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Der zentrale Lübbecker Busbahnhof soll im Zusammenhang mit der Planung des Einkaufszentrums "Westertor" an den Niederwall verlegt werden - © Torsten Hagemann
Der zentrale Lübbecker Busbahnhof soll im Zusammenhang mit der Planung des Einkaufszentrums "Westertor" an den Niederwall verlegt werden | © Torsten Hagemann

Lübbecke Jetzt wird demonstriert: Bürger wollen Busbahnhof in Lübbecke retten

Gegen die Pläne der Stadt formiert sich Widerstand. Für Samstag ist eine Demonstration in der Lübbecker Innenstadt geplant. Das sind die Hintergründe.

Joern Spreen-Ledebur
09.10.2019 | Stand 09.10.2019, 15:29 Uhr

Lübbecke. Auf dem Areal des alten Kaufhauses Deerberg und angrenzenden Flächen soll das Westertor-Projekt gebaut werden. Das große Einkaufszentrum soll die Lübbecker Innenstadt beleben. Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Westertor-Projektes ist die Verlegung und Verkleinerung des Busbahnhofes. Der würde an den Rand des Niederwalls verlegt. Während die Stadt Lübbecke diese Verlegung plant, gibt es Widerstand. So hatte jüngst der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den jetzigen Busbahnhof gelobt und eine Verlegung kritisiert. Kritik richtet sich unter anderem daran, dass Schüler künftig den stark befahrenen Niederwall überqueren müssten, um zum ZOB zu gelangen. Bürger wollen Planungen nicht mehr hinnehmen Gegenwird für die Planungen von Stadt und Investor HBB bezüglich des Busbahnhofes kommt nun auch von Bürgern. Sie beklagen auch, dass zahlreiche Bäume abgeholzt werden sollen. Zum Auftakt einer Demonstrationsreihe ruft ein Zusammenschluß Lübbecker Bürger am kommenden Samstag, 12. Oktober, um 11 Uhr zur Demonstration "Für den Erhalt des Lübbecker Busbahnhofs und aller Linden am Niederwall" auf. In Zeiten des Klimawandels ist es aus Sicht der Veranstalter unverständlich, "dass ein gut funktionierender Busbahnhof verkleinert werden soll." Selbst Politiker vor Ort hätten sich zum Ziel gesetzt, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu stärken und möchten eine Steigerung des Passagieraufkommens von bis zu 30 Prozent. "Für dieses sinnvolle Ziel bietet der jetzige ZOB optimale Bedingungen", teilten die Organisatoren mit. Warum die Bäume erhalten werden müssen Auch das geplante Abholzen alter Bäumen stehe im Widerspruch zu einer nachhaltigen Stadtplanung. Ein einziger alter Baum binde an jedem einzelnen Tag bis zu 10.000 Liter Kohlendioxid, produziere Sauerstoff für bis zu zehn Menschen und trage durch Verdunstung von bis zu 400 Liter Wasser zu einer Kühlung der Innenstadt und somit zu einem gesunden Stadtklima bei, betonen die Organisatoren. Die Veranstalter finden daher, "dass ein gesunder alter Baum gerade im innenstädtischen Raum unersetzbar ist und nicht gefällt werden darf". Treffpunkt für die Demonstranten ist am Samstag der Burgmannshof am Lübbecker Marktplatz. Von dort geht es gemeinsam durch die Innenstadt bis zum Busbahnhof. Bei der angemeldeten Demonstration können Plakate, Schilder, Trillerpfeifen und Tücher für die Bäume mitgebracht werden.

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