Aus der Taufe gehoben: Dem neuen Verein "Stockhausen für Europa" um den Vorsitzenden Gerd H. Niemeyer (2. v. l.) gehören (v. l.) weiter Alexander Niemeyer, Wilhelm Treseler, Pfarrer Friedrich Stork, Torsten Stank, Karl-Hermann Blaue, Juliane Piene, Martin Kühhirt, Christoph Köster und Dieter Köster an. - © Kirsten Tirre
Aus der Taufe gehoben: Dem neuen Verein "Stockhausen für Europa" um den Vorsitzenden Gerd H. Niemeyer (2. v. l.) gehören (v. l.) weiter Alexander Niemeyer, Wilhelm Treseler, Pfarrer Friedrich Stork, Torsten Stank, Karl-Hermann Blaue, Juliane Piene, Martin Kühhirt, Christoph Köster und Dieter Köster an. | © Kirsten Tirre

Lübbecke Europa fängt in Stockhausen an

Konstituierende Sitzung: Neuer Verein will den europäischen Gedanken stärken und die Wahl 2019 als Fest der Demokratie feiern

Lübbecke-Stockhausen. Der 15. Januar 2018 könnte als historisches Datum in die Chronik des Dorfes Stockhausen eingehen. Um 19.50 Uhr gründete sich am Montag der Verein "Stockhausen für Europa". Ziel des Vereins ist es, über Stockhausen hinaus das generelle Interesse an Politik und Europa-Themen zu fördern, die Wahlbeteiligung zu erhöhen und die Demokratie zu stärken. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde einstimmig Gerd H. Niemeyer gewählt. Das verwunderte wenig, denn der Ortsheimatpfleger, sein Sohn Alexander Niemeyer und Ortsvorsteher Torsten Stank sind gemeinsam Motor dieser Idee. Was sie zur Gründung eines Vereins bewogen hat, erläuterten die drei bei der konstituierenden Sitzung in der Begegnungsstätte Stockhausen vor rund 40 Interessierten. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog habe 1995 vor dem Europäischen Parlament gesagt: "Wir haben eine Vision, und diese Vision heißt Europa." Verantwortlich für die Erfüllung von Visionen seien wir selbst. Zu dieser Verantwortung wolle sich das das Dorf Stockhausen bekennen, das bei den Europawahlen auf eine der höchsten Wahlbeteiligungen im Lübbecker Land (mehr als 60 Prozent) verweisen konnte. Gerade in der jüngsten Zeit sei die Hoffnung auf ein geeintes Europa stark strapaziert worden, so Gerd H. Niemeyer. In diesem Zusammenhang führte er die finanziellen Schwierigkeiten einiger südeuropäischen Staaten infolge der Finanzkrise 2008 an, die europaweite Flüchtlingskrise und die Angst vieler Menschen in Europa vor islamistischem Terror. Angesichts der Verunsicherung würde sich tendenziell nationalistisches und antieuropäisches Gedankengut verbreiten. Es gebe europaweit Separationsbewegungen, was besonders am Brexit-Votum 2016 in Großbritannien deutlich geworden sei. "Ein starkes, vereintes Europa ist aber für die Lösung der Weltprobleme wie Klimawandel, Terror, Flucht, Hunger und Armut unverzichtbar", so Gerd H. Niemeyer. "Wir wollen etwas für Europa tun", denn von Mitteleuropa gehe seit mehr als 70 Jahren Frieden aus. Der am Montag gegründete Verein möchte die Idee von Europa beleben und die Wahlbeteiligung, die traditionell eher niedrig sei, erhöhen. "Denn Wahlen sind Feste der Demokratie", so Alexander Niemeyer. Ziel des Vereins, dem jeder beitreten kann, ist es unter anderem parteiübergreifend für die Europawahl, die im Mai oder Juni 2019 stattfinden wird, Werbung zu machen und die Wahlbeteiligung insgesamt zu erhöhen. Besonders soll auch die junge Generation angesprochen werden. Die Initiatoren haben die Messlatte dabei hoch gehängt. Eine Wahlbeteiligung von 80 Prozent plus X wurde als Zielmarke für Stockhausen genannt. 26 Personen traten an dem Abend dem Verein bei 26 Personen traten an dem Abend dem Verein bei und wollen ihn ideell wie auch finanziell durch den Jahresbeitrag unterstützen. Der beträgt 25 Euro und für Mitglieder aus anderen Stockhauser Vereinen oder Gruppierungen 15 Euro. Für Schüler, Studenten und Auszubildende ist die Mitgliedschaft kostenlos. Doch ohne Sponsoring oder Spendengelder wird es nicht gehen. Denn der Verein hat sich bis zur Wahl 2019 eine Reihe von Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen oder Informationsformate auf die Fahnen geschrieben, um Impulse zu geben. Für den 3. März ist eine Auftaktveranstaltung um 16 Uhr in der Begegnungsstätte geplant. Europaabgeordneter Elmar Brok habe sein Kommen zugesagt. Es gibt bereits eine Reihe ideeller Unterstützer von außerhalb. Für das Wahlwochenende 2019 ist ein großes Europafest mit einem Open-Air-Konzert unter Beteiligung des Sinfonieorchesters Lübbecke freitags sowie ein buntes Fest am Wahlsonntag vorgesehen. Das Konzert, das auf jeden Fall die Europahymne "Ode an die Freude" beinhalten soll, biete 1.000 Zuhörern Platz. Wie Gerd H. Niemeyer betonte, befinde sich der neue Verein in keiner Konkurrenz zur Dorfgemeinschaft, sondern sei eingebunden und stimme sich ab. Zunächst sei vorgesehen, dass der Verein wohl nur bis zur großen Veranstaltung 2019 benötigt wird. Der von den Gründungsmitgliedern einstimmig gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender ist Gerd H. Niemeyer, Stellvertreter Alexander Niemeyer, Schriftführer ist Torsten Stank und Kassierer Martin Kühhirt. Zu Beisitzern gewählt wurden Karl-Hermann Blaue, Friedrich Stork (stellv. Schriftführer), Dieter Köster, Christoph Köster, Wilhelm Treseler und Juliane Piene (stellv. Kassiererin).

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