rund 560 Mitglieder zählende Gemeinde ihr neues christliches Zentrum peu à peu mit Leben füllen. Erst wenn sich hier alle Gruppen etabliert haben, soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hierfür steht der Termin bereits fest: Am Samstag, 22. August, können sich alle Bürger Espelkamps beim Tag der offenen Tür einen eigenen Eindruck machen von der neuen Kirche in Espelkamp.

Am Sonntag, 23. August, erfolgt die offizielle Einweihung. Noch sind nicht alle anfallenden Arbeiten erledigt, aber es kann sich nur noch um einige Wochen handeln, bis die letzten Handwerker das große Haus verlassen haben. Anschließend wird es eine Ruhepause geben, bevor im zweiten Bauabschnitt etwa ab Mitte kommenden Jahres das Hausmeister-Haus gebaut wird. Anschließend wird das alte Menno-Heim abgerissen. Zwischen dem Haus und der Kirche wird eine Art Platz entstehen, der räumlich begrenzt ist. Dadurch besteht für die Gemeinde in Zukunft die Möglichkeit ihre Feste vermehrt auch draußen zu feiern.

Im Kellerbereich des neuen Gemeindezentrums mit Kirche sind acht Räume eingerichtet worden. Sie gruppieren sich um einen großen, zentralen Mittelraum, der eine Treffpunktfunktion hat.

Zukünftig wird ein Kreuzsymbol im Foyer des Zentrums bis nach draußen zur Gingerich-Straße leuchten. Um das Symbol herum gruppieren sich unterschiedlich große Steine. Sie stammen von Gemeindegliedern, die am letzten Gottesdienst in der alten Mennonitenkirche teilgenommen haben.

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