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Routenplaner: Joachim Knoblich vom Seniorenbeirat Lübbecke führt die Gruppe während der Radtour an. - © Christian Geisler
Routenplaner: Joachim Knoblich vom Seniorenbeirat Lübbecke führt die Gruppe während der Radtour an. | © Christian Geisler

Lübbecke Auf Fahrradtour mit dem Seniorenbeirat für bessere Radwege

Während es für einige Kritikpunkte Erklärungen gibt, werden andere Stellen nachgebessert

Christian Geisler
07.07.2016 | Stand 06.07.2016, 18:28 Uhr

Lübbecke. Joachim Knoblich vom Seniorenbeirat streift sich eine orangefarbene Warnweste über seine Radjacke. Er wird die Fahrradtour des Seniorenbeirates durch die Straßen Lübbeckes anführen. "Er hat sich Anfangs etwas geziert, sich dann aber überzeugen lassen", sagt Vorsitzende Heide Weitkamp. Gemeinsam mit Marlon Simon von der städtischen Verkehrsbehörde fährt der Beirat potenzielle Schadstellen an städtischen Radwegen ab - Simon schätzt die möglichen Gefahrenstellen aus fachmännischer Sicht ein. "Wir sind immer dankbar für Hinweise", sagt Simon und ergänzt: "Verkehr verändert sich mit der Zeit. Wenn Hinweise berechtigt sind, gehen wir denen nach." So nehmen etwa 20 Personen an der Rundfahrt teil. Auch die NW begleitet den Seniorenbeirat bei seiner Tour durch Lübbecke und gibt Aufschluss über kritische Stellen im Radverkehr. Eichendorffstraße An der Eichendorffstraße sorgt ein durchgehend abgesenkter Bordstein innerhalb einer Kurve für Unsicherheit bei den Anwohnern. Gilt hier rechts vor links? "Nein", weiß Simon und fügt hinzu: "Bei einem durchgehend abgesenkten Bordstein auf eigener Strecke, ist man dem übrigen Verkehr untergeordnet. Eine Wartepflicht besteht." Dorschesterstraße Eine Umlaufsperre an der Ecke Dorschesterstr./ Matthias-Claudius-Str. ist nur schlecht zu passieren, so ein Anwohner. Laut Simon muss bei Umlaufsperren die Barrierefreiheit gewährleistet sein, der Mindestabstand zwischen versetzt stehenden Sperren müsse 1,5 Meter betragen. "Meiner Einschätzung nach ist das hier nicht der Fall. Die Stelle wird von unserem Tiefbau geprüft werden und dann gegebenenfalls angepasst", erklärt Simon. Heuweg Auf dem Heuweg befindet sich ein Pömpel auf einem als reiner Gehweg ausgewiesenen Bürgersteig. Anwohner halten diesen für überflüssig. Auch Simon ist der Sinn des Pömpels nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Die Stadt werde ihn daher prüfen. "Wenn er überflüssig ist, kommt er weg", so Simon. Heuweg/ Jockweg "Die Ecke Heuweg/ Jockweg ist kein Aushängeschild für Lübbecke", sagt Simon. Laut einem Gebotsschild muss jeder Radfahrer auf dem Jockweg auf dem dafür vorgesehenen Radweg fahren. Der Heuweg ist allerdings nicht für den Radverkehr freigegeben, weswegen Radler auf der Straße rollen müssen. Das Abbiegen von einer Straße in die andere birgt somit einige Gefahren durch den übrigen Fließverkehr. "Wir haben diese Stelle auf dem Zettel", sagt Simon und ergänzt: "Wir wollen hier etwas machen, brauchen dafür nur noch etwas Zeit." Berlinerstraße/ Jockweg Ein rechter Winkel innerhalb des Fahrradweges an der Ampelkreuzung Berlinerstraße/ Jockweg stört viele Radfahrer, so Knoblich. Der Winkel sei nicht fahrradfreundlich und nicht einwandfrei zu passieren. Nach Angaben von Simon ist diese Stelle aber verkehrstechnisch korrekt angelegt worden und daher nicht zu ändern. Jockweg Auf dem Radweg am Jockweg, hinter Westfleisch, ist der entgegen kommende Radverkehr nicht sofort sichtbar. "Hier ist jederzeit mit Gegenverkehr zu rechnen. Deswegen wird in beide Richtungen ein Schild mit Hinweisen aufgestellt", sagt Simon. Kriemhild-/Karlstraße Die Umlaufsperre an der Verbindung zwischen Kriemhild- und Karlstraße stört einen unmittelbaren Anlieger beim Abbiegen auf das eigene Grundstück. Fahrräder und Mopeds seien auf dem Verbindungsstück regelmäßig zu schnell unterwegs, die Umlaufsperre würde das Tempo der Zweiradfahrer nicht drosseln. Es bestehe die Gefahr, Zweiräder beim Abbiegen zu übersehen. "Natürlich dürfen hier motorisierte Zweiräder fahren - aber nur in Schrittgeschwindigkeit. Wenn diese langsam fahren würden, würden sie auch keine Gefahr darstellen", erklärt Simon. Die Umlaufstelle sei indes regelkonform aufgestellt worden. Dennoch habe die Stadt die Problematik mit den zu schnellen Radfahrern an der Verbindung an die Polizei weitergetragen. Immengarten "Hier gehen Kind und Kegel vorbei", beschwert sich eine Anwohnerin am Immengarten über die zu engen Durchgangswege in der Wohnsiedlung. Zudem sei die Wegekreuzung durch viele Hecken und Büsche nur schwer einsehbar. Die Stadt überlege zwar, Schilder mit Hinweisen auf regen Fußgänger- und Fahrradverkehr aufzustellen, breitere Wege werde es aber nicht geben. "Das würde nichts daran ändern, dass hier viele Menschen durchkommen. Das löst das Problem nicht", sagt Simon. Bahnhofstraße An der Bahnhofstraße existieren in Bezug auf Fahrradwege zwei vakante Bereiche. Zum einen endet an einer Stelle der Straße der Radweg abrupt - der Fahrradfahrer hat die Wahl, ob er auf dem Gehweg oder der Straße weiter fährt. Zum anderen fängt der Radweg dann gut 300 Meter weiter wieder an. "Die unsicheren Fahrer wechseln innerhalb des Zwischenstücks auf den Gehweg. Viele Autofahrer rechnen dort aber nicht mir Radfahrern und können diese übersehen", sagt Simon. Die sicherere Variante sei es daher, vorübergehend die Straße zu nutzen. Verkehrstechnisch sei die Bahnhofstraße regelkonform angelegt worden.

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