Lesen nach Herzenslust: Auf vier Tage "StadtLesen" freut sich Lübbecke. Dieses Motiv entstand bei der Veranstaltung in München im Jahr 2015. Normalerweise sind es eher die großen Städte, die dieses Event stemmen. - © Foto: Innovationswerkstatt
Lesen nach Herzenslust: Auf vier Tage "StadtLesen" freut sich Lübbecke. Dieses Motiv entstand bei der Veranstaltung in München im Jahr 2015. Normalerweise sind es eher die großen Städte, die dieses Event stemmen. | © Foto: Innovationswerkstatt

Lübbecke Lübbecke feiert das Buch

Vier tolle Tage: Marktplatz verwandelt sich in ein riesiges und gemütliches Lesewohnzimmer.

Karsten Schulz

Lübbecke. Buchhändler Andreas Oelschläger von der Lübbecker Bücherstube und Lübbecke Marketing-Vorsitzender Thomas Holle sind sich einig: "Das ist im Zeitalter von Internet und neuen Medien eine einzigartige Werbung fürs Buch und für die Printmedien allgemein." "Wir feiern das Buch und das Lesen bei freiem Eintritt auf unserem neuen Marktplatz. Was wollen wir mehr?", freut sich der Fan des gedruckten Wortes auf die vier Tage "StadtLesen" von Donnerstag, 12. bis Sonntag, 15. Juli. Gemeinsam mit dem Rotary-Club habe man ein "einzigartiges Paket geschnürt", so Holle. Dies sei "mal etwas ganz anderes und vor allem "sehr gut auf Lübbecke abgestimmt". Er freut sich darüber, dass die Lübbecker selbst über die Veranstaltung abstimmen konnten und somit "ganz basisdemokratisch ihr eigenes Fest bestimmen konnten." Er dankt Marketing-Geschäftsführer Peter Schmüser, der das Programm mitentwickelt habe und somit den Lübbecker Marktplatz in ein "möbliertes Lesewohnzimmer" verwandelt habe. Aus Liebe zum geschriebenen Wort ins "Lesewohnzimmer" Viele Menschen hätten immer noch "Sehnsucht nach dem gedruckten Wort". Andreas Oelschläger hofft, dass durch das öffentliche Ereignis viele Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, wieder mehr Kontakt mit dem Buch bekommen und es somit "mit allen Sinnen erfahren können". "Es ist eine große Chance für alle Menschen, die im digitalen Zeitalter den Kontakt mit dem Buch oder auch der Zeitung nicht verlieren möchten." "StadtLesen" ist eine Initiative, die es seit zehn Jahren gibt und die zumeist in größeren Städten über die Bühne gegangen sei. Lübbecke sei bisher die kleinste Stadt, die einen solchen Event gestemmt hat. Die Liebe zum geschriebenen Wort steht im Mittelpunk aller Veranstaltungen: Es gibt Lesungen für Groß und Klein, eine Krimi-Nacht, ein Kalligraphie-Workshop, ein literarisches Orgelkonzert für Kinder in der St.-Andreas-Kirche und das "offene Mikro" für Autoren aus der Region. Die Besucher können in 3.000 Büchern stöbern und es sich dabei gemütlich machen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Offiziell eröffnet werden die Lübbecker Lesetage Donnerstag, 12. Juli, 19.30 Uhr, mit einem literarischen Höhepunkt: Bruno Peisendörfer wird Passagen aus seinem aktuellen Buch "Die Verwandlung der Dinge - Eine Zeitreise von 1950 bis morgen" in moderierter Form vortragen und steht für Fragen und Autogramme zur Verfügung. Der Freitagabend steht im Zeichen des Nervenkitzels, wenn die Bücherstube Oelschläger zur Krimi-Nacht auf den Marktplatz bittet. Die Autorinnen Andrea Gerecke, Carla Berling und Eva Ehley werden aus ihren Kriminalromanen lesen, deren Titel spannende Stunden versprechen: "Die Weserleiche", "Königstöchter" und "Sünder büßen". Passend dazu öffnet die Mediothek für alle "Nacht-Eulen" ihre Ausleihe bis Mitternacht. An allen vier Tagen ist das "Lesewohnzimmer" auf dem Marktplatz von 9 Uhr bis in die Abendstunden geöffnet. Blue-Mojo-Wirt Andy Bautz sorgt für Essen und Trinken, Seine Öffnungszeiten sind auf das Ereignis angepasst worden: Samstag, 14. Juli lüftet der Landfrauen-Service Minden-Lübbecke-Herford ab 11 Uhr auf dem Wochenmarkt beim "Front-Cooking" Geheimnisse der regionalen Küche. Die Stadtwerke Lübbecke bauen ihre Wassertheke auf, an der sich jeder kostenlos bedienen kann. Von 234 Bewerberstädten hatte sich Lübbecke im vergangenen Jahr in einem internationalen Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Mit deutlichem Abstand gab?s in der Stadt am Wiehen die meisten Nominierungen. Hinter Lübbecke landeten Städte wie Berlin, München Wien, Köln und Hamburg.

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