Grüngut und Elektroschrott: Der Wertstoffhof in Uchte ist das Vorbild für den geplanten Hof in der Gemeinde Hüllhorst. - © Foto: Ingrun Waschneck||
Grüngut und Elektroschrott: Der Wertstoffhof in Uchte ist das Vorbild für den geplanten Hof in der Gemeinde Hüllhorst. | © Foto: Ingrun Waschneck||

Hüllhorst Geplanter Wertstoffhof: Gute Nachricht für Anwohner

"Wesentliche Einschränkungen und Aspekte" durchkreuzen Wertstoffhof-Pläne der Kreisabfallgesellschaft Minden-Lübbecke an ursprünglicher Stelle. Ein anderer Standort ist schon gefunden

Melissa Petring

Hüllhorst. Es gab Bedenken, es gab Proteste: Am 16. Mai stellte die Kreisabfallverwertungsgesellschaft Minden-Lübbecke mbH (KAVG) im Bau- und Umweltausschuss Planungen zur Errichtung eines Wertstoffhofes in der Gemeinde Hüllhorst vor. Das Unternehmen plante, das Grundstück neben der Kläranlage an der Straße Weidehorst von der Gemeinde zu pachten. Damals sei es lediglich um eine erste Information der Politik über das Vorhaben der KAVG gegangen (die NW berichtete), hieß es. Bürgermeister Bernd Rührup sagte im Ausschuss: "Wir müssen mit Schritt eins anfangen. Wird das Verfahren eingeleitet, geht es in die weiteren Prüfungen und dann auch in entsprechende Bürgeranhörungen." Schon damals beschwerten sich Anwohner. Es kamen viele Fragen auf: Von wem ging die Initiative aus, was soll dort gelagert werden, wie ist es um Belästigungen durch Verkehr, Lärm und Geruch bestellt, gibt es alternative Standorte? "Ich teile, gerade als Tengeraner Ortsvorsteher, insbesondere die Bedenken zur Bebauung, da es sich bei dem Gelände offensichtlich um ein Überschwemmungsgebiet handelt", sagte Karl-Heinz Kröger (CDU) im Gemeindeentwicklungsausschuss am 25. Juni. Nur wenig später beschloss der Rat das Verfahren für die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Grundstück. Planerische Prüfungen zeigen Probleme für Wertstoffhof auf "Es gibt eine interessante Bekanntmachung", kündigte Bürgermeister Bernd Rührup schon zu Beginn des Gemeindeentwicklungsausschusses am Donnerstag an. Und die hatte es in sich. Im Laufe des Verfahrens seien wesentliche Einschränkungen und Aspekte aufgetreten, die die KAVG Ende der letzten Woche dazu veranlasst hätten, von weiteren Planungen für die Fläche Abstand zu nehmen, erklärte Susanne Sassenberg, Fachbereichsleiterin "Technik". "Das hatte vor allem drei Gründe", bestätigt Stefan Pöschel, Geschäftsführer der KAVG, gegenüber der Neuen Westfälischen. "Bei der Prüfung fiel auf, dass im vorderen Drittel des Grundstückes ein Abwasserkanal als Hauptzuleitung der südlich angrenzenden Kläranlage liegt." Die Leitung darf nicht überbaut werden und auch eine Verlegung ist nur mit großem planerischen und finanziellen Aufwand möglich. "Aufgrund dieser Gegebenheiten wären Baukörper aktuell nur auf dem hinteren Bereich des Grundstückes planbar", so Sassenberg. "Das hätte uns in unserer Konzeption zu sehr beeinträchtigt", erklärt Pöschel. Zudem würde die Gemeinde Hüllhorst einen Grundstücksstreifen von etwa 15 Metern für die Kläranlage im Besitz behalten. Der soll in Zukunft für erforderliche Erweiterungen oder bauliche Änderungen genutzt werden. "Das wäre für uns also eine weitere Eingrenzung gewesen, die den geplanten Wertstoffhof einschränkt." Während der Prüfung ergab sich ein zusätzliches Problem. Aus dem Jahr 2006 liegt der Gemeinde Hüllhorst ein Geruchsgutachten vor, "wonach durch die Kläranlage auf dem Grundstück erhebliche Geruchsemissionen zu erwarten sind". Die Einrichtung ständiger Arbeitsplätze sei daher auf dem Areal nicht möglich. Das gilt auch für einen potenziellen Wertstoffhof. Letztendlich entschied die KAVG, die Planungen für das Grundstück zu verwerfen. Die Kreisabfallverwertungsgesellschaft prüfte daher nochmals alternative Standorte. "Da diese Grundstücke noch viel näher an einer Wohnbebauung liegen und die Topographie ungünstiger ist, wurde der Fokus der KAVG auf das angrenzende Gewerbegebiet gelegt", so die Fachbereichsleiterin. Ein Grundstück im hinteren Bereich des Industriegebiets, das ebenfalls an die Kläranlage grenzt, eignet sich besonders. »Wollten von Beginn an lieber ein Grundstück kaufen« "Wir wollten eigentlich von Beginn an ein Grundstück erwerben. Als Ostwestfale kauft man lieber", sagt Pöschel. Das neue Grundstück nördlich des Rückhaltebeckens der Kläranlage kann erworben werden. Nach der Baunutzungsverordnung ist es als Industriegebiet ausgewiesen. Der Betrieb eines Wertstoffhofes wäre dort also zulässig. Ebenso wäre dort beispielsweise eine Gießerei für Nichteisenmetalle möglich. Auf dem geplanten Wertstoffhof möchte die KAVG eine Waage errichten, "die vor Ort von den Unternehmen zum Wiegen von LKW-Beladungen genutzt werden kann". Außerdem besteht laut Kreisabfallverwertungsgesellschaft die Möglichkeit, dass in kleinen Mengen auch von gewerblichen Unternehmen Abfall angenommen werden kann. "Entsprechende Anfragen wurden bereits von Firmen an die Gemeinde gerichtet", so Sassenberg.

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