Blühstreifen am Rand von Äckern und Straßen: Verschwinden sie ersatzlos, verringert sich die Insektenvielfalt. - © Uwe Zucchi/dpa
Blühstreifen am Rand von Äckern und Straßen: Verschwinden sie ersatzlos, verringert sich die Insektenvielfalt. | © Uwe Zucchi/dpa

Lübbecke Lübbecker Grüne nehmen Glyphosat aufs Korn

Fraktion verlangt von Stadtverwaltung Auskunft über den Einsatz des umstrittenen Herbizids auf kommunalen Grün- und Verkehrsflächen, Sport- und Spielplätzen

Frank Hartmann

Lübbecke. Der Einsatz von Glyphosat auf städtischen Flächen und Wegerandstreifen „muss unterbleiben". Das hatte Grünen-Fraktionschef Heinrich Stenau Anfang des Jahres in der NW als einen politischen Schwerpunkt für dieses Jahr genannt und entsprechende Kontrollen gefordert. Jetzt setzen die Grünen die angekündigte Initiative um. Am kommenden Mittwoch wird Stenaus Stellvertreter Herbert Vollmer im Bauausschuss vier Fragen an die Verwaltung richten. Unter anderem will er wissen, in welcher Menge glyphosathaltige Herbizide seit 2013 im Auftrag der Stadt direkt oder von Dienstleistern etwa auf Grün- und Verkehrsflächen, Sport- und Spielplätzen oder auf anderen kommunalen öffentlich genutzten Flächen ausgebracht wurden. Eine weitere Frage lautet: „Welche Maßnahmen hat die Verwaltung durchgeführt beziehungsweise geprüft, um die ausgebrachten Pestizidmengen zu reduzieren, etwa durch den Einsatz nicht-chemischer Methoden?" Zudem wollen die Grünen wissen, ob in den Pachtverträgen, die mit Landwirten über im Eigentum der Stadt stehende Flächen abgeschlossen wurden, ein Verbot des Einsatzes von glyphosathaltigen Herbiziden geregelt ist. Verwendung von Glyphosat Vor zwei Jahren hatte die Neue Westfälische sich erkundigt, ob in Lübbecke Glyphosat eingesetzt wird. „Wir verwenden seit Jahren keine Chemie", so die damalige Antwort von Torsten Günther, technischer Leiter des örtlichen Bauhofes. Zum Einsatz gegen „Wildkraut" kämen nur industrielle Schneider und Drahtbürsten. Außerdem ein Heißwassergerät. Diese Methode sei schonend und nachhaltig zugleich. Mit Beschwerdeanrufen von Bürgern, denen die Unkrautvernichtung nicht schnell genug geht, „leben wir", so Günther 2016. In einigen Wochen wollen die Grünen mit einem Antrag nachlegen, so Herbert Vollmer auf Nachfrage am Dienstag. Vor dem Hintergrund, dass viele Insekten verschwinden und mit ihnen die Nahrungsgrundlage für viele Singvögel (die NW berichtete), werde man einen Antrag zum Artenschutz stellen. Nach den Grünen in Minden, Hüllhorst, Espelkamp und Rahden wären die Lübbecker dann die nächste Fraktion, die dem Beispiel der Grünen-Kreistagsfraktion folgt, um die biologische Artenvielfalt im Mühlenkreis zu erhalten.

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