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Freispruch erkämpft: Der Bad Oeynhauser Rechtsanwalt Mario Prigge mit dem Hauptangeklagtem Jörg Z. im Gerichtssaal des Bielefelder Landgerichts kurz vor der Urteilsverkündung am 27. März. - © Foto: Tyler Larkin
Freispruch erkämpft: Der Bad Oeynhauser Rechtsanwalt Mario Prigge mit dem Hauptangeklagtem Jörg Z. im Gerichtssaal des Bielefelder Landgerichts kurz vor der Urteilsverkündung am 27. März. | © Foto: Tyler Larkin

Bielefeld / Hüllhorst Verschwundener Hüllhorster: Freispruch für Jörg Z. rechtskräftig

Staatsanwaltschaft Bielefeld zieht Revision gegen den Hauptangeklagten zurück

Tyler Larkin
15.07.2015 | Stand 15.07.2015, 19:10 Uhr

Bielefeld /Hüllhorst. Das Verbrechen an dem seit Oktober 2012 verschwundenen Karl Friedrich Meyer aus Hüllhorst bleibt ohne Folgen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die Revision gegen den Freispruch des Hauptangeklagten Jörg Z. zurückgenommen. Damit ist das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 27. März rechtskräftig. Selbst wenn die sterblichen Überreste von Meyer noch gefunden würden, könnte Z. nicht mehr belangt werden. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft fiel offenbar Anfang des Monats, die Rücknahme der Revision ist auf den 6. Juli datiert. Warum Staatsanwalt Veit Walter nach mehr als drei Monaten so entschied, ist unklar. Noch Anfang März hatte er im Oberlübber Bergsee auf der Nordseite des Wiehengebirges nach der Leiche Meyers suchen lassen. Polizeitaucher konnten jedoch keine Spur des Hüllhorster Masseurs entdecken. Der neun Monate dauernde Prozess vor der zehnten Strafkammer am Bielefelder Landgericht hatte reichlich Aufmerksamkeit erzeugt. Nach über zwanzig Verhandlungstagen konnte jedoch nicht einmal zweifelsfrei geklärt werden, ob Karl Friedrich Meyer, der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 47 Jahre alt war, Opfer eines Verbrechen wurde. Zwar schloss die Vorsitzende Richterin Jutta Albert ein anderweitiges Verschwinden nahezu aus, aber es gebe „keine Leiche und kein Kraftfahrzeug“, wie Albert in ihrer Urteilsbegründung sagte. Meyer und sein auffälliger Jeep Wrangler verschwanden um den 21. Oktober 2012 spurlos. Der Freispruch der mitangeklagten Christiane R., der damaligen Lebensgefährtin Meyers, wurde Anfang April rechtskräftig. Ein Freispruch für Jörg Z. deutete sich schon Ende Januar 2015 an, als das Gericht ihn nach einem Jahr Untersuchungshaft auf freien Fuß setzte. Derzeit wehrt sich die Staatsanwaltschaft noch gegen die Haftentschädigung, die Z. für 370 Hafttage zugesprochen bekam. Das mysteriöse Verschwinden Meyers ließ die Behörden in keinem guten Licht dastehen. Weder die Polizei noch der vom Amtsgericht bestellte Abwesenheitspfleger erkannten in den ersten Monaten deutliche Ungereimtheiten in den Angaben von Meyers Lebensgefährtin. Erst im März 2013 nahm eine Sonderkommission der Kripo die Arbeit auf. Zwar brachten sie Jörg Z. in die Nähe von Meyer, konnten ihm eine Beteiligung an seinem Verschwinden aber nicht nachweisen.

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