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Unterwegs: 60 Pilger machen sich am Samstagmorgen von der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck auf den 15 Kilometer langen Weg nach Bergkirchen zur Nikolauskirche. - © Heike von Schulz
Unterwegs: 60 Pilger machen sich am Samstagmorgen von der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck auf den 15 Kilometer langen Weg nach Bergkirchen zur Nikolauskirche. | © Heike von Schulz

Lübbecke-Gehlenbeck Schritt für Schritt: Pilger erobern den Nikolausweg

Am Samstag machten sich von der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck die ersten 60 Pilger mit Gottes Segen auf den Weg

Heike von Schulz
23.04.2018 | Stand 23.04.2018, 16:12 Uhr
Die Stempelbox: Hier können die Pilger ihr Pilgerheft abstempeln. Der Holzkasten mit dem Emblem des Nikolauswegs hängt an der Westseite der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck. - © Heike von Schulz
Die Stempelbox: Hier können die Pilger ihr Pilgerheft abstempeln. Der Holzkasten mit dem Emblem des Nikolauswegs hängt an der Westseite der St.-Nikolaus-Kirche in Gehlenbeck. | © Heike von Schulz

Lübbecke-Gehlenbeck. Warum in die Ferne schweifen und der Jakobsmuschel folgen, wenn in der Heimat die gelbe Bischofsmütze auf rotem Grund den Weg weist? Seit Hape Kerkeling mit seinem Reisebericht "Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg" 2006 einen Bestseller landete, erfreut sich das Pilgern in Deutschland enormer Beliebtheit. 2007 wurden bereits 70 Prozent mehr deutsche Pilger in Santiago de Compostela gezählt. Die Stadt im spanischen Galicien ist das Ziel aller Jakobswege, die sich durch Europa ziehen.

In Gehlenbeck wird der Pilger jetzt ermutigt, einen 30 Kilometer langen Rundweg in zwei Etappen entlang Wiesen, Feldern, über Waldwege durch das Wiehengebirge und zusätzlichen fünf Kilometern durch das Große Torfmoor für sich zu entdecken.

Die Nachfrage nach der
ersten Etappe des Weges war groß

Am Samstagmorgen wurde mit einem Gottesdienst, gestaltet von Pfarrerin Barbara Fischer und Superintendent Uwe Gryczan, in der Gehlenbecker St.-Nikolaus-Kirche der Nikolausweg feierlich eröffnet. "Es ist ein attraktiver und facettenreicher Weg, der pilgernd erobert werden will. Pilgern, dass ist Beten mit den Füßen und immer auch ein äußerer und innerer Weg. Wetter und Wegstrecke schärfen das Bewusstsein für die elementaren Dinge. Der Pilger ist mit Gott unterwegs, vielleicht auch ohne es zu ahnen", sagte Pfarrerin Fischer.

Die Nachfrage der Pilger nach der ersten 15-Kilometer-Etappe von Gehlenbeck mit Stationen in Nettelstedt, Eickhorst und Oberlübbe nach Bergkirchen, die nach dem Gottesdienst startete, war groß. 60 Menschen aus der ganzen Region in Wanderschuhen und mit Rucksäcken empfingen noch den Segen von Superintendent Uwe Gryczan am Ehrenmal vor der Gehlenbecker Kirche. Dann setzte sich der Tross bei Bilderbuchwetter in Bewegung.

Voran ging Ute Kämper. Sie ist das Herz und der Motor dieser Weges, der nach dem Menschenfreund Nikolaus von Myra benannt wurde. "Es ist dein großes Projekt, du bist viele Schritte gegangen und hast viele Klippen umschifft. Ein großes Dankeschön von der Kirchengemeinde dafür", so Fischer. Bei der zweijährigen Vorbereitung wurde Kämper tatkräftig unterstützt von der Kaktus-Gruppe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gehlenbeck sowie von Ralf Lenk, Ingeborg Renz und Gerhard Terstegge.

Die Aufregung und Freude über ihre verwirklichte Idee waren der 52-jährigen Ute Kämper anzusehen. "Unterwegs legen wir Schweigezeiten ein, um ganz bewusst zu uns selbst zu kommen. ?Dein Weg entsteht, wenn du gehst?, ist das Leitmotiv des Nikolauswegs und auch mein Leitspruch", so die begeisterte Pilgerin.

In der Gruppe waren auffällig mehr Frauen als Männer. "Vielleicht sind Frauen mehr auf der Sinnsuche", vermutet Kämper. Per Wortkärtchen wurde jedem ein Tagespartner zugeteilt, auf den er Acht geben sollte, denn Rücksicht und Achtsamkeit sind die Wegbegleiter.

Zur Mittagspause am Gemeindezentrum der Freien Christengemeinde in Eickhorst wurde Butterkuchen vom Blech mit dem Emblem des Nikolauswegs von der heimischen Bäckerei Oltersdorf spendiert.

Am Ziel an der ältesten Kirche der Region in Bergkirchen, die auch dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht ist, sprach Superintendent Jürgen Tiemann die Abschlussandacht.

Dann konnten die Wanderschuhe gelockert werden, mit dem Bus ging es zurück nach Gehlenbeck.

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