Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, und der Landessprecher der NRW-AfD, Thomas Röckemann, sprachen in der Lübbecker Stadthalle. - © Joern Spreen-Ledebur
Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, und der Landessprecher der NRW-AfD, Thomas Röckemann, sprachen in der Lübbecker Stadthalle. | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke EU-Austritt ins Spiel gebracht

Auftritt von Alice Weidel in Lübbecke von Demo begleitet


Lübbecke. Die Staatsanwaltschaft Konstanz ermittelt wegen des Verdachts auf illegale Parteispenden gegen den AfD-Kreisverband von Alice Weidel. Die Konstanzer Kollegen der Staatsanwaltschaft Zürich sicherten nun Unterstützung zu. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, sprach am Freitag in der Lübbecker Stadthalle. Sie erreichte Lübbecke später als geplant. Die deutliche Verspätung sei ihr peinlich, sagte die aus Versmold stammende Politikerin, die nach eigenen Angaben Ostwestfalen-Lippe durchaus kennt. Als Grund nannte die aus Berlin angereiste Alice Weidel baustellenbedingte Umleitungen, undurchsichtige Umleitungen und die laut Weidel noch nicht vollendete Autobahn A 30. AfD bestreitet Vorwurf der Europa-Feindlichkeit Mit Blick auf die Europawahl  forderte Alice Weidel ein Europa der Partner und der Nationalstaaten. Die AfD wende sich gegen die EU-feindliche überbordende Bürokratie und die Selbstbedienungsmentalität der EU-Bürokraten. Lasse sich das nicht abstellen, dann müsse Deutschland den Ausstritt aus der EU erklären, sagte Weidel. Daraufhin gab es stehende Ovationen in der Stadthalle, Deutschland-Fahnen wurden geschwungen. Bedingungen für EU-Austrritt  genannt Zuvor hatten der Minden-Lübbecker AfD-Kreissprecher Burkhard Brauns sowie Landessprecher Thomas Röckemann und sein Vertreter Helmut Seifen von der Landes-AfD vor rund 450 Zuhörern in der Stadthalle Lübbecke gesprochen. Die AfD sei keine europafeindliche Partei, erklärte Seifen. Sie setze auf ein Europa befreundeter Staaten und das sei ein Gegenentwurf zu einer EU, die nur regulieren wolle.  Kritik an Merkel und Macron Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron hielt Seifen Unverstand gegenüber der jetzigen Situation vor, ging mit Kanzlerin Angela Merkel in Gericht und erklärte, dass die EU Länder wie Polen und Ungarn wegen ihrer Politik gegenüber Flüchtlingen wie "ungezogene Kinder" behandele und nicht wie souveräne Länder mit frei gewählten Regierungen. Kreissprecher mit Unterstellungen gegenüber Lokalpolitikern Über eine neue Flüchtlingswelle dozierte Thomas Röckemann und behauptete, dass zwei Drittel der Bürger in afrikanischen Staaten eine Auswanderung für möglich hielten. Die EU-Außengrenze aber sei nicht geschützt, ausgewiesene Straftäter seien einen Tag später wieder da. Zuwanderer, so behauptete es Röckemann, bedienten sich der deutschen Sozialsysteme. Burkhard Brauns hatte die Kommunalwahl kommendes Jahr im Blick und kritisierte vor allem die anderen Fraktionen im Mindener Rat. Bei der nächsten Wahl müsse man nicht denen die Rathäuser überlassen, die laut Unterstellung von Brauns unter anderem Interessen von illegalen Zuwanderern vertreten würden und nicht die Interessen von Rentnern oder Schülern. Gegen die Kundgebung der AfD protestierten vor der Lübbecker Stadthalle nach Polizeiangaben rund 80 Bürger. Die Demo blieb friedlich.

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