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Einsatzbereit: Die Dolmetscher Maryam Imad Mousa (3.v.l.) und Steven Talal Said (r.) aus dem Irak mit Bekannten aus Syrien vor dem abgewaschenen Schriftzug der Jahn-Schule. - © Tanja Dittmann
Einsatzbereit: Die Dolmetscher Maryam Imad Mousa (3.v.l.) und Steven Talal Said (r.) aus dem Irak mit Bekannten aus Syrien vor dem abgewaschenen Schriftzug der Jahn-Schule. | © Tanja Dittmann

Lübbecke Ankunft der Flüchtlinge ungewiss

Jahn-Realschule: Helfer von Diakonie und Rotem Kreuz waren auch am Montag vorbereitet, warteten aber den ganzen Tag über vergebens

Tanja Dittmann
22.09.2015 | Stand 21.09.2015, 19:42 Uhr
Frank Hartmann

Lübbecke. Stundenlang warteten gestern Helfer von Diakonie, DRK, Übersetzer und andere auf die Ankunft der Flüchtlinge, die schon am Wochenende eintreffen sollten. Bis auf Offizielle und Ehrenamtliche blieb die geräumte Jahn-Realschule am Montag jedoch bis zum Abend leer. Zu denen, die vergeblich auf die ersten Flüchtlinge warteten – Beteiligte sprachen von 170 Personen – gehörte der Syrer Petr Roel. Er wohnt schon lange in Deutschland, der Großteil seiner Familie lebt aber immer noch in seinem Heimatland. Von der Schwester und drei Nichten weiß er nur, dass sie auf dem Weg nach Deutschland sind. Ob sie aber nach Lübbecke kommen, vermochte er nur zu hoffen. Nachfragen im Lübbecker Rathaus und beim Kreis, bei Polizeibeamten, Objektschützern, Reinigungskräften und Diakonie, blieben ergebnislos. Man werde die Öffentlichkeit informieren, wenn die Flüchtlinge eingetroffen seien, sagte etwa Kreis-Sprecherin Sabine Ohnesorge, die keine weiteren Angaben machen konnte. Rückmeldungen gab es hingegen von einem Jahn-Realschüler, der gestern seinen ersten Unterrichtstag in der Pestalozzischule verbrachte. Die Situation in den Klassenzimmern sei „sehr beengt“, so der Neuntklässler, der zudem über milchige Fenster berichtete, die sich offenbar nicht richtig schließen lassen. Nicht bestätigen konnte der Schüler eine Aussage, die während der jüngsten Ratssitzung gefallen war: Die Verwaltung hatte erklärt, der auffällige farbige Schriftzug „Jahn Realschule“ an der Jahnstraßen-Seite des ehemaligen Schulgebäudes sei auf Wunsch der Schüler entfernt worden: „Ganz bestimmt nicht.“ Die Schließung der Jahn-Realschule sollte gestern Abend auch in der von Frank Plasberg moderierten ARD-Sendung „Hart, aber fair“ thematisiert werden, in der es um Flüchtlinge ging. Man habe das Schreiben des Kreises Minden-Lübbecke zur Schließung, das in der Schule verteilt worden war, zugespielt bekommen, sagte ein Redakteur der Sendung. Man überlege zudem, eventuell Eltern von Jahn-Realschülern zu Wort kommen zu lassen.

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