Voll besetzt war der große Saal des St. Andreas-Gemeindehauses beim ersten Inklusionsfrühstück des Behindertenbeirats Lübbecke. - © Robert Rolf Grundmann
Voll besetzt war der große Saal des St. Andreas-Gemeindehauses beim ersten Inklusionsfrühstück des Behindertenbeirats Lübbecke. | © Robert Rolf Grundmann

Lübbecke Inklusionsfrühstück schmeckt allen

Aktionswoche: Behindertenbeirat und Diakonisches Werk begrüßen zur Premiere mehr als 120 Gäste. Örtliche Akteure sind als Kooperationspartner mit im Boot

Robert Rolf Grundmann
29.04.2019 | Stand 29.04.2019, 17:37 Uhr

Lübbecke. Die ersten Gäste hatten sich schon weit vor dem Beginn des ersten Inklusionsfrühstücks ihre Plätze gesichert und es sich an den ansprechend gestalteten Tischen im St.-Andreas-Gemeindehaus gemütlich gemacht. Lutz Schäfer als Vorstand der Diakonie im Kirchenkreis Lübbecke und Michael Biesewinkel als Vorsitzender des Behindertenbeirats konnten am Ende mehr als 120 Menschen mit und ohne Behinderungen willkommen heißen. Inklusive Momente erlebbar machen Dem Beirat gehe es darum, so der Vorsitzende in seiner Begrüßung, praktisch etwas zu tun, in und für Lübbecke etwas zu erreichen, dass die Inklusion voranbringe. Ein Vormittag wie dieser sei eine solche praktische und außerdem sehr schöne Möglichkeit, etwas für die Inklusion zu tun. Viele helfende Hände hätten es unbürokratisch ermöglicht, inklusive Momente zu schaffen und erlebbar zu machen. Dies sei auch die Gelegenheit, Anregungen zu geben und Wünsche zu äußern: "Sie dürfen uns sozusagen Hausaufgaben geben und wir erledigen die dann gewissenhaft." Reden in Gebärdensprache übersetzt Diese Begrüßungsworte wurden wie alle anderen Ansprachen und Redebeiträge simultan von Julia Kühler und Mechthild Steinhauer in Gebärdensprache übersetzt und waren in leichter Sprache über Kopfhörer abrufbar. Gäste und Mitwirkende konnten sich dann den herzhaften und den süßen Dingen zuwenden, die auf allen Tischen bereitstanden und zwischen den Programmpunkten in Lautsprache oder mit Gebärden Gedanken und Erfahrungen austauschen, auch den einen oder anderen Tipp geben. Mit August Buskies und Anja Schneider kamen zwei Menschen zu Wort, die mit ihren jeweiligen Behinderungen ihren Weg in einer wenig inklusiven Welt gegangen sind und noch gehen und dabei viel erreicht haben. Der eine engagiert sich als Inklusionsbotschafter und Vorstandsmitglied des Vereins "Mensch zuerst", der Menschen mit Lernbehinderungen zur Seite steht. Die andere zeigt als Beraterin der "Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung" (EUTB) Hannover Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen oder deren Angehörigen Lösungswege auf, zum Beispiel wenn es darum geht, als Eltern (-teil) Kinder großzuziehen. Alle Augen ruhten auf dem ZauberTiger Zu den beiden Vorträgen gab es die eine oder andere Frage aus dem Publikum und natürlich auch Kommentare. Als Günter Sibrowski seinen Beitrag gebärdete, waren plötzlich auch die "behindert", die sonst ohne Einschränkungen durchs Leben gehen - ohne die Hilfe der Gebärdendolmetscherin verstanden sie kein Wort. Die Augen aller ruhten auf Tom Hölscher, der als "TomZauberTiger" vollendet eine der kleinen Zaubernummern präsentierte, die er im Rahmen eines integrativen Zirkusprojekts in Börninghausen erarbeitet hatte. Kerstin Brinkmann, die für Lübbecke zuständige Fachfrau der "Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung", wies auf ihr Beratungsangebot hin und ergänzte, dass auch in Minden, Bad Oeynhausen, Petershagen und Espelkamp Sprechstunden eingerichtet seien. Behindertenbeirats-Vorsitzender Michael Biesewinkel und seine Stellvertreterin Kerstin Wöbbeking dankten allen, die vor und hinter den Kulissen zum Gelingen des Inklusionsfrühstücks beigetragen hatten nicht nur mit Worten, sondern legten in die helfenden Hände auch kleine Präsente in Form von Blumensträußen und Süßigkeiten.

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