Erstklassige Besetzung: Sopranistin Dorota Dobrolinska-Struck. - © Imme Lohmeyer-Lorek
Erstklassige Besetzung: Sopranistin Dorota Dobrolinska-Struck. | © Imme Lohmeyer-Lorek

Lübbecke Besonderes Konzert erklang in St. Johannes

Musikalische Andacht: Lobpreis für die himmlische Stadt

Imme Lohmeyer-Lorek

Lübbecke. Ein Loblied auf das himmlische Jerusalem ertönte von allen Seiten in der musikalischen Andacht am letzten Sonntag vor der Adventszeit in St. Johannes in Lübbecke. Der Pastoralverbund Lübbecker Land hatte zu einem Treffen im Mai aufgerufen. Damals war die Idee entstanden, den Sonntag "Christkönig" (in der evangelischen Kirche "Totensonntag") erstmalig als kirchenmusikalische Andacht zu gestalten. Die Idee von Gabriele Schnabel kam sehr gut an, wie der Applaus der zahlreichen Zuhörer am Ende der Veranstaltung verriet. Die professionelle Sopranistin Dorota Dobrolinska-Struck war eine erstklassige Besetzung für die Arien bekannter Komponisten vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik. Sie wurde den wunderschönen Melodien aus Georg Friedrich Händels "Messias", dem lieblichen "Er weidet seine Herde" und der trostspendenden Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" mit ihrem glasklaren Sopran gerecht. Die übrigen Arien besangen das himmlische Jerusalem, wie in dem sehr emotionalen "Höre Israel" und "Jerusalem" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, in denen die himmlische Stadt mit Lobpreis überschüttet wurde. Das himmlische Jerusalem wird in der Offenbarung des Johannes als ein Ort verherrlicht, in dem es weder Krieg noch Hass und Leid geben wird. Gerade in der heutigen von Angst vor Terror und Gewalt geprägten Zeit ein Ort menschlicher Sehnsucht, der in dem orientalisch geprägten und auf hebräisch gesungenen Klagelied "Jerusalem aus Gold" umso erstrebenswerter erschien. Weitere Arien des französischen Komponisten Gabriel Faure und des zeitgenössischen John Rutter, die für Requien etwas unheimlich Strahlendes aufwiesen, passten in den dunklen November mit seinen Gedenktagen, die an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern. Mit der Pianistin Hae-Kyung Choi, die die Sängerin am Klavier begleitete, hatte der Pastoralverband eine weitere professionelle Musikerin gewonnen. In ihrem Klaviersolo "Ich rufe zu Dir, Herr" in der Bearbeitung von Busoni-Bach wurde der würdevolle Barockmeister mit jazzigen Rhythmen aufgelockert. Die Saxophonklänge von Friedhelm Diekemper, die von der Orgelempore die Stille des Kirchenschiffes durchfluteten, hatten etwas Sphärisches, das das himmlische Jerusalem sehr schön skizzierte. Mal kraftvoll, mal heiser schienen sie aus einer anderen Welt zu kommen. An der Orgel war Thomas Benkenstein zu hören, beispielsweise im Bachchoral "Wachet auf, ruft uns die Stimme". Weitere Mitwirkende waren Bernd Hilgefort, Oliver Soddemann und Gabriele Rüschoff, die passende Bibeltexte lasen. Pfarrer Karl-Heinz Graute sprach zur Begrüßung und zum Segen. Zum Ende des Konzerts, nach einem zauberhaften "Ave Maria" von Giulio Romano Caccini, entlud sich der Applaus, den die Zuhörer lange zurückgehalten hatten.

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