Kunstvoll: Kevin Kampschäfer (19) mit einem Rückwärtssalto Doppelschraube und Arschbombe vom Fünf-Meter-Turm im Freibad Gehlenbeck. - © Foto: Tyler Larkin
Kunstvoll: Kevin Kampschäfer (19) mit einem Rückwärtssalto Doppelschraube und Arschbombe vom Fünf-Meter-Turm im Freibad Gehlenbeck. | © Foto: Tyler Larkin

Lübbecker Land So macht der Sommer Spaß

Freibäder im Lübbecker Land sind gut gerüstet für den Ansturm

Sandra Spieker-Beutler

Lübbecker Land. Sommerzeit ist Badezeit - jetzt endlich passend zu den Sommerferien wird es mit täglich steigenden Temperaturen wieder voll in den Freibädern. Dort wartet man schon länger auf den Sommer, doch Frust geschoben wurde trotzdem nicht, wie es in den vier Freibädern im Altkreis Lübbecke hieß. Die NW hat sich umgehört. LÜBBECKE Für das Schwimmmeister-Team um Thorsten Keiser im Freibad Gehlenbeck gilt die Faustregel: Wir brauchen drei Tage 30 Grad. Angesichts der sommerlichen Temperatur kann Frank Knickmeier berichten: "Es läuft langsam an." Am 5. und 12. Juni sowie am Dienstag dieser Woche seien jeweils rund 1.000 Besucher im Freibad gewesen. Am Mittwochmorgen folgte die wöchentliche Grundreinigung, so dass Knickmeier mittags mit einer Warteschlange am Kassenhäuschen rechnete. Verglichen mit dem "ebenfalls schlechten" Vorjahr liegen die Besucherzahlen bislang deutlich zurück: Allein im Mai vergangenen Jahres kamen "durch eine einzige schöne Woche" 4.117 Menschen ins Freibad, erinnert Knickmeier sich. In diesem Jahr waren es 1.253. Auch der Juni 2014 lief mit 7.828 Badegästen besser als der zurückliegende Monat (7.069). "Wir können das noch locker ausgleichen", ist Knickmeier jedoch zuversichtlich. Sollte das schöne Wetter durchhalten, könnten an einem einzigen Wochenende 6.000 bis 7.000 Besucher zusammenkommen. 2003 sei so ein Jahr gewesen. Bei sechs Wochen Hitze zwischen Juli und August hätten 78.000 Menschen sich im Freibad abgekühlt. Knickmeier: "Wenn wir einmal 35 Grad erreicht haben, kommen die Leute anschließend auch bei 25 Grad ins Freibad." PR. OLDENDORF Zufrieden ist man im Pr. Oldendorfer Waldfreibad darüber, dass man auch bei den in den ersten zwei Monaten eher mauen Temperaturen mit den morgendlichen Frühschwimmern sehr treue Gäste habe. "Auch bei 3 Grad Celsius standen morgens 15 Schwimmer hier vor der Tür", sagt Schwimmmeister Vincent-Marius Kreth. An einem heißen Tag wie derzeit kommen ungefähr 1.500 Badelustige ins Freibad, erklärt er. Nicht nur aus Pr. Oldendorf, auch aus Hüllhorst, Lübbecke, Stemwede oder Bad Essen. Eine Besonderheit sei in Pr. Oldendorf, dass mittwochs immer Wellness-Tag im Freibad ist. Dann ist die Fass-Sauna aufgeheizt und es wird ein Kursus chinesische Heilgymnastik angeboten. ESPELKAMP Im Espelkamper Waldfreibad schwimmt das Prinzip Hoffnung mit, wie Betriebsleier Bernhard Möhle jetzt gegenüber der NW erläuterte. Aufgrund der bisherigen sehr launischen Wetterlage, so Möhle, sei der Start "sehr schleppend" gewesen. Doch ließen sich die Aktiven des einzigen Bürgerbades im Lübbecker Land dadurch nicht abschrecken. Insgesamt zählte man bisher gut 4.000 Wasserratten in der größten Espelkamper Freizeit- und Erholungsanlage mitten in der Stadt. Es zeige sich wider einmal, so Möhle, dass vor allem Familien mit Kindern die Einrichtung gerne besuchten, denn vor allem die gerade angeschafften Wasserspielzeuge seien dicht umlagert. Auch die Wasserpumpe sowie das zusätzliche Planschbecken würden sehr gut angenommen.An zwei Tagen im Juni zählte man bereits jeweils 600 Besucher. Größte Einzelgruppe waren bisher 190 Kinder und Jugendliche vom CVJM-Sommercamp aus Pr. Oldendorf. "Doch jetzt bekommen wir durch die Omega-Wetterlage eine lang andauernde Wärme- und Trockenperiode. Da hoffen wir natürlich auf jede Menge Besucher", sagt Möhle. Gestern gab es jedenfalls bereits lange Warteschlangen an der Kasse. Im 24 Grad kühlen Wasser tummelte sich eine große Gästeschar. Betreiber des Bades ist der Pro Waldfreibadverein, Eigentümer sind die Stadtwerke. Betriebsleiter Bernhard Möhle stehen Andreas Nickel und Peter Grundmann als Schwimmmeister sowie Kassenpersonal und zwei Bundesfreiwilligen-Dienstleister (Bufdis) zur Seite. Enttäuscht hatten sich die Espelkamper über die Besucherzahl des vergangenen Jahres gezeigt. Nur rund 22.000 Mal klingelte die Kasse, das waren 25 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. RAHDEN In Rahden ist das Freibad bereits seit dem 9. Mai geöffnet und gehört damit zu den ersten in der Region, die ihre Tore öffnen. Dennoch kamen bisher nur 4.200 Besucher. "Das ist noch nicht so ganz toll. Es schleppte sich bisher so dahin", sagt Gabi Mochmann vom Mietschwimmmeister-Dienst Heino Kruse, die das in städtischem Besitz befindliche Bad betreiben. Die Attraktion sei nach wie vor die Breitrutsche, bei der bis zu sieben Wasserratten nebeneinander runterrutschen können. Bester Tag bisher war der 5. Juni, an dem Gabi Mochmann 500 Besucher zählte. "Doch bei den Aussichten jetzt wird?s ganz bestimmt noch besser", hofft sie in den kommenden Tagen auf ein volles Haus.

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