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Echtrasenplätze gelten als überspielt. Kunstrasen ist da eine Alternative. - © Wolfgang Rudolf
Echtrasenplätze gelten als überspielt. Kunstrasen ist da eine Alternative. | © Wolfgang Rudolf

Lübbecke Stadt Lübbecke will Verbot von zentralem Kunstrasenplatz zuvorkommen

Im Januar hatte der Bauausschuss sich noch für eine Gummimischung als Verfüllmaterial ausgesprochen. Davon ist das Gremium jetzt abgewichen. Nun soll die Verwaltung unbedenkliche Materialien suchen.

Frank Hartmann
06.09.2019 | Stand 06.09.2019, 13:51 Uhr

Lübbecke. Im Januar hatte der Bauausschuss den Bedingungen für eine Ausschreibung zum Bau eines Kunstrasenplatzes an der Kreissporthalle zugestimmt und sich entgegen der Einwände der Grünen für eine EPDM-Naturfaserverfüllung ausgesprochen. Aus heutiger Sicht sei der damalige Beschluss „nicht mehr empfehlenswert", so Baudezernent Ingo Ellerkamp am Mittwoch im Bauausschuss. Hintergrund: EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, ein witterungsbeständiges Gummi. Angesichts der politischen Mikroplastik-Diskussion und des Risikos, dass ein Verbot von Kunstrasenplätzen droht, hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, die Planung fortzusetzen, aber nach Alternativen zu EPDM zu suchen. Der Ausschuss folgte diesem Vorschlag – mit einer Ausnahme: Reinhard Thie (Grüne) stellte den Antrag, den im Januar gefassten Beschluss aufzuheben, „damit uns alle Wege offen stehen". Er fand aber keine Unterstützung. Kostenschätzung derzeit nicht möglich Die anderen Fraktionen folgten der Argumentation der Verwaltung, die die Planung eines Kunstrasenplatzes nun „weiter vorantreiben" wird. Ellerkamp machte deutlich, dass er das im Januar von den Grünen ins Spiel gebrachte Material Kork für „nicht der Weisheit letzter Schluss" hält. Zu Kork werde es sicher Alternativen geben. Welche Auswirkungen ein anderes Einfüllgranulat auf die Kosten für den Kunstrasen haben werde – eine Frage, die schon vor acht Monaten gestellt wurde und die jetzt Hans-Martin Berger (CDU) wiederholte – konnte Ellerkamp nicht beantworten. Unbedenkliches Infill gesucht Auch welches Material künftig genehmigungsfähig ist, ist offenbar noch unklar. „Eventuell nur noch Quarzsand", so der Baudezernent, der genauere Vorgaben bis Mitte kommenden Jahres erwartet: „Heute kann ich Ihnen nicht verbindlich sagen, wohin die Reise geht." Klar sei, ergänzte Bürgermeister Frank Haberbosch: „Wir wollen einen Kunstrasenplatz bauen, aber mit unbedenklichem Infill." Echtrasenplätze gelten als überspielt Zufrieden mit dem Beschluss zeigte sich der Ausschussvorsitzende Günter Bösch (SPD), der sagte, man sei den Sporttreibenden gegenüber „in der Schuld". Ins Rollen gekommen war das Thema Kunstrasenplatz vor einigen Jahren, weil die Rasenplätze in Lübbecke als „überspielt" gelten und mehrere Sportvereine sich für einen zentral gelegenen Kunstrasenplatz ausgesprochen hatten.

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