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Noch im Dienst: Die Steinmann-Orgel. Archivfoto: Lena Henning - © Lena Henning
Noch im Dienst: Die Steinmann-Orgel. Archivfoto: Lena Henning | © Lena Henning

Lübbecke 100.000 Euro für eine neue Orgel in Lübbecke

Kirch- und Orgelbauverein übergibt der evangelischen Kirchengemeinde eine stattliche Spende für ein neues Instrument.

Michael Grundmeier
09.11.2019 | Stand 08.11.2019, 18:19 Uhr

Lübbecke. Eine neue Orgel ist teuer, richtig teuer. Rund eine Million Euro, schätzt Kantor Heinz-Hermann Grube, könnte das Instrument kosten. Den Anfang hat jetzt der Kirch- und Orgelbauverein Lübbecke gemacht, der der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde einen Betrag in Höhe von 100.000 Euro übergab. Noch versieht sie ihren Dienst, die alte Orgel in der St.- Andreas-Kirche. Aber es gibt Probleme, vor allem, was ihren Klang und ihre Spielbarkeit angeht. „Es sind vor allem technische Mängel, so sollte das erste Manual beispielsweise leichtgängig sein, das ist es aber nicht", macht Kantor Grube deutlich. "Wie in einem Märklin-Kasten" Und das Material, das bei der Renovierung in den 60er-Jahren verwendet worden sei, würde man heute nicht mehr nehmen. Darüber hinaus hingen die Windläden „leicht durch" und drinnen sähe es aus, wie in einem „Märklin-Kasten": „Das würden wir uns heute anders wünschen". Dass die zweimanualige Orgel (26 Register) nicht mehr „state of the art" ist, war schon bei der Generalüberholung im Jahr 2012 aufgefallen. Ein Jahr später hatte sich – angestoßen von Kantor Grube – der Orgelbauverein Lübbecke gegründet. Sein Ziel: den Bau einer Orgel „zu fördern und zu begleiten". Die neue Orgel soll den „modernen liturgischen und künstlerischen Anforderungen", die die St.-Andreas-Gemeinde hat, besser entsprechen. Denn: „Wir haben viel klassische Orgel- und Chormusik, deshalb war es ein lang gehegter Wunsch, hier mehr zu tun", macht der Kantor deutlich. Im Grunde sei die alte Orgel zu klein, die neue Orgel soll über drei Manuale und 36 bis 40 Register verfügen. Erst muss die Sanierung der Kirche abgeschlossen sein Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst muss die Sanierung der Kirche (Geruch, Feuchtigkeit) abgeschlossen sein, „sonst macht das keinen Sinn", erläuterte Friedrich Föst, der 1. Vorsitzende des Vereins. Weil beide Projekte „zusammen gefahren" werden sollen, hat sich der Verein Ende Juni in Kirch- und Orgelbauverein umbenannt (vorher Orgelbauverein). Ziel sei es, die Aktivitäten auf eine breitere Basis zu stellen und die hohe Bedeutung der Andreaskirche und ihrer Orgel nicht nur im religiösen, sondern auch im kulturellen Bereich in den Blick zu nehmen. Der Verein hofft auf viele weitere Spenden Den unter Denkmalschutz stehenden Orgelprospekt bezeichnete Föst als einen „echten Schatz". Erbauer Cord Krüger (17. Jahrhundert) gilt als Mitbegründer der norddeutschen Orgelbaukunst und Wegbereiter des berühmten Arp Schnitger. Das Werk (also die Pfeifen und Register) wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut und überarbeitet, zuletzt 1961. Für das Projekt „Orgelbau" hofft der Verein auf „viele weitere Spenden", sowie Fördergelder. Die 100.000 Euro sind das Resultat von Spenden, anderen Erträgen und einem Vermächtnis.

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