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Sommervorbereitungen: Im Mai werden die Becken des Freibades Gehlenbeck mit Wasser gefüllt. Das dauert etwa sieben Tage. Ob die beispielsweise bei den Frühschwimmern beliebten 50-Meter-Bahnen erhalten bleiben, diskutiert derzeit ein Arbeitskreis. - © Foto: Jemima Wittig
Sommervorbereitungen: Im Mai werden die Becken des Freibades Gehlenbeck mit Wasser gefüllt. Das dauert etwa sieben Tage. Ob die beispielsweise bei den Frühschwimmern beliebten 50-Meter-Bahnen erhalten bleiben, diskutiert derzeit ein Arbeitskreis. | © Foto: Jemima Wittig

Lübbecke Freibad Gehlenbeck: Zukunft der 50-Meter-Bahnen fraglich

Bäderentwicklung: Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung beschäftigt sich intensiv mit der vom Rat beschlossenen Modernisierung des Hallen- und des Freibades. Ziel: Betriebskosten senken, Spaßfaktor erhöhen

Frank Hartmann
04.02.2019 | Stand 04.02.2019, 14:31 Uhr

Lübbecke. Seit der Stadtrat Ende April vergangenen Jahres mit 29 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen beschlossen hat, statt eines Kombi-Bades für etwa 17 Millionen Euro das Hallenbad und das Freibad Gehlenbeck für deutlich weniger Geld zu erhalten und zu modernisieren, befasst sich ein Arbeitskreis mit der Frage, welche Veränderungen notwendig und sinnvoll sind. Vergangene Woche hat sich der Arbeitskreis das für 4,3 Millionen Euro sanierte Sole-Freibad in Bad Essen angesehen. Dirk Raddy, als WBL-Geschäftsführer zuständig für den Betrieb der städtischen Bäder, zeigt sich im NW-Exklusivgespräch beeindruckt vom Technikraum: "Der ist vier Mal größer als der in Gehlenbeck." Zurückzuführen sei das auf die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen. "Wir bekommen es bislang auch hin, die Vorgaben einzuhalten", sagt Raddy, "aber nur mit hohem personellen Einsatz". Das soll sich möglichst bald ändern: "In diesem Jahr passiert definitiv nichts, nur die Ausschreibung für einen Generalplaner, aber 2020 fangen wir an." Jährliches Defizit beträgt 600.000 bis 700.000 Euro In Bad Essen lag der Schwerpunkt neben der Technik auch auf dem 50-Meter-Becken. "Aus dem wurden zwei Becken gemacht, eines für Schwimmer und eines für Nichtschwimmer", berichtet Raddy. Das Ergebnis ansehen kann man sich in einem gut dreiminütigen Video unter www.nordsehen.tv/Videos/sole-freibad-bad-essen. Darin berichtet Schwimmmeister Günter Huge unter anderem von einer breiten Wasserrutsche, die nachmittags "wesentlich mehr" Kinder ins Bad locke als vorher. Insgesamt besuchten voriges Jahr 65.000 Menschen das Freibad in Bad Essen, also etwa 10.000 mehr als das Freibad in Gehlenbeck. Raddy sieht in diesem Punkt noch Luft nach oben. Auf der einen Seite sei ein wichtiges Ziel, die Betriebskosten der beiden Lübbecker Bäder zu senken. Deren Verlust beziffert er zusammen auf 600.000 bis 700.000 Euro jährlich. Folglich wird neben dem optischen Auffrischen des Hallenbades Wert auf eine energetische Sanierung gelegt. Einem Hubboden für das Lehrschwimmbecken, um die Wassertiefe zu verändern, steht er hingegen skeptisch gegenüber. 50-Meter-Bahnen beliebt bei Frühschwimmern Ansätze, um Kosten zu sparen, sieht Raddy bei den sechs 50-Meter-Bahnen in Gehlenbeck. Die seien beliebt bei den Frühschwimmern, die morgens ab 6.30 Uhr erscheinen und deren Zahl Raddy auf etwa 100 schätzt. Die "Spitzenzeiten" des Besuchs liegen jedoch zwischen 13.30 und 18 Uhr, zeigt eine aktuelle Auswertung. Zudem suche die Mehrheit der Besucher "mehr Aufenthaltsqualität", geschwommen werde in dieser Zeit hingegen kaum. Auch Schulschwimmen spiele keine Rolle. Deshalb befasse sich der Arbeitskreis mit der Frage, ob künftig nicht 25-Meter-Bahnen reichen. "Sehr gelungen" findet Raddy die Wellenrutsche in Bad Essen, die einen eigenen Standplatz hat. Ein Spaßbad ist dennoch nicht angedacht, dafür gebe es das Atoll in Espelkamp und andere in der Region. Raddy: "Nicht jede Kommune muss alles anbieten." Schließen will der WBL-Geschäftsführer das Freibad aber auch nicht: "Nein, das gehört dazu, das ist unser Anspruch als ehemalige Kreisstadt." Und wie geht es weiter? Die Politik, sagt Raddy, mache sich derzeit intensiv Gedanken. Bis Ende Februar, Anfang März werden konkrete Vorschläge vorliegen, schätzt er.

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