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Rund 90 Bürger aus dem ganzen Lübbecker Land kamen in die Stadthalle, um den Landratskandidaten der SPD kennen zu lernen und Fragen zu stellen - © Joern Spreen-Ledebur
Rund 90 Bürger aus dem ganzen Lübbecker Land kamen in die Stadthalle, um den Landratskandidaten der SPD kennen zu lernen und Fragen zu stellen | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke SPD-Landratskandidat Ingo Ellerkamp stellt sich im Mühlenkreis vor

Ärztemangel, Breitbandausbau, Arbeitsplätze - Ingo Ellerkamp bewirbt sich um das höchste Verwaltungsamt im Kreis und ist überzeugt, dass die besten Lösungen sich nur im Miteinander finden lassen

Frank Hartmann
08.11.2019 | Stand 07.11.2019, 16:56 Uhr

Lübbecke. Busverkehr, Sichere Arbeitsplätze und Tariftreue, Breitbandausbau, Ärzteversorgung, Inklusion und Multifunktionshalle in Minden – das sind einige der Themen, die die Bürger im Lübbecker Land beschäftigen. Gut 90 Zuhörer nutzten jetzt die Gelegenheit, Ingo Ellerkamp ihre Fragen dazu zu stellen. Ellerkamp ist der Landratskandidat der SPD und startete am Mittwochabend seine Vorstellungstour im Mühlenkreis in der Lübbecker Stadthalle. An den Beginn seiner halbstündigen Ausführungen stellte Ellerkamp den Satz: „Nur im Miteinander finden wir die besten Lösungen für die Menschen vor Ort." Diese Aussage zog sich inhaltlich wie ein roter Faden durch die insgesamt 75 Minuten, in denen ihm Fragen aus sehr verschiedenen Bereichen gestellt wurden. Grundsätzlich spüre die Partei zwar „Gegenwind" auf anderen Ebenen – gemeint waren Land und Bund. Im Mühlenkreis sei die SPD aber „selbst dafür verantwortlich, ob wir Erfolg haben oder nicht", so der 46-jährige Petershäger. Bei Auffälligkeiten will er handeln Auf die Frage, was der Kreis gegen Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland tun könne, sagte Ellerkamp, Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft seien „alltägliches Geschäft" für einen Landrat. Zudem stehe er für eine Wirtschaftsförderung, an der Kreis und Kommunen beteiligt seien, sowie für interkommunale Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden, etwa bei der Vergabe von Gewerbeflächen. Wenig Spielraum sieht er hingegen bei Verstößen gegen Tariftreue, für die ein Zuhörer den Neubau des Klinikums Minden und die Stadtschule Lübbecke als Beispiele nannte. Das Vergaberecht sei eng und bindend, so Ellerkamp, „da können wir nicht viel mehr machen". Bei Auffälligkeiten jedoch „muss man handeln". Bei der Ärzteversorgung sieht Ellerkamp Chancen in der Zusammenarbeit der Kommunen untereinander und der Kommunen mit dem Kreis. Das Werben um Ärzte mit Prämien, mit denen die Städte versuchten, sich gegenseitig zu überbieten, bezeichnete er hingegen als „Kannibalismus, der uns schadet". Zu den Mühlenkreiskliniken sagte er, auf ihnen laste der Druck, wirtschaftlich zu sein und sich zu spezialisieren. Ellerkamp sprach sich dafür aus, die Finanzierung des Klinikverbundes „nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen" und bei Überlegungen zur Zukunft der MKK auch die „Bürgermeister einzubeziehen". Ja zur Multifunktionshalle in Minden Kritisch zeigte sich der Lübbecker Baudezernent, was die Inklusion betrifft. Ein Gelingen sei im aktuellen System nicht gewährleistet: „Das läuft nicht optimal." Dem stellte er unter anderem den „Markenkern" der Partei entgegen: Gerechtigkeit und Solidarität. Positiv bewertete er hingegen den geplanten Bau einer Multifunktionshalle in Minden: „Auch wenn Stemwede und Pr. Oldendorf sich nicht nach Minden orientieren, profitiert der Altkreis Lübbecke", ist Ellerkamp überzeugt und will das an Kosten für die sanierungsbedürftige Kampahalle eingesparte Geld lieber in eine Multihalle stecken. Vor zu hohen Erwartungen warnte der Landratskandidat beim ÖPNV und beim Breitbandausbau: Man könne „nicht jede Milchkanne" an das Bus- und an das Glasfasernetz anschließen.

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