Eingang zur Staatsanwaltschaft Bielefeld an der Rohrteichstraße. Hier hat die Evangelische Landeskirche den Vorfall angezeigt - © BARBARA FRANKE
Eingang zur Staatsanwaltschaft Bielefeld an der Rohrteichstraße. Hier hat die Evangelische Landeskirche den Vorfall angezeigt | © BARBARA FRANKE

Lübbecke Evangelischer Pfarrer des Ludwig-Steil-Hofs unter Verdacht

Lübbecker Land. Ein Pfarrer der evangelischen Kirche von Westfalen, der in einer diakonischen Einrichtung im Kirchenkreis Lübbecke tätig war, ist mit sofortiger Wirkung von allen seinen Aufgaben entbunden worden. Das teilte Andreas Duderstedt, Sprecher der evangelischen Kirche von Westfalen am Freitag mit. Zur Begründung sagte 
Duderstedt, es seien Vorwürfe gegen den Pfarrer erhoben worden, er habe „die sexuelle Selbstbestimmung einer erwachsenen Bewohnerin durch das Zeigen eines anstößigen Fotos verletzt". Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet Bis die Vorwürfe geklärt 
seien, gelte die Unschuldsvermutung, betont Duderstedt. Gleichwohl hat das Landeskirchenamt zur Klärung der Vorwürfe ein Disziplinarverfahren gegen den Geistlichen eingeleitet und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld erstattet. Auf Anfrage der Neuen Westfälischen sagte der Superintendent des Kirchenkreises Lübbecke, Uwe Gryczan, die Angelegenheit liege „nicht in meinem Kompetenzbereich", da es sich um einen Pfarrer der Landeskirche handele. Zuständig für Auskünfte sei ausschließlich Duderstedt. Vorwürfe sollen "störungsfrei" aufgeklärt werden Lutz Schäfer, Geschäftsführer der Diakonie in Lübbecke, versicherte, er habe von der Angelegenheit gehört, „aber wir sind es nicht". Aus sicherer Quelle erfuhr die NW, dass der Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp betroffen ist. Mehr 
Details waren am Freitag allerdings nicht in Erfahrung zu bringen. Denn Andreas Duderstedt von der Landeskirche, die „Herrin des Verfahrens" ist, möchte sicherstellen, „dass die Vorwürfe störungslos und ohne Verzögerung aufgeklärt werden können". Es handele sich zwar um eine „heikle Sache", aber mehr als einen Verdacht gebe es bislang nicht. Auf Nachfrage sagten der Sprecher der Landeskirche und auch der Superintendent abschließend, ihnen seien keine Fälle aus den vergangenen Jahren bekannt, in denen der Kirchenkreis Lübbecke von einem solchen oder einem ähnlichen Vorfall betroffen gewesen sei.

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