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Städtische Asylbewerberunterkunft Hausstätte: Sozialarbeiterin Elke Horn im Gespräch mit Bewohnern. - © Tyler Larkin
Städtische Asylbewerberunterkunft Hausstätte: Sozialarbeiterin Elke Horn im Gespräch mit Bewohnern. | © Tyler Larkin

Lübbecke Bei einer Zuweisung von 1.000 Flüchtlingen würde die Stadt Lübbecke klagen

Politik und Verwaltung wollen Zeltlager in Blasheim mit allen Mitteln verhindern

Frank Hartmann
12.10.2015 | Stand 13.10.2015, 20:21 Uhr

Lübbecke. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dieter Fette kritisiert die exklusive Berichterstattung der NW über die Anfrage der Regierungspräsidentin im Lübbecker Rathaus, ob das Blasheimer Marktgelände als Standort für eine Zeltstadt in Frage kommt. Fette: "Die frühe Berichterstattung über das geplante Zeltlager für Flüchtlinge hat bei der Lübbecker Politik einheitlich keine Begeisterung hervorgerufen." Noch sei die Entscheidung nicht gefallen. Sollten Detmold, Minden oder Düsseldorf beschließen, zusätzlich zu den etwa 300 bis 400 noch mal 1.000 Flüchtlinge in Lübbecke unterzubringen, "wird die Stadt mit Unterstützung aller Parteien dagegen klagen", teilte Fette am Sonntag mit.Lübbecke müsste mehr Flüchtlinge aufnehmen als das Land Luxemburg Es könne nicht angehen, dass die Stadt Lübbecke vier bis fünf Mal so viel Flüchtlinge aufnehme, wie das Land Luxemburg. Fette: "Ich hoffe in diesem Falle auf eine massive, gewaltfreie Unterstützung der Bevölkerung, die sich nicht gegen die Flüchtlinge richtet, sondern gegen die verantwortungslose internationale, europäische und bundesdeutsche Politik." Um Flüchtlinge geht es auch im nächsten Lübbecker Sozialausschuss. Kreisdirektorin Cornelia Schöder als Leiterin des Stabes für Flüchtlingsfragen berichtet dem Ausschuss über die Situation in der Notunterkunft an der Jahnstraße. Die Sitzung ist öffentlich und findet statt am Mittwoch, 21. Oktober, um 17 Uhr im Lübbecker Rathaus, Altbau, 3. Obergeschoss, Raum 908. Neben Informationen über die derzeitige Situation in der ehemaligen Jahn-Realschule steht als weiterer Punkt das Thema Zuweisung neuer Asylbewerber und Flüchtlinge auf der Tagesordnung. In der Vorlage heißt es dazu: "Es ist weiterhin mit einer steigenden Anzahl bei der Zuweisung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zu rechnen." Diese habe die Stadt mit Unterkünften zu versorgen. Auskunft soll erteilt werden über die aktuelle Situation hinsichtlich der Unterbringung. Die Stadt will aber auch ihre "strategische Ausrichtung" erläutern und darlegen, wie die Flüchtlinge künftig untergebracht werden sollen. Dabei will man auch auf die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer eingehen.

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