Will gegenüber der AfD klare Kante zeigen: Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) hat die Rückkehr als Landtagsabgeordneter geschafft. - © Foto: Privat
Will gegenüber der AfD klare Kante zeigen: Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) hat die Rückkehr als Landtagsabgeordneter geschafft. | © Foto: Privat

Hüllhorst/Düsseldorf Ernst-Wilhelm Rahe kehrt zurück in den Landtag

Kurz gefragt: Der Hüllhorster SPD-Politiker nimmt seine Arbeit als Abgeordneter in Düsseldorf wieder auf und will sich als Oppositionspolitiker über den besten Weg streiten, wie Probleme in seinem Wahlkreis zu lösen sind

Frank Hartmann

Hüllhorst/Düsseldorf. Am Abend der jüngsten NRW-Landtagswahl machten viele Sozialdemokraten lange Gesichter. Auch der SPD-Abgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe (59) aus Hüllhorst, dessen Listenplatz nicht für einen erneuten Sitz im Düsseldorfer Landtag reichte. Seit gestern steht fest: Rahe kehrt zurück in die Landespolitik. Herr Rahe, wie fühlen Sie sich? Ernst-Wilhelm Rahe: Ich freue mich, dass ich jetzt meine Arbeit im Landtag wieder aufnehmen und für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke in Düsseldorf arbeiten kann. Dass es so kommen kann, ist ja nicht ganz so überraschend, doch ich bin froh, dass die Ungewissheit über den Zeitpunkt vorbei ist. Wie haben Ihr Arbeitgeber, die Parität, und Ihre Frau auf die Nachricht reagiert? Rahe: Meine Frau Anja hat sich natürlich für mich gefreut, als der Anruf kam. Sie hat mir aber auch klar gemacht, was zu Hause handwerklich noch alles zu tun ist, bevor mich Düsseldorf und der Mühlenkreis wieder fest im Griff haben. Ich habe mir vorgenommen, mir etwas mehr Zeit für meinen zweijährigen Enkel freizuschaufeln. Beim Paritätischen habe ich die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in NRW koordiniert und den Aufbau des neuen Hospizes in Minden unterstützt. Beim Landesverband haben wir die Arbeit so organisiert, dass ich bestehende Aufgaben noch erledigen beziehungsweise innerhalb unseres tollen Teams übergeben kann. Beim Hospiz haben wir am vorletzten Wochenende den ersten Spatenstich gemacht. Auch das ist auf gutem Wege. Seit dem schlechten Abschneiden Ihrer Partei bei der Landtagswahl 2017 ist die SPD in der Opposition. Bremst oder motiviert Sie das? Rahe: Die Regierung und die sie tragenden Parteien müssen einhalten, was sie versprochen haben, und die Opposition kontrolliert sie dabei - so ist nun mal die Rollenverteilung in der Demokratie. In Düsseldorf will ich mich gern über den besten Weg in meinen politischen Schwerpunktthemen streiten. Im Wahlkreis will ich weiterhin daran arbeiten, Probleme zu lösen. Das geht auch als Oppositionspolitiker. Darauf freue ich mich. Mit Bianca Winkelmann (CDU) aus Rahden und Ihnen vertreten nun wieder zwei Abgeordnete in Düsseldorf das Lübbecker Land. Erwarten Sie eine gute Zusammenarbeit? Rahe: Vertreterin einer Regierungsfraktion zu sein, ist nicht einfach, denn die Menschen haben hohe Erwartungen. Wenn es für unseren Wahlkreis hilfreich ist, werden wir sicherlich gut zusammenarbeiten. Viertstärkste Kraft im Düsseldorfer Landtag ist die AfD. Was bedeutet das für Ihre Arbeit? Rahe: Klare Kante, nicht provozieren lassen! Und einer menschenverachtenden, rückwärtsgerichteten sowie nationalradikalen Haltung die Stirn bieten - immer und überall. Das sind wir den Menschenrechten und unserer Demokratie schuldig.

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