In der Produktion: Hauptabsatzprodukt sind die Terra-Computer sowie Monitore. Geliefert werden die Geräte an Fachhändler in ganz Europa. Zur Unternehmensführung gehört für Firmenchef Siegbert 
Wortmann, dass er täglich einen Rundgang durch die Abteilungen macht. - © Tyler Larkin
In der Produktion: Hauptabsatzprodukt sind die Terra-Computer sowie Monitore. Geliefert werden die Geräte an Fachhändler in ganz Europa. Zur Unternehmensführung gehört für Firmenchef Siegbert 
Wortmann, dass er täglich einen Rundgang durch die Abteilungen macht. | © Tyler Larkin

Hüllhorst Unternehmer Siegbert Wortmann feiert 60. Geburtstag

Runder Geburtstag: Unternehmenschef Siegbert Wortmann ist 60 Jahre alt. Der Büttendorfer hat mit einem kleinen Einzelhandelsgeschäft begonnen und daraus in drei Jahrzehnten ein Weltunternehmen gemacht

Hüllhorst. Im kommenden Jahr feiert die Wortmann AG ihr 30-jähriges Bestehen. Doch vor diesem Termin steht erst einmal ein anderes bedeutsames Datum. Am Freitag, 30. Oktober 2015, hat Firmenchef und Unternehmensgründer Siegbert Wortmann seinen 60. Geburtstag gefeiert. Während es zum 50. Geburtstag ein großes Fest gab, verbrachte Siegbert Wortmann diesen Ehrentag im Kreise seiner Familie auf der Sonneninsel Mallorca. Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen erzählte Siegbert Wortmann, welche Rolle die Familie in seinem Leben spielt und was ihm zu weiteren Stichworten wie „Unternehmen“, „Politik“ oder auch „Heimat“ einfällt. Unternehmen: Ich habe mich 1984 mit einem Hifi-Studio in Osnabrück selbstständig gemacht, das es heute noch gibt und 1986 die Wortmann AG gegründet. Nach Familie und Gesundheit ist das Unternehmen für mich das Drittwichtigste. Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit in der Firma und komme jeden Tag gerne ins Büro. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, beispielsweise wenn ich gleich morgens drei Problemfälle auf meinem Tisch habe. Chefsein: Chefsein bedeutet für mich, dass ich mit Ausnahme der Institutionen niemandem groß Rechenschaft schulde und tun und lassen kann, was ich will, solange ich mich an Recht und Gesetz halte. Ich kann selbst gestalten. Wichtig ist, dass am Ende etwas für das Unternehmen herum kommt. Es reicht dabei nicht, den Titel zu tragen, sondern man muss mehr tun und besser sein als alle anderen und sich die Position erarbeiten. Das findet im Unternehmen Anerkennung. Was meinen Führungsstil betrifft, bin ich eher der Kumpeltyp und mit meinen Mitarbeitern von der Führungsebene bis zum Lagerarbeiter per Du. Im Unternehmen herrscht ein kameradschaftlicher Ton und das finde ich auch gut so. Pioniergeist: Pioniergeist heißt für mich mit einer Firma wirklich von Klein auf anzufangen, eben etwas aufzubauen. Ich bin ja auch praktisch von Null aus während des Studiums gestartet. Für den Erfolg braucht es drei Sachen: Man darf nicht auf den Kopf gefallen sein, man muss viel arbeiten und man braucht auch das nötige Glück dazu. Familie: Ich bin ein Familienmensch und habe schon immer gerne etwas mit meiner Frau und den Kindern oder auch den Geschwistern unternommen. Kurzurlaube gehörten und gehören ebenso dazu wie der Besuch eines Pokalendspiels in Berlin oder ein Einkaufsbummel mit meiner Frau und meiner Tochter in Osnabrück. Es gab Zeiten, da war mir mein Unternehmen genauso wichtig wie die Familie, als das unternehmerische Risiko noch größer war. Doch ich habe alles erreicht, bin abgesichert und kann die Prioritäten heute anders setzen. Familie heißt für mich, zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Meine Frau war von Anfang an in der Buchhaltung des Unternehmens tätig und auch meine drei Kinder arbeiten in der Firma mit. In meinem