0
Hörte sich die Wünsche an: Andreas Holdmann (r., Fraktionsvorsitzender der Ortsunion Ost) kommt mit den Familien Stefan und Svenja Jonocha (mit Bennet) und Norbert und Sigrid Etzold ins Gespräch. Fotos: Michael Grundmeier ||
Hörte sich die Wünsche an: Andreas Holdmann (r., Fraktionsvorsitzender der Ortsunion Ost) kommt mit den Familien Stefan und Svenja Jonocha (mit Bennet) und Norbert und Sigrid Etzold ins Gespräch. Fotos: Michael Grundmeier ||

Lübbecke Bürgerbefragung nach Ideen fürs Gehlenbecker Bad

Das Thema Freibad treibt die Lübbecker um. Trotz des nasskalten Wetters war die Aktion der CDU Lübbecke ein voller Erfolg - ein dicker Packen Fragebögen war schon nach einer halben Stunde ausgefüllt.

Michael Grundmeier
11.02.2019 | Stand 11.02.2019, 12:18 Uhr

Lübbecke. Schwer zu finden ist der Stand der CDU Lübbecke nicht. Schon von weitem lässt sich eine dichte Menschentraube auszumachen. Klaus Jürgen Bernotat, der CDU-Fraktionsvorsitzende, ist begeistert: "Dass jetzt schon so viele Bürger teilgenommen haben, damit haben wir auch nicht gerechnet". 60 Menschen hätten den Fragebogen am Stand ausgefüllt, weitere 30 das Papier nach Hause mitgenommen. "Das zeigt mir, wie sehr den Lübbeckern das Freibad am Herzen liegt". Wichtig ist Bernotat, die Bevölkerung mehr in die Entscheidungen der Politik einzubeziehen. Einmal weil die geplante Investition so groß ist (die Sanierung der beiden Bäder könnte rund 11,5 Millionen Euro kosten), zum anderen aber auch, um zu hören, "was der Bürger will". "Wir wollen nicht über den Kopf des Bürgers entscheiden, wir wollen hören, was sich die Leute wünschen", sagt er. Immerhin gehe es um eine Entscheidung, mit der man die nächsten Jahrzehnte werde leben müssen, "das geht die Leute ja ganz unmittelbar an". Viele Punkte wurden abgefragt In dem Fragebogen, der auch im Internet abrufbar ist, werden zahlreiche Details abgefragt. Unter anderem möchte die CDU wissen, welche Freizeitmöglichkeiten das Freibad Gehlenbeck bieten soll. Darüber hinaus wird gefragt, ob die Schwimmfläche beziehungsweise die Wasserfläche verkleinert werden soll (von 50 auf 25 Meter). Weitere Fragen beziehen sich auf das Schwimmbecken (räumliche Trennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken) und nach einem abgetrennten Sprungturm (gut, schlecht). "Wenn die Ergebnisse repräsentativ sind, werden sie von uns auf jedem Fall berücksichtigt werden", verspricht Bernotat. Man sei da "relativ offen". Bernotat selbst würde sich wünschen, dass bei der Renovierung auch auf "Alleinstellungsmerkmale" geachtet wird. Man müsse ja nicht alles so machen wie in Espelkamp oder anderen benachbarten Bädern. "Man sollte schauen, was heute gefragt ist und beispielsweise Klettermöglichkeiten für Kinder anbieten". In Sachen Wassertiefe verweist Bernotat auf "deutlich geringere Energiekosten, die man bei einer Reduzierung hätte". Die langfristigen Kosten dürfte man nicht aus den Augen verlieren. Wobei: Festgelegt sei er bei dieser Sache nicht. "Wenn eine repräsentative Mehrheit das anders sieht, schließe ich mich gerne an". Alle Gruppen sollen einbezogen werden Eine leicht andere Sichtweise zum 50-Meter-Becken hat der Fraktionsvorsitzende der Ortsunion Ost, Andreas Holdmann. Das Becken sei ein Alleinstellungsmerkmal. "Warum sollten wir das aufgeben?" Viele der bisher Befragten fänden das Bad "gut so, wie es jetzt ist". Natürlich könnte man weitere Geräte ergänzen - "aber wenn das Wetter schlecht ist, ist es egal, ob ich drei Rutschen habe, dann kommt keiner". Wichtig sei ihm, dass alle Gruppen, die das Bad benutzen, mitgenommen werden: Junge und Alte, Familien und Singles. "Das ist ja auch der Grund, warum wir die Befragung durchführen. Wir wollen alle mitnehmen". Bisher sei Tenor, dass das Bad sehr beliebt sei. Es gebe nur wenige Änderungswünsche (Beschattung verbessern, Kiosk gemütlicher). "Nach einer ersten vorläufigen Auswertung können wir sagen, dass die Leute mit dem Freibad sehr zufrieden sind". Die Meinung der Bürger Geht es nach Norbert und Sigrid Etzold, sollte möglichst wenig verändert werden, das gilt vor allem für eine Verkürzung der Schwimmbahnen. "Ich gehe seit 25 Jahren drei- bis viermal wöchentlich schwimmen. Das Bad ist mir sehr wichtig", sagt Norbert Etzold. Von den Spaßbädern in der Umgebung hält Etzold wenig. "Was nützt mir das beste Bad, wenn ich es mir finanziell nicht leisten kann?", gibt er zu bedenken. Hier müsste man auch an Kinder denken. Man müsse nicht alles bauen, was sich zunächst toll anhöre, nachher aber nicht genutzt werde. Jessica Jones und Tochter Haley ärgern sich über etwas ganz anderes. "Ich finde es schlimm, dass es keinen Bürgersteig bis ans Freibad gibt", sagt Haley. Auf dem Weg zum Schwimmen sei sie schon oft angehupt worden. "Die Leute fahren da manchmal wie Besengte", berichtet ihre Mutter. Kritik gibt es auch an der Ausstattung des Bades: "Es gibt viel zu wenige Möglichkeiten für die Kinder. Wir fahren manchmal sogar nach Pr. Oldendorf, weil das Bad für Kinder attraktiver ist". Das Freibad müsse familienfreundlicher und attraktiver für Kinder werden. Andreas Holdmann gibt der Frau recht. "Hier muss dringend etwas gemacht werden, das war schon immer nicht ausreichend". Holdmann könnte sich ein Babybecken vorstellen "oder einen Spielplatz mit Matschbereich".

realisiert durch evolver group