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Im winterlichen Abendlicht: Die St. Nikolauskirche in Gehlenbeck. 1495 wurde das Kirchengebäude fertiggestellt. - © Tyler Larkin
Im winterlichen Abendlicht: Die St. Nikolauskirche in Gehlenbeck. 1495 wurde das Kirchengebäude fertiggestellt. | © Tyler Larkin

Lübbecke Fusion der Kirchengemeinden ist kein Thema mehr

Neujahrsempfang: Evangelische Kirchengemeinde Lübbecke zieht Bilanz und wagt Ausblicke. Gemeinden bleiben selbstständig. CVJM gründet neue Gruppen. Kirchenmusik mit hohem Stellenwert

Karsten Schulz
06.01.2016 | Stand 05.01.2016, 18:30 Uhr

Lübbecke. Nach dem Gottesdienst zum Jahresanfang kamen viele evangelische Christen zum traditionellen Neujahrsempfang ins Andreas-Gemeindehaus. Fleißige Hände hatten ein reichhaltiges Büffet aufgebaut und Eva Kob, Leiterin des Gospelchores "S(w)ing and Praise", begleitete die Veranstaltung am Flügel und mit Gesang. Viel gab es zu berichten über das abgelaufene Jahr, einige Ausblicke auf 2016 wurden gewagt. Sabine Heinrich, Vorsitzende des Presbyteriums, moderierte und gab den augenblicklichen Stand der Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Kirchengemeinden in Lübbecke bekannt. So führen Lübbecke, Blasheim, Gehlenbeck und Nettelstedt bereits seit einiger Zeit Gespräche über die Bildung einer Kirchenregion Lübbecke mit dem Ziel, eine große evangelische Kirchengemeinde für die Stadtregion zu gründen. Davon sei man inzwischen wieder abgerückt, wie Heinrich erläuterte. "Es hat sich herausgestellt, dass die Selbstständigkeit ein hohes Gut ist. Eine Vereinigung ist erst einmal kein Thema mehr", so die Pfarrerin. Dennoch würden die bereits begonnenen Kooperationen und Formen der Zusammenarbeit weiter laufen. Sie nannte in diesem Zusammenhang die gemeinsamen Passionsandachten. Viel Positives hatte Jugendreferent Bodo Borchard vom CVJM zu berichten. Glücklich sei man über die neue Sanitäranlage im Haus, obwohl diese ja bereits ein Jahr zuvor geschaffen wurde. Inzwischen sei auch der Clubraum renoviert und ein neues Spielgerät angeschafft worden. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter seien neu aufgenommen worden, worüber man sich sehr freue. Es gebe zudem eine neue Jungschargruppe, die sich im Kirchenkreis etabliert habe. Außerdem floriere eine Geocaching-Gruppe. "Wir hatten viele tolle Veranstaltungen und Freizeiten", fasste Borchard zusammen. Eine Anerkennungspraktikantin arbeite zwei Jahre mit einer halben Stelle im Jugendzentrum. Bei der Flüchtlingsarbeit übernehme der CVJM koordinierende Aufgaben in der Notunterkunft in der Jahn-Realschule. Bei der Kinderbetreuung biete man dort inzwischen eigene Projekte an, die von Ehrenamtlichen bestritten würden. Das Jugendzeltlager, an dem regelmäßig 180 Jugendliche teilnähmen, zieht Borchard zufolge von Alswede nach Nettelstedt. Einen hohen Stellenwert hat nach wie vor die Ökumene, was sich vor allem in den Aktivitäten des inzwischen 42 Jahre alten Ökumene-Kreises dokumentiere, so Sabine Heinrich. Sie freue sich darüber, dass sowohl Vertreter der katholischen Gemeinde als auch von zwei freikirchlichen Gemeinden der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt seien. Andreas Oelschläger, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen St. Johannes-Baptist-Gemeinde sprach vom "Wandernden Gottesvolk", das seine Gemeinde im laufenden Jahr erleben werde. Die Entwicklung des katholischen Pastoralverbundes mit den Gemeinden in Espelkamp und Rahden entwickele sich weiter. Nach acht Jahren Planungszeit komme nun endlich das lang ersehnte neue Gemeindehaus. Am 11. Januar werde es abgerissen, im Frühjahr 2017 wolle man das neue Haus beziehen. Alle gemeindlichen Aktivitäten würden weiterhin stattfinden. Viel-es könne im Bürgerhaus "Altes Amtsgericht" stattfinden. "Wir blicken frohen Mutes in die Zukunft", so Oelschläger. Einen sehr hohen Stellenwert hat traditionell die Kirchenmusik in Lübbecke. Auch hier gibt es wieder deutlich mehr Nachwuchs, wie Kirchemusikdirektor (KMD) Heinz-Hermann Grube erfreut mitteilte. Er hat einen "Spatzen"-Chor mit Kindern im Vorschulalter gegründet. Außerdem gibt es wieder einen Kinder-Musical-Chor, der im März das Singspiel "Joseph - ein echt cooler Träumer" aufführen wird. Auch die Zusammenarbeit mit dem heimischen Jazz-Club wird weiter ausgebaut. Fans können sich auf den Auftritt von Barbara Dennerlein am 17. April freuen. Im Zentrum der kirchenmusikalischen Aktivitäten dürfte die Begegnung mit dem Partnerchor aus Lübbeckes Partnerstadt Dorchester stehen. Auf dem Programm: Mozarts "c-Moll-Messe". Pfarrer Eberhard Helling warb für Aktionen zum Reformations-Jubiläum und stellte das große Festival in Halle vor: "Es handelt sich hier um kein Kirchenfest, wo wir uns selbst feiern, sondern um ein Christusfest."

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