Großbaustelle: Für rund 500.000 Euro aus eigenen Mitteln lässt der Kreis aktuell die Industriestraße erneuern. - © Foto: Henrike Hartmann
Großbaustelle: Für rund 500.000 Euro aus eigenen Mitteln lässt der Kreis aktuell die Industriestraße erneuern. | © Foto: Henrike Hartmann

Lübbecke Sanierung der Industriestraße in Etappen

Bauarbeiten: Kreis erneuert auf rund einem Kilometer die Industriestraße (K 62) in Lübbecke. An der Straße liegen Geschäfte und Firmen. Es kommt bis Mitte September zu Beeinträchtigungen

Henrike Hartmann
Kirsten Tirre

Lübbecke. Zu den großen Baustellen im Lübbecker Land zählt neben der Sanierung der Koloniestraße in Espelkamp auch die Sanierung der Industriestraße (K 62) in Lübbecke. Für rund 500.000 Euro erneuert der Kreis die K 62, in die seit vorletzter Woche von der B 239 aus nicht mehr eingefahren werden kann. Die Sperrschilder sollen Anfang der Woche entfernt und um rund 170 Meter weiter an die nächste Kreuzung versetzt werden. Denn die Sanierung des rund einen Kilometer langen Abschnittes bis zur Rahdener Straße erfolgt in mehreren Etappen. Im unmittelbaren Bereich der Industriestraße liegen große Unternehmen, aber auch Geschäfte wie der Jawoll-Markt oder Möbel-Boss. Da die vorhandene Fahrbahnbreite nicht ausreiche, um die Sanierung unter Beibehaltung des fließenden Verkehrs durchzuführen, sei es erforderlich, die Arbeitsbereiche für den Verkehr zu sperren, hatte der Kreis bereits Ende Juli mitgeteilt. Saniert wird nach einem ausgeklügelten Plan. Obwohl die Industriestraße für den Durchgangsverkehr gesperrt ist, gilt: "Alle Geschäfte und Firmen sollen jederzeit erreichbar bleiben, wenn alles planmäßig läuft. Das ist unser Ziel", so Gisela Kröger, Arbeitsgruppenleiterin im Bereich Straßenbau und Straßenunterhaltung beim Kreis. Fahrt abwechselnd in eine Richtung möglich Nicht vermeiden lasse es sich dabei, dass es während der Bauphase auf der gesamten Strecke zu Beeinträchtigungen kommt. Neben einer Umleitung über die B 239, Jockweg und Rahdener Straße muss der Verkehr in den Kreuzungsbereichen, wie jetzt an der Zufahrt zum Jawoll-Markt, durch eine Ampel geregelt werden, wodurch die Fahrt in diesem Abschnitt immer nur abwechselnd in eine Richtung möglich ist. Ab Anfang der Woche soll der Markt aber wieder direkt über die Bundesstraße 239 anfahrbar sein. Darüber dürfte sich das Unternehmen freuen. "Wir haben durch die Umleitung schon eine deutlich geringere Kundenfrequenz gespürt. Viele Kunden waren durch die Ausschilderung irritiert", hieß es aus der Lübbecker Filiale. Das Bauzentrum Dreisörner an der Borsigstraße kann noch keinen Rückgang des Kundenstroms messen. Wenn überhaupt, würden sich eher die Ferien in den Bauunternehmen bemerkbar machen, so Geschäftsführer Christian Schnittger. "Viele unserer Kunden sind Stammkunden und wer etwas braucht, der fährt auch den Schlenker über den Jockweg." Er hofft, dass das Geschäft während der Sanierung der Industriestraße, so wie vorgesehen, jederzeit erreichbar bleibt. Auch für größere Transportfahrzeuge. Er drücke die Daumen, dass alles planmäßig verlaufe. Die Anlieger wurden im Vorfeld durch den Kreis informiert. Sogar persönlich, wie Gisela Kröger von der Kreisverwaltung sagt. Auch gebe es einen Ansprechpartner für Fragen während der Bauphase. Für die Erreichbarkeit von Bushaltestellen während der Sanierung sei das Busunternehmen verantwortlich. Im Vorfeld habe es dazu eine Ämterbeteiligung gegeben und der Kreis habe die Sanierung extra in die Ferienzeit gelegt. »Wir haben einen Tag Verzögerung« Kröger erklärt auch, warum die Fahrbahn saniert werden muss: Alle vier Jahre führe der Kreis eine Zustandserfassung seiner Straßen durch. Die Industriestraße sei sehr stark durch Verkehr belastet, zudem gebe es eine hohe Lkw-Frequenz. Die Straße weise Risse auf und Spurrillen, habe zu wenig Griffigkeit und sei daher insgesamt in einem schlechten Zustand, was für den Laien mit bloßem Auge oft gar nicht so wahrzunehmen sei. Da dem Kreis die Verkehrssicherungspflicht für die K 62 obliegt, wurde die Industriestraße für eine Sanierung im Jahr 2018 vorgesehen. Den Auftrag dafür hat die Firma Dieckmann aus Osnabrück erhalten. In den vergangenen Tagen arbeiteten acht Mitarbeiter von Dieckmann mit schwerem Gerät - darunter zwei Asphaltwalzen - an der Sanierung des ersten Teilabschnittes B 239 bis Kreuzung K 62/Zeiss-Straße. Die Sanierung sieht eine acht Zentimeter dicke Tragschicht vor, dann folgt eine acht Zentimeter dicke Binderschicht sowie anschließend die Deckschicht von vier Zentimetern. Außerdem werde in die Fahrbahn ein Geogitter eingebracht. Das macht die stark frequentierte Straße stabiler und tragfähiger. Bislang liegt die ausführende Firma trotz der großen Hitze der vergangenen Tage gut im Zeitplan. "Wir haben einen Tag Verzögerung", so Alexander Meyer, Bauleiter bei Dieckmann. Das sei dadurch bedingt, dass es in einem Bereich Höhenunterschiede gegeben habe, die erst ausgeglichen werden mussten.

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