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Seltener Anblick: Normalerweise ist das Verkehrsaufkommen an der B-239-Kreuzung Niederwall/Gehlenbecker Straße ("Blase-Kreuzung") am Fachmarktzentrum während des Tages sehr hoch. - © Jens Reddeker
Seltener Anblick: Normalerweise ist das Verkehrsaufkommen an der B-239-Kreuzung Niederwall/Gehlenbecker Straße ("Blase-Kreuzung") am Fachmarktzentrum während des Tages sehr hoch. | © Jens Reddeker

Lübbecke Polizei: Blase-Kreuzung unkritisch

Verkehrssicherheit: Polizei hat seit mehr als drei Jahren nahe des Fachmarktzentrums keinen Unfall registriert. Beleuchtung von Zebrastreifen bleibt ein Thema

Frank Hartmann
21.04.2018 | Stand 20.04.2018, 18:43 Uhr

Lübbecke. Trotz mancher Beschimpfung und genervtem Hupen ist die von Lastwagen, Autos, Radfahrern und Fußgängern stark genutzte Blase-Kreuzung (die NW berichtete) aus Sicht der Kreispolizei unauffällig: "Nicht ein einziger Unfall" sei dort in den vergangenen drei Jahren und zwei Monaten registriert worden, so Polizeisprecher Thomas Bensch auf Anfrage. Anders sieht es bei Unfällen mit Fußgängern im Stadtgebiet aus. Seit 2015 gab es 29. Dabei starben zwei Menschen: auf der B 239 in Höhe Barre und in Nettelstedt. Neun Personen wurden schwer verletzt, einige leicht. Nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden kann, welche Rolle die Beleuchtung an Zebrastreifen und sonstigen Fußgängerübergängen spielt. Die kürzlich von Andrea Lojewski (FDP) im Bauausschuss als problematisch bezeichnete Ausleuchtung des Zebrastreifens an der Osnabrücker Straße/Einmündung Kaiserstraße scheint aber kein Einzelfall zu sein. So meldete sich jetzt ein Leser in der Redaktion, der die Beleuchtung der Zebrastreifen beziehungsweise das Anstrahlen der Fußgänger an der Gehlenbecker Straße in Höhe Blumen Schwarze, am Niederwall in Höhe der Post sowie für die Schüler an der Rahdener Straße aufgrund eigener Erfahrungen für unzureichend hält. Gefragt nach einem Konzept, das die Belange von Radfahrern und Fußgängern gezielt berücksichtigt, teilt Stadt-Sprecher Andreas Püfke mit: "Die Bemühungen der Stadt Lübbecke um eine Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer und Fußgänger sind keineswegs beendet. Vielmehr sind sie zum festen Bestandteil jeder Verkehrsplanung geworden." Überall dort, wo die Stadt Straßen neu anlege oder größere Sanierungsmaßnahmen durchführe, würden die Radverkehrsbeziehungen gezielt auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Püfke: "Dabei fließen selbstverständlich Bürgerhinweise wie aktuelle Erkenntnisse aus der Verkehrsforschung vor allem zu Sicherheitsaspekten in unsere Planungen ein." Gezielt mit Blick auf die Situation im Bereich Industriestraße/Wiehenweg/Jockweg/Heuweg hat der Bereich Tiefbau in Abstimmung mit der örtlichen Verkehrsbehörde nach Auskunft der Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet, das bis auf einige Details fertiggestellt ist. Dabei seien die Anregungen des Radfahr-Experten des Seniorenbeirates Lübbecke, Joachim Knoblich, und des früheren Polizisten und SPD-Ratsherrn Jürgen Rohleder sowie weitere Ideen und Hinweise aus der Bürgerschaft "gern und dankbar aufgenommen" und auch "so weit wie möglich in die Planungen eingebracht" worden. Einschränkend teilt Püfke allerdings weiter mit: Mit Blick auf andere Projekte und aufgrund begrenzter personeller Ressourcen sei die bauliche Umsetzung derzeit "hintangestellt". So gern man es jedem recht machen würde, sei die Verwaltung schlicht gezwungen, die baulichen Maßnahmen im Stadtgebiet zu priorisieren. Andreas Püfke: "Und leider ist auch nicht alles umsetzbar, was vielleicht wünschenswert wäre."

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