Lübbecke Big Band der Bundeswehr freut sich auf Lübbecke

Michael Grundmeier
12.06.2019 | Stand 11.06.2019, 18:56 Uhr

Herr Langendorf, können Sie sich noch an das erste Konzert in Lübbecke erinnern? JOHANNES LANGENDORF: Das Konzert ist mir noch in guter Erinnerung. Einmal wegen der außerordentlich guten Vorbereitung und dann weil es so erfolgreich war. Das Konzert war sehr gut besucht, der ganze Platz war voll. Aus diesem Grund sind wir auch so schnell wieder nach Lübbecke zurückgekommen. Was die Zukunft angeht: Aus unserer Sicht spricht nichts gegen eine Serie. Wir kommen gerne in zwei, drei Jahren wieder nach Lübbecke. Was für Highlights sind für dieses Konzert geplant? LANGENDORF: Wir werden einen Tag in Lübbecke sein, mit unserer großen, transportablen Bühne. Dabei haben wir 25 Musiker und ein großes Team von Betreuern und Technikern. Wir spielen Bigband-Klassiker und überhaupt Swing, Rock und Pop, beispielsweise das Thema des Films „Moulin Rouge" oder ein Medley der „Jackson Five". Aus all diesen Bereichen spielen wir das beste. Das einzige, was wir nicht spielen, ist ein Marsch, wir sind eine Bigband und hätten dafür gar nicht die richtige Besetzung. Wir kommen immer dann zum Einsatz, wenn es nicht so formell und steif zugehen soll. Was passiert bei schlechtem Wetter? LANGENDORF: Wir spielen weiter – solange die Sicherheit nicht beeinträchtigt ist, also beispielsweise die Elektrik unserer LED-Lichtshow-Wand. Wir hatten mal ein Konzert in St. Peter Ording, wo es gestürmt und geregnet hat. Da können wir nicht einfach sagen: So jetzt hören wir auf zu spielen. Wir wollen die Menschen, die extra wegen uns gekommen sind, schließlich nicht enttäuschen. An welche Highlights erinnern Sie sich? LANGENDORF: Wir waren beispielsweise in Malaysia und haben da zu Weihnachten ein Konzert gegeben – bei tropischer Witterung. Die Menschen auf Malaysia stehen total auf Santa Claus und Schnee und Weihnachtslieder. Wir haben also bei 35 Grad kitschige Weihnachtslieder gespielt. Das war schon besonders. Wir haben aber auch schon in Moskau oder direkt am Gardasee gespielt. Weitere Highlights waren die Konzerte mit Klaus Lage, Till Brönner oder auch der Deutsche Sportpresseball mit James Blunt. Wir werden aber auch bei der Truppenbetreuung eingesetzt. Im Ausland verstehen wir uns als Botschafter Deutschlands, als eine klingende Visitenkarte Deutschlands. Wir zeigen, dass Deutschland nicht so hüftsteif ist, wie vielleicht manche glauben. Ist eine freie Stelle in der Big Band sehr begehrt? Oder gibt es Nachwuchssorgen? LANGENDORF: Im Gegenteil. Wenn Stellen frei werden, sind diese außerordentlich begehrt und wir haben sehr viele Bewerbungen. Die Bewerber werden dann zu einem Casting eingeladen, bei dem die gesamte Big Band anwesend ist. Die Musiker entscheiden dann, wer weiter kommt. Danach müssen die angehenden Musiker erst einmal in eine siebenmonatige Zusatzausbildung. Denn: Wir sind zwar professionelle Musiker, aber eben auch Soldaten. Die soldatischen Grundfähigkeiten müssen deshalb immer erhalten bleiben. Begehrt sind die Plätze einmal wegen der Qualität der Big Band, aber auch deshalb, weil es nur noch vier feststehende Big Bands in Deutschland gibt – wir sind eine davon. Bei uns ist jeder Musiker hoch qualifiziert und zugleich auch ein Solist auf seinem Instrument.

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