Kreisrunde Blänke: Vergangenen Dienstag legte ein Bagger überraschend dieses Wasserloch 20 Meter hinter dem Grundstück von Thomas Oberhaus an. Der Bio-Bauer fürchtet, dass sich seine Tiere durch angelockte Gänse mit Krankheiten infizieren könnten. - © Tyler Larkin
Kreisrunde Blänke: Vergangenen Dienstag legte ein Bagger überraschend dieses Wasserloch 20 Meter hinter dem Grundstück von Thomas Oberhaus an. Der Bio-Bauer fürchtet, dass sich seine Tiere durch angelockte Gänse mit Krankheiten infizieren könnten. | © Tyler Larkin

Lübbecke Bio-Bauer sieht Betrieb durch Tümpel gefährdet

Thomas Oberhaus fühlt sich von der Verwaltung überrumpelt, weil hinter seinem Hof zwei Blänken angelegt werden

Lübbecke. Als Thomas Oberhaus den Bagger hinter seinem Hof sah, wurde er sehr schnell sehr misstrauisch. 20 Meter von seinem Grundstück entfernt, schürfte die Baumaschine zwei Blänken in eine Wiese. Unter einer Blänke versteht man eine natürliche flache Wasseransammlung, deren Tiefe periodischen Schwankungen unterworfen ist. Man könnte auch von einem Tümpel sprechen. "Die Wasserfläche wird die Gänse anziehen, die hier sicher brüten werden. Und das bedeutet Gefahr für meine Tiere", sagt Thomas Oberhaus. Der Biobauer aus Nettelstedt hat an sich kein Problem mit den Gänsen. Doch er befürchtet, dass sich seine 240 Legehennen und mehrere Dutzend Masthähnchen durch die Nähe zu den Zugvögeln mit Krankheiten anstecken könnten. "Dann kann ich meinen Hof dicht machen", sagt Oberhaus, der expandieren möchte und seit März einen Bauantrag für einen neuen Stall bei der Verwaltung liegen hat. Zu seinem Betrieb am Kanalweg zählt auch ein Hofladen mit eigenen und teils zugekauften Produkten. Stallungen für vierzig Schweine sind derzeit im Bau. Oberhaus ist Mitglied im Bioland-Verbund. Die Blänken hinter seinem Hof entstehen auf einer Wiese, die der Stadt Lübbecke gehört und als Ausgleichsfläche ausgewiesen ist. "Warum gerade dort?", fragt Oberhaus und verweist auf eine weitere städtische Ausgleichsfläche am Westerbruchweg, die gut 200 Meter entfernt liegt. "Ich hatte keine Ahnung, dass hier so etwas geplant ist. Wir wurden darüber nicht informiert", sagt ein deutlich verärgerter Oberhaus. Seine Telefonate mit der Lübbecker Verwaltung verliefen unbefriedigend - offenbar für beide Seiten. Bauamtsleiter Ingo Ellerkamp bestätigte auf Anfrage, dass es in dieser Woche mehrere Kontakte mit dem Nettelstedter Biobauern gab. Er sagt weiter, dass die Ausgleichsfläche schon seit 2005 besteht und im Flächennutzungsplan dementsprechend ausgewiesen ist. Auch die Information, dass auf dieser Fläche Blänken entstehen werden, sei für jedermann in den Unterlagen einsehbar. "So wurde es von der Politik 2005 beschlossen", sagt Ellerkamp. "Und wir setzen die Vorgaben nun um." Eine gesonderte Information für die Anlieger ist offenbar nicht vorgesehen. Thomas Oberhaus wird das kaum besänftigen.

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