Lübbecke/Pr. Oldendorf/Espelkamp St. Andreas strahlt auch innen wieder

Alsweder Kirchengemeinde freut sich über die Renovierung der ersten historischen Fenster

VON KARSTEN SCHULZ

Pfarrer Klaus-Dieter Obach erläutert Landrat Ralf Niermann, Mitglied im Kuratorium der Ev. Kirchenkreisstiftung Lübbecke (r.), und dem Vorsitzenden Steffen Bäcker (l.) die Erfolge der Reinigung und Instandsetzung der historischen Kirchenfenster der Alsweder Kirche. - © FOTO: TYLER LARKIN
Pfarrer Klaus-Dieter Obach erläutert Landrat Ralf Niermann, Mitglied im Kuratorium der Ev. Kirchenkreisstiftung Lübbecke (r.), und dem Vorsitzenden Steffen Bäcker (l.) die Erfolge der Reinigung und Instandsetzung der historischen Kirchenfenster der Alsweder Kirche. | © FOTO: TYLER LARKIN

Lübbecke / Pr. Oldendorf/ Espelkamp. Pfarrer Klaus-Dieter Obachs Augen strahlen fast genauso intensiv wie die Sonnenstrahlen, die wieder bis ins Innere der alten Alsweder Dorfkirche dringen. Vier historische bunte Kirchenfenster lassen seit einiger Zeit wieder die Tageshelligkeit ungehindert in den Sakralraum hinein, weil sie inzwischen gereinigt, instand gesetzt und zum Teil auch restauriert wurden. Gestern schaute sich Landrat Ralf Niermann als Kuratoriumsmitglied der Ev. Kirchenkreisstiftung den Erfolg der Bemühungen der Fachleute genau an.

Noch heller würde der Gottesdienstraum erstrahlen, wenn alle 21 historischen Fenster einer Verjüngungskur unterzogen worden wären. Doch dafür reicht das Geld nicht, wie "Hausherr" Pfarrer Klaus-Dieter Obach erläuterte. Insgesamt, so hatte er ausgerechnet, müssten etwa 130.000 bis 140.000 Euro auf den Tisch geblättert werden - je nach Aufwand - um allen Fenstern zu neuem Glanz zu verhelfen. Finanziert werden kann dies nur über Spenden. Für den jetzigen ersten Bauabschnitt - er verschlingt bereits 35.000 Euro - fehlen noch 14.000 Euro. 8.000 Euro sind der Kirchengemeinde durch die Ev. Kirchenkreisstiftung zugesichert worden - die größte und teuerste Spende in diesem Jahr - 2.000 Euro kommen durch die Finanzgemeinschaft aller Kirchengemeinden im Kirchenkreis noch einmal dazu. Und sage und schreibe 6.600 Euro sind bereits durch Gemeindemitglieder bei Trauungen, Jubelhochzeiten, Beerdigungen und Hausbesuchen zusammengekommen. Außerdem, so Obach, sei bereits eine Spende über die Hälfte der Restaurationskosten eines Fensters in Höhe von 4.500 Euro zugesichert worden. "Jede Spende, auch die kleinste, ist für uns wichtig, damit wir dieses ehrgeizige Projekt vollenden können", sagt der evangelische Geistliche. Er macht unmissverständlich klar, dass nur dann weitergemacht werden könne, wenn auch die entsprechenden Mittel vorhanden seien. Unter dem Stichwort "Kirchenfenster-Restauration St. Andreas-Kirche Alswede" ist deshalb auch ein Konto beim Kirchenkreis Lübbecke eingerichtet worden.

Information

Die Firma Derix

Wilhelm Derix gründete 1866 in Goch am Niederrhein ein Glasbauunternehmen. Er schaffte mit einer Ausstellung 1885 in Münster den Durchbruch, sowohl national (Fenster im Dom zu Xanten), als auch international. Derix belieferte 1908 den Vatikan mit dem Fenster "Christus überträgt Petrus das oberste Hirtenamt", zwei weitere für die Sixtinische Kapelle folgten. Der aktuell renommierteste Auftrag ist die Ausstattung mit künstlerisch gestalteten Glasfenstern für die Kapelle auf "Ground Zero" in New York.

Dabei sind Reinigung und zuweilen auch kompletter Ersatz des maroden Glases dringend erforderlich. Man könne nicht sicherstellen, dass nicht bei einem großen Sturm irgendwann einmal Teile des Fensters eingedrückt werden und ins Kircheninnere fallen. Im übrigen sollen die durchgehend bunten Fenster des Chorraumes als letzte an die Reihe kommen, da sie wohl den größten zeitlichen und finanziellen Aufwand beanspruchen.

Eingebaut wurden alle 21 Fenster um das Jahr 1871 herum. Wahrscheinlich ist, dass in dieser Zeit die Kirche erweitert wurde und deshalb die alten Fenster, die möglicherweise noch aus dem Mittelalter stammten, weichen mussten. Hergestellt wurden sie von einer Firma, die in Quedlinburg beheimat ist. In Teilen ausgebaut, gereinigt und mit entsprechendem Schutzfilm gegen Feuchtigkeit und Wetterunbilden geschützt wurden sie von der Firma Derix in Taunusstein. Diese war Mitte Mai in Alswede, drei Fenster konnten inzwischen wieder eingebaut werden. Die größten Schäden entstanden durch verrostetes Windeisen, das mit Regenwasser in Verbindung kam und sich zum Teil ins Material fraß.

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