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Kreis Minden-Lübbecke

Deichholz will Landrat werden

CDU präsentiert Kreis-Sozialdezernenten aus Minden als Gegenkandidaten von Dr. Ralf Niermann

VON FRANK HARTMANN
10.01.2014 | Stand 10.01.2014, 16:57 Uhr
Bei Kaffee und Mineralwasser stellte Hans-Joerg Deichholz (CDU) sich gestern im "Schneiders am Brunnen" in Espelkamp als Kandidat für das Amt des Landrates vor. Privat beschäftigt Deichholz sich gern mit Fotokunst und mit seinem Gordon Setter. - © FOTO: TYLER LARKIN
Bei Kaffee und Mineralwasser stellte Hans-Joerg Deichholz (CDU) sich gestern im "Schneiders am Brunnen" in Espelkamp als Kandidat für das Amt des Landrates vor. Privat beschäftigt Deichholz sich gern mit Fotokunst und mit seinem Gordon Setter. | © FOTO: TYLER LARKIN

Kreis Minden-Lübbecke. Die erste parteiinterne Hürde hat Hans-Joerg Deichholz hinter sich: Unter dem Vorsitz seiner Lebensgefährtin, der Landtagsabgeordneten Kirstin Korte, sprach sich der CDU-Kreisvorstand am Mittwochabend einhellig für den 52-jährigen Mindener aus. Deichholz ist in der Kreisverwaltung als Sozialdezernent tätig und soll Dr. Ralf Niermann (SPD) als Landrat ablösen.

Als "erste Partei", wie der Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies gestern im "Schneiders am Brunnen" in Espelkamp betonte, habe die CDU ihren Landratskandidaten benannt. Es ist der gebürtige Bremer Hans-Joerg Deichholz, der seit 2003 in Minden wohnt und im September 2009 in die CDU eingetreten ist.

Ortgies und Finanz-Staatssekretär Steffen Kampeter, die an der Kandidatensuche beteiligt waren, betonten, Deichholz habe sich "nicht aufgedrängt". Unter anderem aufgrund dieser Zurückhaltung habe er ins Profil gepasst. "Er kann aber auch Verwaltung und mit Menschen umgehen", nannte Kampeter weitere Gründe, warum er den seit 2000 für Jugend, Soziales und Gesundheit zuständigen Kreisdezernenten angesprochen habe. Zudem sei der ehemalige Bundesliga-Tänzer "Entscheider und Gestalter, kein Verwalter".

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Grüne halten sich noch bedeckt


Neben dem CDU-Kandidaten ist für den Amtsträger Dr. Ralf Niermann (SPD) vor allem von Interesse, ob die Grünen einen eigenen Kandidaten aufstellen. Der könnte ihn durchaus Stimmen kosten und der grünen Partei im Falle einer Stichwahl mehr Verhandlungsgewicht geben. Wie diese Zeitung erfuhr, hat Niermann schon informell vorgefühlt, ob es einen grünen Kandidaten geben wird. Offiziell dementieren führende Köpfe der Partei das Thema so sehr, dass wohl das Gegenteil eintreten wird. Am 28. Januar kommen die Grünen zu einer Mitgliederversammlung zusammen. Dort könnte ein Kandidat gewählt werden.  (tyl)

Mehr Anspielungen auf den Amtsinhaber waren gestern nicht zu hören. Er habe noch am Mittwochabend dem Landrat eine SMS geschickt, um ihn über die Entscheidung des Kreisvorstandes zu informieren, sagte Deichholz. Das habe aber nicht funktioniert. "Deshalb habe ich gleich am Donnerstagmorgen vor der Dezernentenrunde mit dem Landrat gesprochen", mit dem er auch weiterhin "professionell zusammenarbeiten" wolle, sagte Deichholz.

Dass der Kandidat offenbar noch keine Zeit hatte, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, wurde bei Nachfragen zu Schwerpunkten deutlich, als er sagte: "An meinem ersten Arbeitstag würde ich mich bei meinen Dezernenten erkundigen, wo es am meisten brennt." In jedem Fall wolle er für die Facebook-Generation genau so gut erreichbar sein wie für Senioren und Schwerbehinderte, Verfahrensabläufe transparenter machen und schnell Entscheidungen treffen: "Mir ist das Ergebnis wichtig, und manchmal sind auch 80-Prozent-Lösungen okay."

Die CDU-Kreisvertreterversammlung muss die Nominierung Deichholz’ am 24. Februar noch bestätigen.

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