Büro steht auch schon der Laufstall für meinen zwölf Wochen alten Enkelsohn Semi. Er kann dann ein oder zwei Stunden bei mir sein, damit meine Tochter entlastet ist. Sport: Habe ich schon immer gerne gemacht. Mit sieben Jahren habe ich mit Fußball angefangen und bis zum 45. Lebensjahr für den TuS Tengern gespielt. Von 1974 bis 1976 war ich für den BV 21 Stift Quernheim in der Landesliga, konnte dann aber wegen meines Studiums in Paderborn nicht mehr so regelmäßig trainieren. Heute spiele ich zwei Mal die Woche Tennis und gehe einmal wöchentlich ins Fitness-Studio. Den leer stehenden ehemaligen WEZ-Markt in Hüllhorst zu kaufen und dort ein eigenes Fitness-Studio einzurichten, war eine gute Sache. Das Angebot wird auch von den Mitarbeitern gut angenommen, was mich sehr freut. Weil Sport eine wichtige Sache für die Gesellschaft ist, unterstütze ich als Sponsor den TuS Tengern, den TuS N Lübbecke, Gerry Weber und Arminia Bielefeld. Mode: Ist mir relativ gleichgültig. Ich lege nur Wert auf gute Qualität und bequem sollte es sein. Birkenstock-Schuhe trage ich seit 20 Jahren gerne und das zu jedem Anlass. Ehrgeiz: Ich wollte immer etwas erreichen und besser sein als der Durchschnitt. Mit 16 Jahren hat mich ein Berufsschullehrer stramm stehen lassen, weil ich beim Kopfrechnen einen schlechten Tag hatte. Da habe ich mir geschworen, dass mir so etwas nie wieder passiert. Ich bin nicht krankhaft ehrgeizig, aber auch wenn ich Tennis spiele, dann will ich schon gewinnen. Politik: In meiner Jugend habe ich mit der Jungen Union Fußball gespielt. Das war meine einzige Annäherung an eine Partei. Glück: Glück heißt für mich Gesundheit und Zufriedenheit, nicht Geld. Mein Vater war Maurer und als Kinder hatten wir nicht viel. Aber ich war trotzdem zufrieden. Glück ist, wenn mein Enkel zu mir kommt. Ärger: Ärgern kann ich mich über Faulheit und Geldverschwendung. Alter: Ist nicht so schlimm, solange man sich gesund und fit fühlt. Ich habe mir auch keine Altersgrenze gesetzt, wann ich mich aus dem Unternehmen zurück ziehen werde. Ich höre dann auf, wenn ich keinen Spaß mehr an der Arbeit habe. Früher war ich jeden Abend und auch am Wochenende in der Firma. Ich bin schon dabei, ein bisschen Abstand zu gewinnen und dafür mehr für meine Gesundheit zu tun. Urlaub: Ich ziehe einige Kurzurlaube im Jahr an den Timmendorfer Strand, nach Baden-Baden oder Mallorca einem langen Urlaub vor. Reisen in die Schweiz oder nach Frankreich verbinde ich dabei gerne mit einem Besuch unserer Niederlassungen. Vorbilder: Als kleiner Junge wollte ich immer Uwe Seeler sein. Mein Vater hat gesagt, du kannst nicht Uwe Seeler sein, weil du ja Siegbert Wortmann heißt. Heute sind für mich Menschen Vorbilder, die als Unternehmer Gutes tun wie Paul Gauselmann, Gerry Weber oder Hermann Gärtner und Wilhelm Fahrenkamp von Porta Möbel. Vorbildcharakter hat für mich auch Gerhard Schröder, indem er mit der Agenda 2010 das tat, was er für richtig hielt und keine Kompromisse einging. Dadurch sind wir vom kranken Mann Europas zur Lokomotive Europas geworden. Heimat: Ich habe in Paderborn studiert und bin immer nach Hause gefahren. Für mich wäre es sehr schlimm gewesen, hätte ich von hier wegziehen müssen. Mir gefällt die Gegend, hier habe ich meine Bekannten und meine Freunde, die ich schon aus Jugend- und Fußballzeiten kenne. Man wird später im Leben nie wieder so gute und enge Kontakte haben. Zukunft: Ich hoffe, dass wir auch weiterhin gesund, glücklich und zufrieden bleiben und alles gut läuft. Auch geschäftlich hoffe ich, dass es so weiter geht wie bisher und das Unternehmen wie die letzten Jahre immer um drei bis fünf Prozent wächst.

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