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Gut geschützt: Das Cape, das Andrea Becker (l.) zeigt, ist eine umweltfreundliche Alternative zur klassischen Hemdfolie. Inhaberin Sabine Elschner (r.) findet die praktischen Capes richtig gut. - © Kirsten Tirre
Gut geschützt: Das Cape, das Andrea Becker (l.) zeigt, ist eine umweltfreundliche Alternative zur klassischen Hemdfolie. Inhaberin Sabine Elschner (r.) findet die praktischen Capes richtig gut. | © Kirsten Tirre

Lübbecke Umweltschutz: Warum das Hemd nicht mehr in die Tüte kommen soll

City-Reinigung in Lübbecke will mit Kleiderschutz-Capes ein Zeichen für den Umweltschutz setzen. Welche Vorteile die Capes haben.

Kirsten Tirre
10.11.2019 | Stand 08.11.2019, 21:29 Uhr

Lübbecke. Eine Reinigung und Umweltschutz, wie passt das denn zusammen? Ganz einfach, indem für den Transport der Kleidung von der Reinigung bis nach Hause statt Folien und Plastiktüten ein Mehrwegschutz zum Einsatz kommt. Die City-Reinigung in Lübbecke gehört zu den ersten Reinigungen in der Region, die ihren Kunden als Alternative zum Plastik eine Mehrwegverpackung anbietet. Das Kleiderschutz-Cape (mypolybag) kann mehrfach verwendet werden und bietet Hemden, Blusen, Anzügen, Kleidern und Jacken einen optimalen Schutz. Einweg-Plastiktüten, Verpackungen und Folien gelten als Symbol der Wegwerfgesellschaft. Herstellung und Transport verbrauchen Ressourcen, belasten das Klima und verschmutzen die Weltmeere. Umweltschützer fordern daher seit Langem, lieber auf nachhaltige Mehrweglösungen zu setzen. Von den meisten Geschäften wird seit Juli 2016 als freiwillige Selbstverpflichtung des Handelsverbands HDE ein Entgelt für Tüten genommen, um den Verbrauch zu senken und das Umweltbewusstsein zu stärken. Das ist in der City-Reinigung nicht anders. Inhaberin Sabine Eschner wollte noch mehr für die Umwelt tun. Sie führt die Reinigung im Modehaus Böckhaus  seit 1985 und hat sie von ihrer Mutter Irmtraud Eimertenbrink übernommen. Von den Kleiderschutz-Capes hatte Sabine Escher schon gehört, doch so richtig überzeugt waren sie und ihre Mitarbeiterin Andrea Becker erst nach dem Besuch einer Hausmesse für Reinigungszubehör in Melle. "Wir fanden das richtig gut", sagt Andrea Becker. Das Prinzip ist ganz einfach Bestellt wurden erst einmal zehn Capes, die es in zwei Größen gibt. Das Prinzip ist einfach: Die Kunden können die Capes entweder für zehn Euro pro Stück kaufen oder sie gegen eine Pfandgebühr von zehn Euro leihen - auch dauerhaft. So kann die Kleidung immer wieder mit dem Cape in die Reinigung gebracht werden. Der Mehrwegüberzug kann bei 40 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden, als besonderen Service für die Kunden übernimmt die Reinigung aber auch die kostenlose Wäsche des Capes. Die Kleidung ist rundum gut geschützt In dem Mehrwegbeutel lässt sich die Kleidung nicht nur gut transportieren. Auch daheim dient das Cape zum sicheren und staubgeschützten Aufbewahren hängender Kleidung auf der Kleiderstange oder in offenen und begehbaren Schränken. Da die Kleidung ringsum verschlossen ist, ist das Cape auch ein guter Schutz gegen Ausbleichen durch Sonnenlicht oder gegen Motten. Es gibt ein Einschubfach für Kärtchen, die sich zum Beispiel mit "Hemden", "Pullover" oder "Anzug" beschriften lassen. Unter einen Cape passen bis zu zehn Teile. Gleich in der ersten Woche gingen die Kleidercapes weg wie warme Semmeln. Die Mitarbeiter der Reinigung sind begeistert, dass das neue Angebot, das der Umwelt zugutekommt, von den Kunden so gut angenommen wird. Daher wird gleich Anfang der Woche neu bestellt. 2020 sollen Plastiktüten ohnehin verschwinden.

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