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Steinige Kunstwerke: Bei den Motiven sind keine Grenzen gesetzt. - © Sandra Spieker
Steinige Kunstwerke: Bei den Motiven sind keine Grenzen gesetzt. | © Sandra Spieker

Lübbecker Land Das steckt hinter den bunten Steinen im Lübbecker Land

Katja Giszas bemalt und versteckt Steine. Sie gründete die Facebook-Gruppe "LKiesel". Die Idee dahinter: Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Sandra Spieker
08.11.2019 | Stand 08.11.2019, 08:11 Uhr

Lübbecke. Bunte Steine liegen am Wegesrand, auf einer Parkbank oder am Rande der Fußgängerzone. Manche sind mit schönen Bildern bemalt, andere belohnen den Finder mit einem aufmunternden Spruch. Was hat es damit auf sich?, mag sich so mancher gefragt haben. Auf vielen steht der Schriftzug "LKiesel". Dahinter steckt eine Idee der Lübbeckerin Katja Giszas, anderen Menschen ein Lächeln aus Gesicht zu zaubern, nachdem sie von dem weltweit verbreiteten Trend "Rockhiding" (Steine verstecken) inspiriert wurde. Das Konzept ist ganz einfach: Bemalte Steine, egal ob mit Bildern oder Sprüchen, werden irgendwo ausgelegt. Der Finder macht ein Foto mit dem Stein am Fundort, postet es bei Facebook und legt den Stein an einer anderen Stelle wieder ab. Mittlerweile ist Katja Giszas lange nicht mehr die Einzige im Lübbecker Land. Ursprünglich stammt der Trend aus den USA. Begonnen hat alles auf Cape Cod, wo Megan Murphy beim Spazierengehen am Strand bemalte Steine auslegte. Das war im Jahr 2015. Der Trend des „Kindness Rocks Project” (deutsch: Freundliche-Felsen-Projekt) schwappte über England in den vergangenen Monaten auch nach Deutschland - und nun an den Wiehen. Trend stammt aus den USA Als Katja Giszas Urlaub hatte, sah sie bei Facebook die Seite "Weserstones", der sie beitrat - und dachte sich: So etwas könnte auch in Lübbecke funktionieren. Sie erinnert sich noch genau: Am 11. September gründete sie die Facebook-Gruppe \"LKiesel\". "Der Name passte einfach." Nachgedacht hatte sie zuvor auch über "Lübbecke rocks". Am gleichen Abend hatte die Gruppe schon 50 Mitglieder, eine gute Woche später schon 100. Derzeit sind es 212. "Die Gruppe lebt von ihren Mitgliedern", freut sie sich über die Resonanz. Ganz unterschiedliche Motive - vom Bierbrunnen über Tiere und Blumen bis hin zu aufmunternden Sprüchen - alles ist möglich, was gefällt. Oftmals gebe die besondere Form des Steins auch schon das Motiv vor. "Wegen des Urheberrechts sollte man nur bei Logos aufpassen", sagt Katja Giszas. Und auch ein paar Regeln beachten: Ausgelegt werden sollten die Steine nur dort, wo sie niemanden gefährden können. Also nicht mitten auf dem Gehweg oder an einem Ort, von dem sie herabfallen könnten. Bearbeitung mit Acrylfarbe und Klarlack Mit Acrylfarbe und Pinsel verziert Katja Giszas, die als Betreuungskraft im Matthäus-Seniorenzentrum arbeitet, ihre Steine. "Dann gehe ich mit Klarlack noch einmal darüber." Sie freut sich besonders, dass auch einige Kinder mitmalen. Sie selbst habe als Kind auch schon Steine bemalt. Das sei nicht neu, neu aber das Auslegen und die Interaktion durch die sozialen Medien. „Die Menschen gehen so vielleicht wieder mit offenen Augen durch die Welt und schauen nicht nur aufs Handy." Mit ihren Kiesel-Kunstwerken hofft Katja Giszas, genau das zu erreichen. Kinder und Menschen allen Alters sollen Zeit in der Natur verbringen und jeder dabei gefundene Kiesel könnte ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Kurios ist: Sie selbst hat schon viele "versteckt", aber noch keinen bemalten Stein gefunden. An diesem Tag legt sie fünf weitere kleine Kunststücke in Lübbecke aus - mit dem Lübbecker Stadtwappen, mit einem Mandala, einem türkisfarbenen Bulli, einer Eule und einem schönen Spruch. Hat sie vielleicht schon jemand gefunden?

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