Aufgrund der Wasserqualität musste das Lehrschwimmbecken gesperrt werden. - © Symbolfoto: picture alliance
Aufgrund der Wasserqualität musste das Lehrschwimmbecken gesperrt werden. | © Symbolfoto: picture alliance

Hüllhorst Bakterienbefall im Lehrschwimmbecken

Gesperrt: Wegen eines Bakterienbefalls im Wasser kann für mindestens vier Wochen kein Schwimmunterricht in Schnathorst stattfinden. Auch Kurse sind abgesagt

Kirsten Tirre

Hüllhorst. Das Lehrschwimmbecken in Schnathorst kann für mindestens vier Wochen nicht genutzt werden. Grund ist eine Belastung des Beckenwassers mit dem Bakterium Pseudomonas aeroginosa. Die Verunreinigung war bei einer routinemäßigen Wasserbeprobung durch ein Fachbüro festgestellt worden. Die Gemeindeverwaltung folgte der Anordnung des Gesundheitsamtes und sperrte am 15. Oktober das Lehrschwimmbecken (die NW berichtete). Gemeindesportverband (GSV) wie auch die Grundschulleitungen seien per Mail informiert worden. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass das Lehrschwimmbecken in Schnathorst wegen einer Keimbelastung außer Betrieb ist. Wassergymnastik und Schwimmkurse können daher derzeit nicht in der Gemeinde Hüllhorst stattfinden, da auch das sanierungsbedürftige Lehrschwimmbecken in Oberbauerschaft seit geraumer Zeit nicht genutzt werden kann. Die Sanierung zieht sich länger hin als ursprünglich geplant. In der Ratssitzung am 14. November soll über die Auftragsvergabe entschieden werden. "Wenn alles gut läuft, könnte das Lehrschwimmbecken Oberbauerschaft im Herbst 2019 wieder zur Verfügung stehen", so Susanne Sassenberg vom Fachbereich Technik. Was das gesperrte Lehrschwimmbecken in Schnathorst betrifft, hat die Gemeindeverwaltung zur Überprüfung der technischen Anlagen umgehend ein Fachbüro eingeschaltet. "Nach fachlichen Erkenntnissen ist die bakterielle Belastung nicht durch den Badebetrieb oder Mängel an der Filteranlage entstanden, sondern aufgrund von Schäden an einem Außenbehälter", teilt die Verwaltung in einer Presseerklärung mit . Das Lehrschwimmbecken werde mit zwei unterschiedlichen Wasserhöhen betrieben. Bei niedrigem Wasserstand kann Schwimmunterricht und Wassergymnastik durchgeführt werden und bei hohem Wasserstand Schwimmsport. Die unterschiedlichen Wasserstände erreiche man dadurch, dass das nicht benötigte Wasser in einen Außenbehälter abgelassen wird und für hohen Wasserstand wieder in das Becken gepumpt wird. Grundwasser kann ins Becken eintreten Bei der Überprüfung dieses Außenbehälters sei festgestellt worden, dass die Folienabdichtung Risse aufweist und dadurch Grundwasser eintreten kann. Weiter ist die Einstiegsöffnung nicht vollständig dicht, sodass dadurch außerdem verunreinigtes Oberflächenwasser in den Behälter gelangen kann. "Die Reparatur der Folie soll schnellstmöglich durch eine Fachfirma vorgenommen werden. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann eine erneute Beprobung des Badewassers durchgeführt werden", teilt die Verwaltung weiter mit. Die Ergebnisse lägen dann etwa zehn Tage später vor, sodass derzeit davon ausgegangen werden müsse, dass die Sperrung mindestens vier Wochen andauert. Sie fällt aktuell noch in die Herbstferien. Wie das Gesundheitsamt des Kreises auf Anfrage der NW mitteilt, handelt es sich bei der Bakterienart Pseudomonas aeroginosa um Stäbchenbakterien, die weltweit in Boden und Wasser vorkommen. Diese Bakterien würden feuchte Umgebungen wie Spülbecken, Toiletten, unzureichend gechlorte Schwimmbecken und inaktive Desinfektionslösungen bevorzugen. Bei geschwächter Abwehr seien beim Menschen Infektionen von Wunden, Atemwegen oder Harnwegen möglich. Eine Antibiotikabehandlung sei bei Erkrankung nicht immer erforderlich. Der Keim ist für Antibiotikaresistenzen bekannt. Wenn Antibiotika eingesetzt werden müssten, sollte mit nach Resistenzbestimmung wirksamen Medikamenten behandelt werden. "Eine Infektion für gesunde Menschen ist eher unwahrscheinlich", so das Gesundheitsamt. Würden Pseudomonas-Bakterien in Schwimm-becken nachgewiesen, werde der Betrieb untersagt und sämtliche Zugänge seien verschlossen zu halten. Zusätzlich müssten Hinweisschilder aufgestellt werden.

realisiert durch evolver group