Breitbandausbau: Glasfaserkabel sollen das Internet in der Gemeinde Hüllhorst auf Trab bringen. RWE wird dazu in diesem Jahr 26 Kilometer Leitung in Hüllhorst verlegen und 22 Kabelverzweiger erschließen. - © dpa
Breitbandausbau: Glasfaserkabel sollen das Internet in der Gemeinde Hüllhorst auf Trab bringen. RWE wird dazu in diesem Jahr 26 Kilometer Leitung in Hüllhorst verlegen und 22 Kabelverzweiger erschließen. | © dpa

Hüllhorst Schnelles Internet für Hüllhorst in Sichtweite

RWE und Hugo wollen den Ausbau des Breitbandnetzes in Hüllhorst voran bringen. Bürgermeister Bernd Rührup äußert sich zu dem Vorhaben und den Zeitabläufen

Kirsten Tirre

Hüllhorst. Mit "Hugo", einem Anbieter für das schnelle Internet, hat die Gemeinde unlängst den Breitbandausbau in Hüllhorst auf den Weg gebracht. Bürgermeister Bernd Rührup hatte im Wahlkampf eine Verbesserung der Datengeschwindigkeit auf seiner Prioritätenliste. Zu den weiteren Schritten äußert sich der Hüllhorster Verwaltungschef im Kurzinterview. Herr Rührup, warum haben Sie sich für Hugo/RWE als Anbieter entschieden? Bernd Rührup: Das Telekommunikationsgesetz bietet den Gemeinden nur geringe Einflussmöglichkeiten. Politik und Verwaltung versuchen schon seit einigen Jahren, die Versorgungssituation für die Bürger und die Gewerbetreibenden zu verbessern. Der Netzausbau ist mit hohen Kosten vor allem im Tiefbau verbunden. Viele Unternehmen konzentrieren sich zur Zeit darauf, den Breitbandausbau in stärker besiedelten Gebieten durchzuführen. RWE ist zusammen mit Hugo Internet speziell in schwächer besiedelten Gebieten in der Region wie beispielsweise in Stemwede aktiv. Wir sind froh, dass wir damit nun jemanden gefunden haben, der den Netzausbau in Hüllhorst übernimmt. Es ist für uns auch kein Unbekannter. Die Gemeinde Hüllhorst und RWE sind schon seit 100 Jahren partnerschaftlich in der Stromversorgung verbunden. Wie lange wird es dauern, bis die Hüllhorster das schnellere Internet nutzten können? Rührup: Für den Ausbau des Breitbandnetzes werden die Kabelverzweiger in den Ortsteilen mit Glasfaserleitungen erschlossen. Das zeitaufwendigste dabei sind die Tiefbauarbeiten. RWE wird in diesem Jahr 26 Kilometer Glasfaserleitung in Hüllhorst verlegen und 22 Kabelverzweiger erschließen. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Nach Abschluss der Arbeiten kann das schnelle Internet genutzt werden. Was ist mit den Ortsteilen, die ebenfalls häufig über die Internetgeschwindigkeit klagen? Wird das RWE auch dort aktiv? Rührup: Wir haben in Hüllhorst die Situation, dass wir Bereiche haben, wo in der Vergangenheit noch niemand etwas gebaut hat. Diese Bereiche haben teilweise nur zwei Mbit/s, teilweise sind auch Geschwindigkeiten über sechs Mbit/s möglich. Genau dort wird RWE nun mit bis zu 100 Mbit/s ausbauen. Daneben gibt es Gebiete, wo in der Vergangenheit schon andere Versorger wie zum Beispiel die Eifelnet für bessere Internetgeschwindigkeit gesorgt haben. Wenn in diesen Bereichen die damals aufgebauten Geschwindigkeiten nicht mehr ausreichen, werden wir uns auch darum kümmern. Wird es Siedlungsbereiche geben, die außen vor bleiben? Rührup: Die Planungen sehen vor, dass alle Bereiche in den beschriebenen Gebieten erschlossen werden. Muss sich der Bürger für "Hugo" entscheiden, wenn er schneller surfen will oder gibt es andere Optionen? Rührup: Ja, wenn man das schnelle Internet nutzen will, muss man einen Vertrag mit Hugo schließen. Ob es zukünftig andere Anbieter geben wird, die das neue Netz nutzen werden um eigene Produkte zu verkaufen, wird man abwarten müssen. Beteiligt sich die Gemeinde mit eigenen Investitionen? Rührup: Nein, der Ausbau des Breitbandnetzes von RWE und Hugo Internet in Hüllhorst erfolgt ohne Geld der Gemeinde und öffentliche Zuschüsse, sondern komplett aus Eigenmitteln des Unternehmens. Inwieweit hat der Kreis den Breitbandausbau im ländlichen Raum auf der Agenda? Rührup: Mit dem Breitband- Masterplan für den Kreis Minden-Lübbecke wird der Grundstein gelegt, um gerade in den Dörfern die Versorgungslücken zu schließen. Sie wohnen im Ortsteil Holsen. Wie zufrieden sind Sie denn persönlich mit der Datengeschwindigkeit? Rührup: Für den Hausgebrauch, also normale Internetanwendungen, komme ich persönlich noch ganz gut klar. Wenn unsere Söhne allerdings Daten für die Uni hochladen müssen oder Smart-TV und Streaming-Dienste nutzen wollen, wird es eng.

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