0
Die Bagger sind da: Im Vordergrund wird ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen entstehen. In der ehemaligen Gaststätte „Am Wiehen" (im Hintergrund) entstehen fünf neue Wohnungen. - © Klaus Frensing
Die Bagger sind da: Im Vordergrund wird ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen entstehen. In der ehemaligen Gaststätte „Am Wiehen" (im Hintergrund) entstehen fünf neue Wohnungen. | © Klaus Frensing

Hüllhorst Holsener beklagen sich über Raser

Der Auftakt der Ortsteilsgespräche mit Bürgermeister Bernd Rührup startet in Holsen. Umgestaltung des Dorfplatzes und Umbau der ehemaligen Gaststätte „Am Wiehen“ stehen im Fokus der Bürgerinteressen

Klaus Frensing
13.06.2019 | Stand 12.06.2019, 19:44 Uhr

Hüllhorst-Holsen. Im Holsener Dorfgemeinschaftshaus startete jetzt das erste Ortsteilgespräch. Sieben weitere finden in den anderen Ortsteilen im Laufe des Sommers statt. Aufträge für die Neugestaltung des Dorfplatzes in Holsen werden während der nächsten Ratssitzung am 3. Juli vergeben. Das Gros der Arbeiten soll noch in diesem Jahr erledigt werden, wie beispielsweise die Anpflanzungen. Im Frühjahr kommenden Jahres soll die Maßnahme fertiggestellt sein. "Mühlenfeld" wird saniert Ebenfalls in diesem Jahr, so Ortsvorsteher und Bürgermeister, soll der obere Teil des „Mühlenfelds" zwischen Holsener Straße und Sportplatz umfassend saniert werden. Die Kosten, so Rührup, belaufen sich auf 290.000 Euro, davon sind 174.000 Euro Fördermittel. Der Vorteil gegenüber einer reinen Deckenerneuerung sei die erheblich längere Bestandsdauer von etwa 40 Jahren. Auch Großberkener Straße, Stiftsfeldstraße und Halstenerstraße sollen in diesem Jahr ausgebaut werden, kündigte er an. Auch der untere Teil der Straße müsse in den kommenden Jahren saniert werden, sagte Hamel. Zudem beklagte er den schlechten Zustand der Straße „Am Wiehen". Immer ein Thema seien die Banketten der Straßen, so Hamel. Das gelte nicht nur für Holsen, sondern auch für alle anderen Ortsteile. Teilweise bestünde bis zu 30 Zentimeter Höhenunterschied zwischen Bankette und Asphalt. Der Bauhof täte sein Bestes, könne aber auch nicht überall sein. In diesem Zusammenhang sprach er den Mitarbeitern ein großes Lob aus. Sie würden die angesprochenen Dinge reibungslos erledigen – und das bei jedem Wetter. Radweg von Schnathorst bis Oberbauerschaft Ein Thema, das in Holsen und den Nachbardörfern schon länger anliegt, ist der Bau eines Geh- und Radwegs von Schnathorst über Holsen bis nach Oberbauerschaft. „Alle Parteien stehen dahinter", betonte er. Zu realisieren sei die Maßnahme aber wohl erst mit dem Vollausbau der Straße. In Sachen Radwege müsse das Land einfach seine Prioritäten mehr in Richtung ländlicher Raum verschieben, wünscht sich der Bürgermeister. Rührup hatte zuerst einen Blick auf die allgemeine Lage der Gemeinde geworfen, bevor er sich Holsen im speziellen widmete. Die guten Haushaltsergebnisse würden genutzt, um einerseits in die Infrastruktur zu investieren und andererseits das Anlagevermögen wieder zu erhöhen. Das Eigenkapital sei in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent geschrumpft und Hüllhorst habe eine hohe Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1.000 Euro pro Person. Sein Anliegen sei immer gewesen, größere Themen strategisch anzugehen, unterstrich er. Das habe sich bereits ausgezahlt. Die Gemeinde habe erheblich in die Verbesserung der Verkehrssituation rund um die Gesamtschule investiert, neue Busbuchten und damit auch mehr Parkflächen geschaffen sowie die Straßenführung geändert. Auch diese Maßnahme sei mit 200.000 Euro gefördert worden. Zudem habe man das Wirtschaftswegekonzept erstellt. Ziel sei es, die Sanierung der Wirtschaftswege in der Zukunft systematisch und bedarfsgerecht zu planen und umzusetzen. Auch bei der Neugestaltung der kommunalen Friedhöfe sei man ein gutes Stück vorangekommen. In Sachen neue Feuerwehrhäuser bat er um Geduld. Es sei ein langer Weg von den ersten Überlegungen über die Planungen bis zur Realisierung. „Hierbei ist vieles zu berücksichtigen, das benötigt viel Abstimmung und Zeit." Die meisten Areale im Gewerbegebiet sind verkauft Etwas Zeit gönnen möchte sich die Gemeinde auch bei der Veräußerung der letzten Flächen im interkommunalen Gewerbegebiet Tengern. Die meisten Areale seien verkauft, das sei einerseits erfreulich, andererseits müsse man jetzt genau hinschauen, wie man die noch zur Verfügung stehenden Flächen entwickelt, hob der Bürgermeister hervor. Neben den Planungen zur Umgestaltung des Dorfplatzes steht in Holsen der Umbau der ehemaligen Gaststätte „Am Wiehen" zu einem Mehrfamilienhaus im Fokus. Zu den bereits bestehenden drei großen Wohnungen werden hier zusätzlich fünf neue Wohneinheiten geschaffen, so Bauherr Christoph Ellerhoff. Zudem entsteht gleich nebenan, auf dem ehemaligen Parkplatz der Gaststätte, ein neues Gebäude mit sechs öffentlich geförderten Wohnungen im Passiv-Haus-Stil. Ellerhoff rechnet damit, dass die Arbeiten im Sommer 2020 abgeschlossen sein werden. In der anschließenden Fragerunde wurde beklagt, dass auf einigen Straßen im Dorf viel zu schnell gefahren werde. Auch wurde nach der Sinnhaftigkeit der Rallye durch Hüllhorst gefragt. Auch die Lehrschwimmbecken in Oberbauerschaft und Schnathorst waren Thema. In Schnathorst könne nach den Sommerferien wieder geschwommen werden, in Oberbauerschaft wohl Anfang nächsten Jahres, kündigte Rührup an. Auch die Nachnutzung des Feuerwehrhauses in Holsen wurde angesprochen. Es gebe einige Ideen, aber noch nichts Konkretes, so der Bürgermeister. Zudem muss ja auch erst einmal das neue Gebäude gebaut werden.

realisiert durch evolver group